100 Wagen westwärts 1 (Großer) Wagen ostwärts

Wyoming - Nebraska

14. August 2013

Nun sind wir also glücklich wieder in den Vereinigten Staaten angekommen. So langsam müssen wir uns auf den langen Rückweg an die Ostküste machen. Montana durchfahren wir mehr oder weniger nur, auch Wyoming ist anders als auf dem Hinweg (siehe Montana und Wyoming) eher Durchgangsstation. Trotzdem verbringen wir mehrere Tage in diesem Staat, schauen uns auch noch etwas Neues an.

Die Strecke, die wir für unsere Fahrt Richtung Yellowstone National Park gewählt haben, ist zunächst recht eintöniges Weideland, immerhin sehen wir (leider absolut fotoscheue) Dachse. Später verläuft sie durch National Forest Gebiet und wird deutlich interessanter. Es blühen viele Blumen, schöne Stellplätze sind kein Problem.

Vor dem Yellowstone Park gehen wir allerdings auf einen kleinen abseits gelegenen National Forest Campground - wir müssen dringend einen Reifen wechseln. Auf dem Pine Creek Campground ist nichts los, die Stellplätze sind großzügig und vor allem gerade - genau das Richtige für eine solche Aktion. Denken wir! Aber unsere Winde, die bisher immer reibungslos funktioniert hat, verweigert urplötzlich ihren Dienst. Also ist nicht daran zu denken, das Reserverad herunter zu bekommen. Die netten Campground-Hosts empfehlen uns einen Reifenservice, für den wir allerdings ein gutes Stück zurück fahren müssen. Etwas skeptisch, ob das etwas bringt, fahren wir so am nächsten Morgen nach Livingston zurück. Zuerst haben wir Probleme, die All Service Tire-Werkstatt zu finden. Aber einmal dort, ist die Angelegenheit dann ruck zuck erledigt. Mit einem Gabelstapler wird das Reserverad herunter gehievt, montiert und der völlig abgefahrene Reifen wieder hoch gewuchtet. Und über die zu berappenden 35 Dollar kann man auch nicht meckern! Auf jeden Fall können wir nun etwas beruhigter weiterfahren.

Beim in der Nähe liegenden Carwash schnell (na ja, es dauert schon eine ganze Weile und braucht viele Quarters) noch eine Säuberung des Großen Wagens vom Schlamm der Canada-Pisten. Direkt gegenüber ein Friseur - Walk ins welcome. Der weibliche Teil muss dringend mal wieder zum Friseur und kommt diesmal - anders als sonst meist - recht zufrieden zurück. Peggy kann wirklich schneiden!

Jetzt kommen wir natürlich erst später am Tag in den Yellowstone Park (den wir ohnehin nur durchfahren wollen, da wir schon mehrfach hier waren). Es herrscht ein unglaublicher Verkehr, auch außerhalb der Ortschaften bricht der Verkehr nahezu zusammen, wenn irgendjemand meint, in der Ferne ein winziges Pünktchen von Tier gesehen zu haben. Der arme Koyote am Straßenrand zieht eine lange Schlange von Fahrzeugen hinter sich her, er wirkt angesichts der Blechkarawane ziemlich irritiert.

Trotzdem - die Landschaft ist beeindruckend wie immer, auch hier blüht sehr viel und bei der Fahrt zum Nordostausgang des Parks sehen wir im Lamar Valley auch noch viele Bisons.

Zum Übernachten wählen wir eine uns schon bekannte Stelle am Beartooth Highway, verbringen zwei ruhige und ungestörte Tage hier.

Diesmal fahren wir allerdings den Beartooth Highway nicht weiter, sondern biegen ab auf den Chief Joseph Highway. Die Landschaft entlang der Strecke ist wirklich "scenic", viele Squirrels und Chipmunks sind zu sehen (leider nur ein Foto, der Rest ist Peters Einspruch zum Opfer gefallen, dabei gab es noch so schöne Chipmunks und Golden-mantled Squirrel!).

Besonders angetan haben es uns hier in diesem Gebiet die ausgedehnten Blumenwiesen. Die "Monument Plants" sind leider schon fast komplett verblüht, mit viel Mühe finden wir noch einige wenige offene Blüten - trotzdem wirken sie aufgrund ihrer Größe und vor allem aufgrund der Menge.

