Alaska 1: Vom Wrangell NP bis zur Kenai Halbinsel

17. Juni 2013

Von Tok aus fahren wir den Tok Cutoff Richtung Wrangell-St. Elias National Park. Schon auf der Anfahrt hat man tolle Ausblicke auf die Wrangell Mountains.

Bald schon verlassen wir den Tok Cutoff und folgen der Nabesna Road in den National Park. Die ersten Meilen sind asphaltiert, der Rest ist "dirt road". Angesichts der frühen Jahreszeit gibt es noch zahlreiche "washouts", deshalb ist die 42 Meilen lange Strecke derzeit nur gut zur Hälfte zu befahren. Entlang der Straße gibt es zahlreiche "primitive campsites". An einer davon mit toller Aussicht auf die Wrangell Mountains legen wir krankheitsbedingt eine Zwangspause ein, Peter hat sich eine üble Infektion eingefangen. Besonders angetan sind wir von Mount Sanford, einem der höchsten Berge in Alaska.

In Glennallen biegen wir ab auf den Richardson Highway Richtung Valdez. Immer wieder ist neben der Straße die Alaska Pipeline zu sehen. Ein weiterer Abstecher in den Wrangell-St. Elias NP ist geplant. Der asphaltierte 34 Meilen lange Edgerton Highway bringt uns nach Chitina, hier überqueren wir den Copper River. Von dem schönen Flusstal ist leider nicht viel zu sehen, der heftige Wind wirbelt den feinen Gletscherstaub auf.

Von hier aus geht es auf der McCarthy Road, einer "gravel road", knapp 59 Meilen zum Ende in Kennicott. Die Piste ist in weiten Teilen in gutem Zustand, zum Ende hin häufen sich allerdings die Schlaglöcher. Unterwegs queren wir die Kuskulana Bridge, eine ehemalige Eisenbahnbrücke. Die Gilahine Trestle kann nicht mehr befahren werden, bietet aber trotzdem einen imposanten Anblick.

Am Kennicott River ist dann die Fahrt für uns zu Ende. Über eine Fußgängerbrücke geht es auf die andere Flussseite, von hier aus bringt ein Shuttleservice Besucher hinauf zur alten Minenstadt Kennicott.

Zurück auf dem Richardson Highway soll es nach Valdez gehen. Auf dem Weg schauen wir uns natürlich den Worthington Gletscher an, der Schnee ist uns allerdings noch viel zu hoch, um an den ansonsten auf einer kurzen Wanderung zu erreichenden Gletscher zu gelangen. Und - was wir auch sehen - von der Küste her zieht Nebel auf. Und so fahren wir dann bald auch durch eine Waschküche, von der großartigen Landschaft ist nichts mehr zu sehen.

Weiter unten wird es dann wieder ein wenig besser, man sieht zumindest die schönen Wasserfälle entlang der Strecke. In Valdez selbst ist das Wetter aber auch nicht überzeugend. Eigentlich haben wir darüber nachgedacht, von hier das Fährschiff nach Whittier zu nehmen, dieser Teil der Inside Passage soll wirklich sehr schön sein. Aber das hat bei dieser Wetterlage keinen Zweck, zumal die Aussichten für den Küstenbereich für die nächsten Tage auch nicht gut sind.

Zumindest nutzen wir die Gelegenheit, einen jungen Weißkopfseeadler aus nächster Nähe zu bewundern. Dann machen wir uns auf den Rückweg, lassen das fiese Wetter und die Wolken hinter uns und verbringen den Abend bei wieder herrlichem Wetter in der Nähe des Gletschers.

Ein kleiner Abstecher auf der Copper Loop Road bietet Sehenswertes: alte Gebäude, schöne Motorräder, interessante Friedhöfe, alternative Wohnmobile.

In Glennallen stoßen wir auf den Glenn Highway nach Anchorage. Bevor wir die landschaftlichen Highlights wirklich genießen können, müssen wir allerdings krankheitsbedingt (jetzt hat es Christine erwischt) wieder Zwangspausen einlegen. Wie gut, dass vernünftige Stellplätze kein Problem sind.

Landschaftliche Höhepunkte auf der Strecke sind der Matanuska Gletscher sowie der Matanuska River. Außerdem sehen wir zahlreiche Elche.

In Anchorage dann der nächste Schreck - unsere Starterbatterien wollen von einer Minute auf die andere nicht mehr. Es ist gar nicht so einfach, zwei als Ersatz zu finden. Der erste Händler hat überhaupt nichts Passendes, bei allen in Frage kommenden Modellen stimmt die Anordnung der Pole nicht. Der zweite hat annähernd passende mit der richtigen Polung, aber sie passen bedingt durch den Steg im Batteriekasten nicht. Alle sind sich einig, dass man die richtige Größe bestellen könnte, aber das würde sicherlich 7 - 10 Tage dauern. So lange hier auf einem RV-Park herumhängen, das wollen wir nicht. So wird halt der Batteriekasten mit brutalen Hammerschlägen davon überzeugt, auch andere Modelle zu akzeptieren.

