Utah 2

23. Oktober 2012

Zurück aus "Ägypten" fahren wir über Hanksville (schlecht sortierter General Store, Wasser beispielsweise ist "aus") den Capitol Reef County Scenic Byway bis einige Meile hinter Caineville. Dort biegen wir auf die Hartnet Road ab. Auch Pisten heißen hier in Amerika "road". Als erstes gilt es den Fremont River zu furten. Anschließend verläuft die zunehmend schlechter werdende Piste meilenweit durch eine ausgesprochen farbenprächtige Badlands-Landschaft, die bei den sogenannten Bentonite Hills ihren Höhepunkt erreicht. Freies Übernachten kein Problem, da es sich um BLM-Land handelt.

Mit Erreichen der Grenze zum Capitol Reef Nationalpark wird die Piste noch einmal schlechter, freies Übernachten ist nicht mehr erlaubt. Es gibt allerdings einen kleinen, schön gelegenen kostenlosen Campground oberhalb des Upper Cathedral Valley, auf dem wir die Nacht verbringen. Einige Schritte sind es von hier nur zu einem schönen Ausblick auf die Upper Cathedrals.

Wir beschließen, die Strecke als Rundkurs fortzusetzen und fahren auf der Cathedral Road zunächst hinunter ins Upper Cathedral Valley. Die Landschaft ist - wie der Amerikaner sagt - "the West at its best!"

Gleiches gilt auch für das Lower Cathedral Valley. Die Felsmonolithen tragen so fantasievolle Namen wie Temple of the Sun und Temple of the Moon. Insgesamt ist die Cathedral Road flotter zu fahren als die Hartnet Road, allerdings gibt es einige sandige Passagen sowie "ekelhafte" Washes mit steilen Ein- und Ausfahrten, wieder einmal sind wir froh, dass wir einen hochklappbaren, hinteren Unterfahrschutz haben. Gegen Ende der Strecke kurz vor Caineville gibt es noch einmal sehr farbenprächtige Badlands.

Die Weiterfahrt auf der 24 führt uns durch den touristischen Teil des Capitol Reef Nationalpark, den wir schnell hinter uns bringen. Im Capitol Reef Nationalpark waren wir auch schon bei unserem letzten Langzeitaufenthalt, siehe auch den damaligen Bericht Capitol Reef

Wir müssen dringend unsere Vorräte ergänzen. Die Möglichkeit ergibt sich in dem recht gut sortierten General Store in Torrey. Allerdings gibt es in Torrey keinen Liquor Store, hierfür müssen wir einige Meilen weiter nach Bicknell fahren.

In Torrey beginnt der Scenic Byway 12, der zunächst einmal hoch in den Dixie National Forest führt. Die zahlreichen Laubbäume haben teilweise ihr Laub schon abgeworfen, einige zeigen aber noch schöne Verfärbungen. Wir übernachten unterhalb der Passhöhe mitten im Wald und erreichen am nächsten Tag Boulder. Hier beginnt das Grand Staircase Escalante National Monument. Im Anasazi State Park Visitor Center besorgen wir uns ein Permit für "dispersed Camping" entlang des Burr Trails und des Wolverine Loops.

Der Burr Trail führt durch sehr schöne Sandsteinformationen und den Long Canyon nach Osten und ermöglicht von hier aus ebenfalls einen Zugang in ein weniger bekanntes Gebiet des Capitol Reef Nationalparks über die Notom Road.

Wir hingegen biegen hier ab auf die Wolverine Loop Road. An unserem Übernachtungsplatz finden wir versteinertes Holz in unglaublichen Mengen und Größen - Sammeln ist leider nicht erlaubt (was man allerdings auch verstehen kann). Für weitere Fotos siehe unseren alten Bericht zum GSENM

Zurück auf dem Burr Trail stellen wir fest, dass unsere beiden Auspuffaufhängungen komplett gebrochen sind. Mit notdürftig hoch gebundenem Auspuff schaffen wir es bis Escalante, wo ein fähiger Mechaniker uns in einer kleinen Werkstatt die Aufhängungen schweißt und mit Knotenblechen verstärkt, so dass sie nunmehr hoffentlich den kommenden Strapazen gewachsen sind. Vielleicht sollten wir eine entsprechende Konstruktionszeichnung an MAN schicken, damit in Zukunft nicht so ein Mist verbaut wird.

