Vom Hohen Atlas in den Anti Atlas

25. Oktober 2014

Nachdem wir uns am Erg Chebbi von unseren Freunden getrennt haben, wollen wir noch einmal in den Hohen Atlas. Dazu fahren wir zunächst durch vereinzelte Oasen und eindrucksvolles Bergland Richtung Errachidia. In der Nähe des Ortes gibt es einen großen Stausee - ein überraschender Anblick in der ansonsten so kargen und vor allem trockenen Landschaft.


Dann ist die Gorges du Ziz erreicht. Diese Schlucht ist zwar nicht ganz so spektakulär wie Dades und Todra, dennoch gefällt uns die fruchtbare Landschaft mit den umgebenden schönen Bergen ausgesprochen gut. Die Lehmbauten sind besser erhalten als anderswo. Touristen begegnen wir hier quasi gar nicht. Die Menschen sind freundlich, zurückhaltend.

Wir durchfahren den sogenannten Legionärstunnel, bald ist die Ortschaft Rich erreicht. Am Markttag herrscht hier ein gewaltiges Getümmel. Hinter Rich nehmen wir eine Nebenstrecke durch die Berge, finden einen schönen freien Stellplatz, an dem wir völlig ungestört eine ruhige Nacht in fantastischer Umgebung verbringen. Einziger Wermutstropfen sind die zahlreichen, überaus lästigen Fliegen, von denen leider einige auch beißen. Die Folgen bemerken wir allerdings erst knapp zwei Tage später.


Über Amellago fahren wir durch die Rheris-Schlucht, auch diese Gegend gefällt uns gut. Auf unserer Weiterfahrt von Alnif nach Tazzarine finden wir wieder einen guten freien Stellplatz. Ein einsamer Akazienbaum spendet zumindest ein wenig Schatten, denn es ist trotz Höhe ganz schön heiß. Allerdings sollte man Vorsicht walten lassen, die Dornen sind so gewaltig, dass sie Schuhsohlen und auch Autoreifen durchdringen können. Vereinzelt sehen wir sogar blühende Winden.

Die weitere Strecke durch die Ausläufer des Draa-Tals fällt gegenüber der bisherigen Landschaft ein wenig ab. Viele Palmen weisen deutliche Spuren von Trockenheit bzw. Pilzbefall auf, die Lehmbauten sind großenteils verfallen.

Wir brauchen Internet, da wir unseren ersten Bericht fertigstellen und hochladen wollen. Also verbringen wir zwei Nächte auf dem Campground Kasbah de la Palmeraie in Agdz. Hier stehen wir ruhig, nahezu alleine und schön - zumindest bis ein Plastikbomber auftaucht und sich direkt ganz dicht neben uns aufbauen muss, obwohl der ganze Platz ansonsten leer ist. Was für eine Sch...-Mentalität!


Bevor wir uns nun in den Anti Atlas und danach weiter Richtung Süden begeben, muss noch einmal ein Großeinkauf her. Diesen tätigen wir in Agadir. Es ist nahezu unerträglich heiß - etwa 40 Grad! Die Sicht ist extrem schlecht, die ganze Gegend liegt unter einer Dunst-/Staubglocke. Aber zumindest können wir alle Einkäufe erledigen und einen schönen Truck bewundern. So eine Stoßstange wäre schon was, aber was würde unser TÜV dazu sagen?!?

Und so sind wir froh, als es über Ait Baha wieder hinauf in die Berge Richtung Tafraoute geht. Die Sicht wird besser, die Temperaturen sinken. Wir genießen unsere Fahrt durch diese Bergwelt. Der Anti Atlas ist trocken und felsig, man findet viel Granitgestein. Die Hänge sind überzogen mit schönen Euphorbien.

Hoch oben auf einem Felsen thront die Kasbah / der Agadir Tizourgane - ein imposanter Anblick. Immer wieder sehen wir kleine Ortschaften, die an den Felshängen zu kleben scheinen.

In der Umgebung des Ortes Tafraoute, dem zentralen Ort des Anti Atlas, gibt es Granitberge und unzählige riesige Felskuller. Charakterbaum ist der in Marokko häufig vorkommende, endemische Arganienbaum, aus dessen Früchten in einem aufwändigen Prozess ein wohlschmeckendes Oel gewonnen wird. Hier treffen wir Ingrid und Peter mit ihrem Truck Seppl wieder, die wir auf der Fährfahrt kennengelernt haben. Wir verbringen zwei schöne Tage miteinander auf einem einsamen freien Stellplatz.



Nach ihrer Abreise unternehmen wir Ausflüge in die nähere Umgebung. Auf guter, leicht sandiger Piste geht es zu den bemalten Felsen. Uns persönlich wäre es lieber, man hätte die schönen, erodierten Felsen in ihrem Originalzustand belassen, können es aber trotzdem nicht lassen, die bunten Dinger zu fotografieren.

Außerdem fahren wir nach Ait Mansour. Die gewaltige Schlucht ist grandios, auch die entsprechende Oase gefällt uns sehr gut.

In der etwas versteckt liegenden Auberge Ait Mansour - man findet sie direkt am Ortseingang, wenn man sich an dem netten Gemälde und einem aufgemalten Hinweis orientiert - genießen wir auf der Dachterrasse mit herrlichem Ausblick den besten Tee, den wir bisher in Marokko getrunken haben. Das Omelette berbère schmeckt ebenfalls gut. Abdou, der Inhaber und Koch, ist ausgesprochen nett und hilfsbereit, kennt sich sehr gut in der Gegend aus. Einen Besuch bei ihm können wir nur empfehlen.


Zurück in Tafraoute wählen wir einen anderen freien Stellplatz mit großartiger Aussicht. Von hier aus drehen wir am nächsten Tag eine kleine Runde durch das Ammelntal. Dieses ist ja ganz nett, aber in die Begeisterungsrufe der Reiseführer wollen wir eigentlich nicht einstimmen. Die anderen Landschaften hier haben uns deutlich besser gefallen.

Auf der Rückfahrt zu unserem freien Platz haben wir noch einmal Gelegenheit, schöne erodierte Formationen zu bewundern. Was für eine Gegend!!!


Nach etlichen Tagen in der fantastischen Landschaft müssen wir diese nun leider verlassen. Wir wollen uns mit Freunden an der Küste treffen, um gemeinsam einige Pisten in Angriff zu nehmen. Auf dem Weg hinunter nach Tiznit noch einmal schöne Berglandschaft; in einem kleinen Dorf ist Markt und entsprechend viel Gewusel. Über unsere Erlebnisse an der Küste dann später mehr!

Hier geht es weiter: An der Atlantikküste - Von Aglou Plage nach Tan Tan

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