Bei tollem Wetter fahren wir ein Stück des Seward Highway, biegen ab auf die Portage Glacier Road, wo wir einen ganz guten Stellplatz kennen. Am nächsten Morgen schauen wir uns natürlich den Portage Lake an - noch ganz schön viel Eis! So wandern wir auch nicht zum Byron Gletscher, sondern fahren erst einmal nach Seward. Trotz des Eises bewundern wir die ersten Blumen.

Bald ist Seward erreicht. Lange Wanderungen gehen noch nicht, aber wir bummeln durch den Hafen, bewundern die zahlreichen Murales, schauen uns den Exit Glacier an. Außerdem treffen wir Rosemarie und Harald wieder, mit denen wir eine schöne Zeit in Kalifornien und auf der Baja verbracht haben.

Ein Wochenende naht, Wochenenden sind an schönen Zielen immer ein Problem, da besonders bei schönem Wetter - und das haben wir erfreulicherweise seit längerer Zeit!!! - anscheinend alles in die Natur ausschwärmt. So machen wir uns über eine lange, üble Piste auf den Weg zu einem kleinen See. Trotzdem ist hier schon ganz schön Betrieb, aber wir finden noch ein nettes Plätzchen direkt am Seeufer. Wir bauen unser Boot auf, unternehmen kleinere Touren, fangen mehrere Saiblinge. Unser Boot ermöglicht es uns auch, nah an Eistaucher heranzukommen.

Aber leider - eine Riesenhorde etabliert sich in der Nähe, die Lautstärke bis tief in die Nacht hinein ist unerträglich. Auf unsere Bitte hin wird es zwar ein wenig leiser, aber an Schlaf ist nur bei geschlossenen Fenstern zu denken. Also brechen wir schweren Herzens unsere "Zelte" hier ab. Diesmal fahren wir anders als beim letzten Mal in 2009 bis ans Ende nach Homer. An der Strecke gute Ausblicke auf die Vulkane am gegenüberliegenden Ufer des Cook Inlet, außerdem eine sehenswerte russisch-orthodoxe Kirche in Ninilchik. Für unseren Geschmack ist allerdings an der ganzen Strecke viel zu viel los. Speziell Homer ist insgesamt sehr touristisch.

Auf dem Rückweg machen wir einen Schlenker über Kenai. Die schöne russisch-orthodoxe Kirche sowie die Kapelle zeugen davon, wie andernorts in Alaska auch, dass Alaska einst zu Russland gehörte.

Das Wochenende ist vorüber, so denken wir, dass der Skilak Lake Loop machbar sein müsste. Und in der Tat, direkt am See finden wir wieder ein hübsches Plätzchen, bauen das Boot auf, fahren bei schönstem Wetter etwas umher, sehen zahlreiche balzende Eistaucher (davon gelingt uns allerdings kein Foto). Entlang des Ufers zahlreiche blühende Pflanzen.

Aber es kommt, wie es kommen muss. In unmittelbarer Nähe zu uns lassen sich zwei junge Leute nieder, die Musik wird angeworfen. Wir mögen die Amerikaner, aber leider gibt es auch den "hässlichen Amerikaner". Und diese Beiden sind ein gutes Beispiel dafür. Auf unsere Bitte, die Musik doch etwas leiser zu machen, kriegen wir zu hören, dies sei ihr Land, sie können tun und lassen, was sie wollen. Und das tun sie dann auch! Der Alkohol fließt, Äste werden abgerissen, um ein Feuer anzuwerfen. Am späten Abend verschwinden die Beiden dann wieder (Gottseidank sind wir nicht mehr mit dem Wagen unterwegs), das Feuer lodert munter trotz "Fire danger high!" weiter. Schade - auf solche Schattenseiten im Paradies kann man eigentlich gut verzichten.

Auf der Rückfahrt entlang des Seward Highway dann ein ganz anderes Bild als vor einigen Tagen. Ein großer Teil des Schnees ist verschwunden, die Hänge sind mit Orchideen übersät. Erstaunlich, was einige wenige warme Tage ausmachen können.

Ein Abstecher führt uns noch nach Hope, das mit seinen alten Gebäuden durchaus sehenswert ist. Von hier aus hat man eine schöne Aussicht auf den Turnagain Fjord.

Noch einmal geht es zum Portage Glacier. Auch hier ein völlig anderes Bild. Vergleicht einmal die Aufnahme des Portage Lake hier mit der weiter oben! Zwischen den beiden Aufnahmen liegt genau eine Woche! Hier blühen mittlerweile viele Lupinen. Diesmal wandern wir auch zum Byron Gletscher. Aber ganz bis zum Ende gehen wir nicht - hier liegt trotzdem noch zu viel Schnee.

Bei anhaltendem, unerwartet gutem Wetter verlassen wir die Kenai-Halbinsel in der sicheren Erwartung, diesmal anders als 2009 den Mount McKinley endlich zu sehen!


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