Frohen Mutes geht es auf die Hole in the Rock Road, für die wir uns bereits in Boulder die Permits fürs Camping besorgt haben. Bis auf das üble Wellblech ist die Hole in the Rock Road bis zum Devils Garden in einem recht guten Zustand. Weiter fahren wir diesmal nicht, zu den Slot Canyons Peek-A-Boo und Spooky könnt ihr in unserem alten Bericht SlotCanyons nachlesen.

Statt dessen wandern wir zu zwei anderen Slot Canyons: Zebra und Tunnel Slot. Leider steht in beiden Canyons das Wasser als stinkende Brühe stellenweise hüfthoch, so dass wir nicht hineingehen. In der Nähe der Canyons findet man die sogenannten Moqui Marbles, ungewöhnlich schwere rundliche Steine. Auch deshalb hat sich die Wanderung durch die schöne Slickrock-Landschaft gelohnt.

Im BLM-Office in Cannonville besorgen wir die Permits für die Skutumpah und Cottonwood Road. Wir fahren zunächst ein Stück auf der Skutumpah Road und wandern in den schönen Willis Creek Slot Canyon.

Noch am gleichen Tag geht es weiter bis zum Grosvenor Arch - eine gute Entscheidung, denn am späten Nachmittag ist dieser besonders schön beleuchtet.

Da für die nächsten Tage Regen angesagt ist, fahren wir die Cottonwood Road zügig weiter nach Süden (zügiger als geplant), was auch problemlos möglich ist, da die Strecke erst vor kurzer Zeit neu geschoben wurde, nachdem sie für fast vier Wochen geschlossen war. Lediglich an den sogenannten Cottonwood Narrows unternehmen wir eine kurze Wanderung. Ansonsten legen wir nur kurze Fotostopps ein, wie z.B. am sogenannten Candyland und am Cockscomb Fault, denn unser Hauptziel gegen Ende der Cottonwood Road sind die Wahweap Hoodoos.

Die Wahweap Hoodoos erreicht man normalerweise über eine lange Wanderung von der Utah 89 aus. Von der Cottonwood Road kann man allerdings über eine stellenweise recht abenteuerliche Piste mit dem Auto viel näher heranfahren, was selbst teilweise bei offiziellen BLM-Stellen entweder nicht bekannt ist oder verschwiegen wird (?).

Über eine noch abenteuerlichere Piste fahren wir auch noch zu den sogenannten White Rocks. Der Abstieg in den Canyon ist uns hier aber am Ende des Tages zu mühselig, deshalb nur Fotos von oben.

Wir legen einen Ruhetag kurz vor Ende der Cottonwood Road an den Rimrocks ein.

Am nächsten Morgen fahren wir zur Paria Contact Station an der Utah 89, um uns u.a. nach dem Zustand der House Rock Valley Road zu erkundigen. Hier fängt es dann auch an zu regnen. Aber viel schlimmer ist, dass unser Anlasser plötzlich seine Arbeit einstellt. Es geht gar nichts mehr - anschleppen will bzw. kann uns keiner. Alle Bemühungen sind vergeblich. Nach vier Stunden trifft der Abschleppwagen aus Kanab ein; dieser versucht es zunächst mit Anschleppen - ohne Erfolg. (Im Nachhinein war das wohl auch gut so, denn sonst hätten sich unter Umständen die zerstörten Teile des Ritzelgetriebes im Schwungrad festgefressen und somit viel größeren Schaden verursacht.) So bleibt nichts anderes übrig, als den Großen Wagen auf einem Flatbed in eine Diesel-Repair-Werkstatt bei Kanab zu schaffen.

Wir verbringen eine Nacht auf dem Werkstatthof, der Anlasser wird ausgebaut. Hierbei fallen auch die vielen zerstörten Einzelteile des Ritzelgetriebes heraus. Ein neuer Anlasser kann nicht besorgt werden. Die findigen Amerikaner schaffen es aber, den Anlasser mit irgendwelchen gebrauchten Teilen wieder gangbar zu machen. Allerdings gibt er nach dem Einbau ekelhafte, metallisch klingende Geräusche von sich. Damit wollen wir nicht riskieren, weiter ins Backcountry zu fahren. Gottseidank haben wir liebe Freunde zu Hause, die uns einen neuen Anlasser besorgen und diesen mit UPS-Express nach Kanab schicken. Wir mieten uns für die Wartezeit auf einem privaten RV-Park ein, leihen uns einen PKW und unternehmen Ausflüge in die Umgebung. Darüber aber mehr im nächsten Bericht!

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