100 Wagen westwärts 1 (Großer) Wagen ostwärts:

Iowa - Virginia

19. August 2013

Auf unserer Fahrt gen Osten haben wir mittlerweile Iowa erreicht. Auf der Strecke viel Verkehr, vor allem riesige Trucks sind in einem höllischen Tempo unterwegs. Wir sind in "Deutschland", der sogenannten German Triangle - wie man an vielen Ortsnamen sieht. Und nahezu jede Ortschaft hat einen Aldi! Insgesamt fällt auf, dass die Häuser und Ortschaften viel "schmucker" sind als im Wilden Westen - alles macht einen sehr gepflegten Eindruck.

Angesichts des Verkehrs entschließen wir uns, auf Nebenstrecken weiter zu fahren. Das Gebiet ist landwirtschaftlich stark genutzt - also keine Chancen auf schöne freie Stellplätze. Aber abseits der Hauptrouten findet man zumindest noch recht akzeptable Campgrounds, wie z.B. im Backbone State Park. Für eine ruhige Nacht nehmen wir gerne einmal einen Umweg in Kauf! Außerdem ist dann der "Kulturschock" nach einem Jahr nicht ganz so abrupt - immerhin können wir so unsere Abende weiterhin am Lagerfeuer verbringen, kriegen schöne Schmetterlinge zu sehen.

Wir überqueren den Mississippi, ein kleiner Schlenker bringt uns für kurze Zeit nach Wisconsin, bevor der Weg dann durch Illinois zum Lake Michigan führt. Wir haben uns entschlossen, Chicago anzuschauen. Vorher übernachten wir am Lake Michigan im Illinois Beach State Park.

Chicago selbst hat nach unseren Recherchen keine Campgrounds, selbst keine privaten RV-Parks. So fahren wir am nächsten Tag erst einmal mit dem Großen Wagen immer am Ufer des Lake Michigan entlang durch die Stadt - und sind von der Skyline absolut beeindruckt.

Im Indiana Dunes National Seashore (wie der Name sagt bereits in Indiana gelegen) finden wir einen recht guten Campground im Schutzgebiet. Seit einiger Zeit ist es sehr heiß und schwül. Auch nachts kühlt es nicht so richtig ab, da ist man froh, einen Schattenplatz zu haben. Weiterer Vorteil des Platzes - in fußläufiger Entfernung liegt eine Bahnstation der South Shore Line. Mit dieser fahren wir am nächsten Morgen für lächerliche $ 8.25 nach Chicago Downtown. Allerdings dauert die Zugfahrt eineinhalb Stunden.

Nun erkunden wir die Stadt per pedes und stellen fest: Chicago lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Aber das ist anscheinend Allgemeinwissen - die Stadt wimmelt von Menschen. Aus diesem Grunde entfällt leider der Weg hinauf zum Willis Tower (ehemals Sears Tower) und damit die Vogelperspektive auf die Skyline - aber zwei Stunden Wartezeit sind uns einfach zu lang.

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Am nächsten Morgen schauen wir uns noch die Feuchtgebiete im Bereich der Indiana Dunes an. Und weiter geht es nach Ohio. Die Landschaft wird interessanter. Hier finden wir sogar einen freien Stellplatz an einem Trailhead. Aber es ist Samstag, in einer nahezu parkplatzlosen Gegend kennen Einheimische natürlich solche Plätze auch, und für alle "verbotenen" Dinge sucht man diese dann auch auf. Also eine etwas unruhigere Nacht.

Das ist bei unserem freien Platz in einem State Forest am nächsten Abend Gottseidank anders. Wir stehen schön, ruhig - und können die zahllosen großen Schmetterlinge um uns herum bewundern.

In dichtem Nebel erreichen wir West Virginia, "genießen" mal wieder den Lärm der amerikanischen Eisenbahn, bewundern alte und neue Maschinen. Wir hoffen, im National Forest wieder einen freien Platz zu finden. Aber es gibt kaum Wege in den Wald hinein, an den wenigen, die es gibt, stehen Häuser oder eine Schranke verhindert das Hineinfahren. Also muss ein anderer Platz her. Auf einer Recreation Area bleiben wir an schönem Platz für kleines Geld (halber Preis, da America the Beautiful Pass gilt) für die Nacht. Zunächst sind wir alleine, bis dass ein Fifthwheeler mit Begleitfahrzeug auftaucht. Das Begleitfahrzeug stellt man in unmittelbarer Nähe unseres Platzes ab und lässt den Motor laufen. Nach ungefähr einer Stunde bitten wir darum, den Motor doch auszumachen (Lärm und Umweltbelastung). Daraufhin rastet der gar nicht mal so junge Typ aus, er sei auf "federal land", könne dort tun, was er wolle - dieses Verhalten kennen wir doch (siehe Alaska 1).

