Back on the road again -

durch Pennsylvania, New York und die Neuengland-Staaten

16. Mai 2016

Montagmorgen - nach Tracking ist unser Paket auf dem Zustellfahrzeug. Wir gehen runter zur Werkstatt und warten. Peter nutzt die Zeit, um noch einmal an der Fahrertür zu arbeiten. Nun kann sie zumindest für das Entlüften der Kupplung geöffnet werden, ansonsten wird sie leider für den Rest der Reise nicht mehr zu nutzen sein. Um 9.30 Uhr fährt UPS auf den Werkstatthof - die benötigten Teile sind in einem schweren Paket angekommen. Man beginnt unverzüglich mit der Arbeit.

Das Hotel, das direkt oberhalb der Werkstatt liegt, haben wir vorsichtshalber noch für eine weitere Nacht verlängert. Und das erweist sich als gute Entscheidung. Die Arbeiten nehmen nahezu den ganzen Tag in Anspruch, hinzu kommt, dass das Entlüften der Kupplung wieder Probleme bereitet. Aber später klappt es dann Gottseidank doch. Nun startet der MAN allerdings schwer, offensichtlich sind die Starterbatterien hinüber und das nach nur knapp drei Jahren. Deshalb lassen wir nach einer erfolgreichen Probefahrt den Wagen lieber auf dem Werkstatthof stehen - nur für den Fall, dass wir morgen nicht starten können. Zum Abschied schenkt uns der freundliche Manager noch T-Shirts und eine Peterbilt-Kappe. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für die überaus freundliche und zuvorkommende Behandlung ans komplette Werkstatt-Team.

Vorsichtshalber ändern wir unsere angedachte Route ab, um zu testen, ob mit dem Getriebe und der Kupplung nun alles in Ordnung ist. Es geht erst einmal in Richtung des nächst erreichbaren Hafens, das ist Baltimore. Dort könnten wir den Großen Wagen ansonsten zur Verschiffung abgeben. Das Wetter ist nicht gut, es regnet recht viel. Gegen Ende des Fahrtages sind wir dann der Meinung, dass soweit alles OK ist und wir die Reise fortsetzen können. So drehen wir ab Richtung Nordosten und gelangen wieder nach Pennsylvania, wo wir in der Nähe von Gettysburg in einem State Forest übernachten.

Zügig geht es weiter, bald ist der Staat New York erreicht. Großeinkauf bei einem der hier zahlreich vertretenen Aldi-Märkte. In der Nähe der Finger Lakes finden wir einen schönen kostenlosen Campground im National Forest. Wir begießen die Tatsache, dass wir nach langer Zwangspause endlich wieder mobil sind, mit einer Flasche Sekt. Es ist angenehm warm, so dass wir noch länger draußen in der Sonne sitzen können.


Auf der Weiterfahrt Richtung Lake Ontario sehen wir häufig Verkehrsschilder, die auf Pferdekutschen hinweisen. In der Tat sehen wir des Öfteren Gespanne mit für uns seltsam aussehenden Frauen und Männern - wir kennen uns nicht aus mit den möglichen Gruppierungen, aber sie leben nach alten Traditionen, lehnen viele der modernen Errungenschaften ab. Am Ontario-See versuchen wir, neue Batterien zu besorgen und erfahren, dass wir dafür wieder ein Stück südwärts fahren müssen. Egal, wir brauchen die Akkus, und wer weiß, wo es die nächsten gäbe. Danach geht es zum See zurück. Eigentlich wollen wir in einem der State Parks übernachten, da gute freie Plätze hier quasi nicht zu finden sind. Aber die Parks sind alle noch geschlossen. Also ändern wir halt unsere Route wieder einmal. Die Straße führt sowieso nicht wirklich am See entlang, sondern verläuft ein gutes Stück landeinwärts; da, wo man ans (zugegeben schöne) Ufer gelangt, ist alles zugebaut. Und das wird am St. Lawrence-Strom nicht anders sein. Wir fahren Richtung Adirondacks. In einem State Forest dann ein schöner freier Stellplatz - so ist es uns sowieso viel lieber.


Der Adirondack Nationalpark, den wir leider auch bei ziemlich miesem Wetter fahren, überzeugt uns nicht wirklich. Lange Wanderungen und Besichtigungen sind im Moment zwar eh nicht angesagt - wir wollen Richtung Canada. Trotzdem hätten wir schon gerne besseres Fotografenwetter gehabt.


Bei Plattsburgh können wir sofort auf die nächste Fähre über den Lake Champlain nach Vermont fahren. Am nächsten Morgen dann wieder besseres Wetter. Heute geht es bis New Hampshire, wo wir am Rande der White Mountains einen guten freien Stellplatz finden. Die Bäume kriegen gerade die ersten Blättchen, das frische Grün leuchtet regelrecht. Aber im Indian Summer hat uns diese Landschaft sehr viel besser gefallen. Indian Summer in Neuengland


Das wechselhafte Wetter hält an. Saßen wir gestern noch draußen in der Sonne, so regnet es nunmehr wieder, und es ist kühl. Ankunft in Maine. Auch hier frisches Grün. Anders als auf der Hinfahrt im Herbst wollen wir nun ein Stück der Küstenstraße fahren. Aber es ist alles "zugebabelt", bepflastert mit den (auch sonst hier im Osten nur allzu oft allgegenwärtigen) Schildern "Posted" / "Private Property" / "No trespassing" - das ist nicht unser Ding. Nur selten gelangt man wirklich ans Wasser. Der Trödelladen hingegen begeistert uns regelrecht. Hier könnte man wahrscheinlich tagelang unterwegs sein und würde immer noch etwas Neues entdecken. Auch die Brücke an den Penobscot Narrows gefällt uns ausgesprochen gut.


Eigentlich wollen wir wie im Herbst im Lamoine State Park in der Nähe des Arcadia Nationalparks übernachten. Aber die Preise haben kräftig angezogen. 32,70 Dollar (das ist die neue Gebühr für non residents) für eine Dry Site empfinden wir als absoluten Nepp!!! So suchen wir uns einen freien Platz; ein gutes Stück entfernt werden wir an einem kleinen See fündig.

Leider ist auch am nächsten Tag das Wetter nicht gut, so entfällt ein erneuter Besuch des Acadia Nationalparks. Also nur noch ein Großeinkauf im Walmart, bevor wir uns auf die letzte Etappe Richtung kanadische Grenze machen. An einem kleinen See im Machias-River-Gebiet bleiben wir für heute und hoffen natürlich, dass der Grenzübertritt bei Calais morgen problemlos verläuft.


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