Hauptattraktion Codys ist das dort befindliche Buffalo Bill Center of the West. Dieses besteht aus insgesamt fünf verschiedenen Museen. Drei davon besuchen wir: das Buffalo Bill Museum, an dessen Eingang man von Buffalo Bill Cody höchstpersönlich begrüßt wird (geschickt gemacht!), das Firearm-Museum mit einer unvorstellbaren Menge an Pistolen, Gewehren sowie das Plains Indian Museum. Das letztere gefällt uns persönlich am besten.

Auf dem Weg Richtung Thermopolis machen wir einen Abstecher zu den Gooseberry Badlands. Auf eine Wanderung hier verzichten wir allerdings, da ein Gewitter zu nahen scheint. Aber schon der Blick vom Aussichtspunkt aus rechtfertigt den Umweg. Auf der Weiterfahrt finden wir einen ganz netten Übernachtungsplatz. Und heute Abend gibt es frische Reibekuchen!

Der Ort Thermopolis ist langweilig, die heißen Quellen schenken wir uns. Die Fahrt durch den Wind River Canyon nach Shoshone ist allerdings ganz schön.

Wir biegen ab auf einen "scenic backway". Der Loop ist im ersten Abschnitt der Baker Cabin Road asphaltiert (hier sieht es zu Anfang mal wieder aus wie im Wilden Westen), später ist es eine dirt road, die bei oder nach Regen sicherlich nicht mehr zu befahren ist. Aus diesem Grunde verzichten wir auch darauf, im Bereich der schönen Sandsteinformationen zu übernachten, da wieder einmal ein Gewitter heraufzieht.

Eine gute Alternative ist ein kleiner See nicht weit von der 20, an dessen Ufer man schön stehen kann. Die relative Nähe zu Ortschaften und der Straße hat aber auch Schattenseiten. Ein Truck mit Jugendlichen taucht auf, die Gewehre werden ausgeladen, das Toilettenhäuschen als Zielscheibe benutzt, später dann die zahlreichen Vögel am See, die aber Gottseidank einfach davonfliegen. Solch sinnlose Herumballerei haben wir schon öfter gesehen, wen wundert's angesichts der viel zu liberalen Waffengesetze hier im Land!?! Später sind wir aber wieder alleine und können den schönen Sonnenuntergang genießen.

Die Landschaft ist hier auf der Strecke recht eintönig, aber die mit Blumen übersäten Straßenränder lassen uns doch immer wieder anhalten. Bald ist Nebraska erreicht.

Die Landschaft wird zusehends interessanter. Im Bereich von Fort Robinson erwartet uns ein historisches Fort, man sieht u.a. die Stelle, an der Crazy Horse getötet wurde, außerdem eine schöne Hügellandschaft und fotogene Sandsteinformationen. Es gibt ein kleines Museum (Trailside Museum of Natural History), in dem u.a. ein Mammut-Skelett zu bewundern ist.

Aber es gibt durchaus noch mehr Sehenswertes in Nebraska. Ein Abstecher von 19 Meilen (one way - davon 15 Meilen "dirt road") ist zu fahren, um ein geologisch sehr interessantes Gebiet zu erreichen: Toadstool Geologic Park. Hierbei handelt es sich um sehr sehenswerte Badlands. Ein Loop Trail führt zu den schönsten Formationen.

Bei unserer zweiten Wanderung am späten Nachmittag zieht mal wieder ein Gewitter herauf, so dass wir schnell umkehren. Übernachten kann man hier auf einem kleinen, sehr gut angelegten und gepflegten, absolut preiswerten Campground.

Auf der Fahrt Richtung Iowa durchfahren wir eine Sandhills-Landschaft mit vielen schönen Blumen. Wir haben gehofft, einen freien Stellplatz zu finden, aber das klappt nicht. Auf dem kleinen National Forest Campground sind wir allerdings ganz alleine.

An der Ostgrenze Nebraskas ist schließlich der Missouri erreicht. Wir übernachten im Niobrara State Park, bevor wir dann bei Sioux City über den Fluss nach Iowa fahren.


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