Wir schauen uns auch auf der Weiterfahrt immer noch einmal etwas an, wie z.B. die Blackwater Falls. Da es in der Nacht zuvor andauernd und heftig geregnet hat, führt der Wasserfall viel Wasser. Die Seneca Rocks sind in dieser Gegend markante Felsformationen. Wieder findet man Anzeichen von "Deutschland". Auch hier im Gebiet flattern überall große Schmetterlinge umher.

Obwohl auch die weitere Strecke durch National Forest führt - keine freien Stellplätze (siehe oben). Aber die kleine Brandywine Recreation Area liegt absolut ruhig und hat schöne Plätze. Und auch hier gilt unser Pass wieder, was niedrige Preise bedeutet! Außerdem flattern auch hier schöne Schmetterlinge umher.

Wir erreichen Virginia. Die Wetterlage ändert sich - es ist morgens erstmals wieder etwas kühler - sehr angenehm! So langsam müssen wir ans Packen und Verstauen von Boot, Fahrrädern usw. gehen, da wir für die Verschiffung die Fahrzeugmaße so gering wie möglich halten wollen. Das machen wir lieber dort, wo es ein wenig kühler ist. Deshalb fahren wir in den Shenandoah National Park (wo wir vor drei Jahren schon einmal waren, siehe LINK). Dort oben sind die Temperaturen immer deutlich angenehmer als weiter unten. Wir wählen den Loft Campground ein, man merkt deutlich, dass die Hochsaison vorüber ist, es ist relativ wenig los. Hier geht es dann ans Packen.

Neben dem Packen unternehmen wir auch mehrere Touren entlang des Skyline Drive. Am Wochenende füllt sich der Campground dann nahezu, die meisten Besucher verhalten sich recht ruhig, auf dem Platz neben uns haben sich leider ziemlich laute Prols niedergelassen. Unsere Beschwerde nützt zunächst einmal gar nichts, aber später sorgt dann ein Ranger für erträgliche Verhältnisse. Für uns aber die Bestätigung, dass man speziell an Wochenenden eigentlich nicht auf Campgrounds gehen kann. Unter Umständen ist dann sogar der Waltmart-Parkplatz vorzuziehen (?!?).

Bei weiterhin sehr angenehmen Temperaturen verstauen und packen wir nahezu fertig. Auf dem Campground bieten sich Möglichkeiten zur Tierbeobachtung: White-tailed Deer, Eastern Cottonwood Rabbit, Schmetterlinge und sogar Bären. Diese kommen hier auf den Campground und klettern in die Bäume, um sich an den zahllosen reifen Äpfeln gütlich zu tun.

In der letzten Nacht im Park regnet es dann heftig und anhaltend, auch den ganzen nächsten Tag hört es nicht auf. Wir fahren ein Stück weiter an Washington und Baltimore heran. Bei Quantico bleiben wir im Prince William Forest Park - ein Waldgebiet unter Nationalparkverwaltung. Er liegt sehr ruhig, hat schön angelegte Stellplätze - und da das Wochenende vorüber ist, sind wir absolut alleine hier.

Am nächsten Tag besuchen wir noch das in unmittelbarer Nähe gelegene National Museum of the Marine Corps. Das Museum ist sehr beeindruckend und gut gemacht, wenn auch sehr martialisch und teilweise auch nichts für schwache Nerven. Einige der Darstellungen sind doch ungewöhnlich realistisch, was Bild und auch den Sound anbetrifft. Bei uns würde man bestimmt sagen, das ist nichts für Kinder. Hier werden aber sogar ganze Schulklassen reihenweise durchgeschleust, mit Buntstiften und Zeichenblock bewaffnet. Die Amis ticken halt anders - Erziehung auf amerikanisch!


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