Kalifornien - ein Abstecher zu den See-Elefanten

27. März 2013

Zurück von der Baja California machen wir zunächst erst einmal wieder Station im Anza Borrego Desert State Park (siehe auch unseren Bericht Südliches Kalifornien), um uns nach dem Stand der Blüte umzusehen. Eine spektakuläre Blüte wird nicht erwartet, aber das war schon vor unserer Abreise klar, da es insgesamt viel zu trocken und kühl gewesen ist. Jetzt ist es allerdings angenehm warm. Wir nutzen die Gelegenheit, die Piste durch den Fish Creek Wash zu den Wind Caves zu fahren. Hier sind wir auch 2009 schon einmal gewesen. Bei Interesse, wie es damals aussah, hier der Link zu unserem alten Reisebericht. In der Umgebung der Wind Caves gibt es ausgedehnte Badland-Landschaften.

Im Bereich der Split Mountains finden wir einen schönen Stellplatz. Und, auch wenn es keine spektakuläre Blüte gibt, es blüht einiges. Man muss nur teilweise genauer hinschauen. Außerdem gibt es zahlreiche Kakteen.

Wir beschließen, einen "kleinen" Abstecher an die Küste bei San Simeon zu machen. Zum einen ist die Küste hier wirklich schön, aber der Hauptgrund sind die See-Elefanten. Auch hier sind wir schon einmal gewesen (Link), damals waren allerdings nur Weibchen und Jungtiere da, die Bullen waren noch nicht eingetroffen. Jetzt Anfang März stehen die Chancen aber recht gut, zumindest noch einige der riesigen Männchen zu sehen. Auf der Strecke machen wir für die Nacht Station im Saddleback Butte State Park, wo gerade die Joshua Trees anfangen zu blühen.

Nicht weit entfernt das Antelope Valley Poppy Reserve - aber auch hier gilt: zu trocken und zu kalt. Also keine Poppies! Die Fahrt führt dann zunächst durch eine öde Agrarlandschaft, dann durch ausgedehnte Oelfelder, später durch blühende Obstplantagen, riesige Weinanbaugebiete. Das letzte Teilstück zur Küste ist dann schönes Küstengebirge. An der Küste erwartet uns ein Blütenmeer.

Freies Übernachten ist hier an der Küste nicht gestattet. So mieten wir uns im San Simeon State Park ein. Hier gibt es zwei Campgrounds: San Simeon Creek, relativ nah an der Straße, aber mit Strom: $35!, der zweite (Washburn) gefällt uns sehr viel besser, da er im Wald weiter entfernt von der Straße liegt. Hier gibt es nur "dry sites" ($20). Von hier aus ist die Elephant Seal Viewing Area in kurzer Zeit zu erreichen, was uns die Gelegenheit zu wiederholten, ausgiebigen Beobachtungen gibt. Am Strand liegen zahllose Jungtiere, die man aufgrund ihrer ununterbrochenen Schreie "Weaner" nennt, zahlreiche imposante Männchen sind auch noch da. Zwischen den See-Elefanten stolzieren unbeeindruckt von den Kolossen verschiedene Reiher und Möwen umher. Tote Tiere bieten den zahlreichen Geiern eine willkommene Mahlzeit.

Es gibt nur noch wenige Weibchen, diese kümmern sich in der ersten Zeit nach der Geburt intensiv um ihre Jungen, wenn diese dann genug Gewicht haben, haben sie selbst sehr viel Gewicht verloren. Dann verlassen sie die Jungen, die noch einige Wochen bleiben, sich selbst Futtersuche und alles, was man so zum Leben braucht, beibringen, bevor sie sich dann auch aufs Meer hinaus begeben. Aber wir haben Glück, können sogar noch Paarungen beobachten. Der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern ist beachtlich. Zahlreiche Jungbullen üben das Kämpfen, selbst die ganz Kleinen versuchen sich spielerisch an den Kampfritualen. Ein faszinierendes Erlebnis - wir bereuen die zusätzlich gefahrenen Kilometer nicht.

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Da wir nun schon einmal hier sind, fahren wir auch noch die Strecke nach Monterey. Die Küste ist wirklich sehenswert. Es blüht recht viel, so dass wir immer wieder zu Fotostopps anhalten. Und hier blühen anders als im Antelope Valley teilweise große Mengen von California Poppies.

Fürs Übernachten wählen wir den Big Sur State Park mit teilweise schön angelegten Stellplätzen. Aber der Preis ist Nepp. Eine normale "dry site" kostet $35, die sogenannten Riversites (von denen aus man den Fluss teilweise noch nicht einmal sieht) sogar $50! Und Duschen müssen noch extra gezahlt werden. Auf dem Platz bieten sich aber zumindest Gelegenheiten, Tiere vor die Linse zu kriegen.

Von hier aus fahren wir nach Monterey. An der Fisherman's Wharf Gelegenheit, Meeresfrüchte einzukaufen, außerdem sind zahlreiche Kalifornische Seelöwen unterwegs. Interessant, wenn auch recht touristisch die Old Fisherman's Wharf. Ein Bummel auf der berühmten Cannery Row ist natürlich ein Muss. Die Felsküste entlang des Oceandrive gefällt uns ebenfalls sehr gut.

Aber besonders beeindrucken uns die Schmetterlingsbäume mitten in der Stadt in der Monarch Grove Sanctuary. Hierher kommen tausende von Monarch-Faltern aus dem Norden, um den Winter zu verbringen. Leider ist es zu kühl, so dass wir das Schauspiel von so vielen fliegenden Tieren nicht zu sehen bekommen. Aber auch so ist der Anblick der in Trauben an den Ästen hängenden Tiere sehr eindrucksvoll.

Auf dem Weg zurück zum Anza Borrego Desert State Park fahren wir durch das relativ unbekannte Carrizo Plains National Monument. Leider fällt auch hier die Blüte aufgrund der Trockenheit nahezu aus, aber der (trockene) Soda Lake, das Grasland mit seinen umgebenden Bergketten gibt einen Eindruck davon, wie es hier einmal ausgesehen hat, bevor der weiße Mann und die Landwirtschaft kam. Im Gebiet gibt es zwei kleine (kostenlose) "primitive campgrounds", aber es gibt darüber hinaus ausgewiesene "open camping areas", die über mehr oder weniger schlechte Pisten zu erreichen sind. Genauere Informationen hierzu gibt es im Visitor Center. Wir entscheiden uns angesichts des Wochenendes für die letztere Variante.

Weiter geht es mit Durch die Wüsten Kaliforniens: Anza Borrego - Mojave Wüste


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