Südliches Arizona

6. Januar 2013

Von Texas kommend fahren wir an der mexikanischen Grenze entlang, übernachten in der Nähe der Grenze auf BLM-Land, nachdem wir einen Border Patrol-Officer gefragt haben, ob es hier sicher sei und erreichen bei den Chiricahua Mountains Arizona. Schon aus der Ferne sehen wir bedrohliche Wolken, es deutet sich ein Wetterumschwung an.

Wir versuchen, im Bereich des Chiricahua National Forest die Gebirgskette von Ost nach West zu überqueren, müssen aber leider weiter oben aufgeben, da Schneefall einsetzt und die Piste immer weicher wird. Schade - denn die Landschaft auch auf der Ostseite des Gebirgszuges ist sehr abwechslungsreich und interessant.

Auch ein Versuch weiter südlich scheitert, also heißt es, ca. 150 km Umweg fahren, um zum Chiricahua National Monument zu gelangen. Wir übernachten zwei Nächte auf dem Campground und unternehmen angesichts der Wolken, die auf weiteren Schnee hindeuten, nur einige kürzere Wanderungen im Schnee. Von anderen Reisenden erfahren wir, dass am Tag unserer Abreise so viel Schnee fällt, dass die Straße hinauf in das Felsenlabyrinth gesperrt wird.

Auf dem Campground bieten sich gute Möglichkeiten, Tiere, vor allem Vögel, zu beobachten. Besonders angetan haben es uns die frechen Graubrusthäher, die überhaupt keine Scheu zu kennen scheinen sowie die Eichelspechte.

Wer sich für unseren Bericht aus 2010 über dieses Gebiet interessiert, kommt über einen Klick dorthin.

Durch Zufall stoßen wir auf das kleine, aber sehr interessante Whitewater Draw Wildlife Refuge. Abertausende Kraniche überwintern hier - es ist schon sehr eindrucksvoll, wenn diese morgens mit lautem Getöse starten, um auf den umliegenden Feldern Futter zu suchen, und dann nachmittags mit gleichem Getöse zurückkehren. Es gibt auch eine Reihe von Enten (Pintails, Shovelers, Cinnamon Teals), die allerdings alle sehr scheu sind. Kein Wunder - darf doch selbst hier mit entsprechender Genehmigung gejagt werden!

Auf dem Parkplatz darf man übernachten, was uns die Gelegenheit gibt, den Flug der Kraniche ausgiebig zu beobachten. Unter dem Dach einer ehemaligen Scheune sitzen mehrere Eulen.

Weiter geht es nach Tombstone, der legendären Westernstadt - wer hat nicht schon von Wyatt Earp, Doc Holliday und dem Gunfight am O.K. Corral gehört!?! Ansonsten ist die ganze Sache aber sehr touristisch. Nach längerer Zeit treffen wir hier wieder einmal deutsche Touristen, die mit ihren Womos unterwegs sind: Rosemarie und Harald reisen wie wir für fast ein Jahr durch Nordamerika (die Beiden treffen wir in der Folgezeit mehrfach wieder), Klaus und Angela sind auf einer Weltreise unterwegs.

Da wir die Sehenswürdigkeiten rund um Tucson bei unserem letzten Besuch (click here) ausführlich besucht haben, beschränken wir uns diesmal auf einen kürzeren Aufenthalt im Saguaro Nationalpark. Die riesigen Säulenkakteen begeistern uns immer wieder. Interessant, dass diese Kakteen über 150 Jahre (teilweise sogar mehr) alt werden, im zarten Alter von 75 Jahren beginnen sie, die ersten Verzweigungen zu bilden. Einige dieser Giganten haben also das Licht der Welt zur Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges erblickt!

In diesem Nationalpark gibt es natürlich noch weitere interessante Pflanzen. Der Palo Verde beispielsweise hat meist keine Blätter, wenn überhaupt, dann winzig kleine. Im Stamm und in den Ästen ist soviel Chlorophyll eingelagert, dass der Strauch auch ohne Blätter ausreichend Photosynthese betreiben kann. Die sogenannten Fasskakteen sehen besonders zur Blütezeit toll aus - hier leider nur die Früchte. Im Nationalpark gibt es auch Felsmalereien, die man nach einer kurzen Wanderung erreicht.

Leider ist der Campground recht voll, dies auch deshalb, da einige der (schöneren) Loops geschlossen sind. Schade! Das nahegelegene Ironwood Forest National Monument unter BLM-Verwaltung bietet entgegen unserer Erwartung auch keine überzeugenden freien Stellplätze. Anders ist die Lage im südwestlich Phoenix an der Interstate 8 gelegenen Sonoran Desert National Monument. Es würde sich lohnen, dieses einmal näher zu erkunden. Wir bleiben aber nur eine Nacht, genießen nach langer Zeit mal wieder ein Lagerfeuer.

Nachdem wir in Yuma im Wal-Mart groß eingekauft haben fahren wir in das Kofa National Wildlife Refuge. Auch hier sind wir schon einmal gewesen. (Click here) Sowohl im Refuge als auch im angrenzenden BLM-Land finden sich zahlreiche wunderschöne Stellplätze in großartiger Landschaft. Die großen Saguaros sind auch hier allgegenwärtig. Selbst wenn sie abgestorben sind, bieten die Überreste durchaus ein interessantes Fotomotiv. Mit Glück sieht man auch schon einmal einen Eselshasen.

So langsam neigt sich das Jahr 2012 seinem Ende entgegen. Auch weiter südlich an der Castle Dome Road weiterhin Gelegenheit, die Berglandschaft zu genießen, Überreste alter Minen zu sehen.

Einen besonders schönen Anblick bieten hier im gesamten Gebiet aber die Teddybear-Chollas. Aber Vorsicht ist geboten. Man sollte ihnen nicht zu nah kommen. Die Stacheln (eigentlich Dornen) sind mit scheußlichen Widerhaken versehen, bohren sich bei Kontakt sofort schmerzhaft in die Haut ein und lassen sich nur sehr schwer wieder entfernen.

Im nördlich gelegenen Quartzsite gibt es gute Kommunikationsmöglichkeiten (Internet). Rund um Quartzsite, aber auch um Yuma gibt es zahlreiche sogenannte Long-term Visitor areas. Hier überwintern Tausende sogenannte Snowbirds. Darauf ist Quartzsite eingerichtet, vor allem natürlich die RV-Händler. Wir treffen Rosemarie und Harald wieder und verbringen einige schöne Abende mit den Beiden. Die Sonnenuntergänge, die wir eigentlich jeden Abend erleben, sind schon sehr eindrucksvoll.

Auf der Piste zum Queen Canyon treffen wir auf John und Tammy mit ihrem für US-Verhältnisse ungewöhnlichen Mitsubishi Fuso, etwa vergleichbar mit unseren europäischen Expeditionsmobilen. Das Schwesterfahrzeug, das vom gleichen Auf-/Ausbauer hergestellt wurde, haben wir vor drei Jahren im Anza Borrego Desert State Park gesehen. (So klein ist die Welt!!!) Beide Male die Gelegenheit zu einem interessanten Erfahrungsaustausch.

Letzte Station in Arizona ist das Imperial National Wildlife Refuge. Vögel sind zwar nicht viele zu sehen, zumindest aber sehen wir Kolibris, auch die wilden Esel bekommen wir nicht zu Gesicht, aber der Painted Desert Trail ist von der Landschaft her ganz schön.


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Zum Gebiet gibt es mittlerweile auch noch einen neueren Reisebericht:

Westwärts - durch New Mexico nach Arizona



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