Anti-Atlas - Granitfelsen, Oasen und Lehmdörfer

10. Dezember 2018

Vom Massa Nationalpark aus machen wir uns auf den Weg zum südlichsten Atlasgebirge. Der Anti-Atlas zeichnet sich aus durch eine teilweise grandiose Granitlandschaft. In den fruchtbaren Tälern finden sich Palmenoasen und viele, leider zerfallende Lehmdörfer.

Zunächst allerdings geht es auf der N1 nach Agadir, wo wir im gut sortierten Atacadao unsere Vorräte ergänzen. Der Atacadao ist eigentlich ein Großhandel, so ähnlich wie unsere Metro, aber man darf auch als Privatperson dort einkaufen. Und es gibt dort sogar Alkohol. Danach nehmen wir die R105 Richtung Tafraoute, wo wir uns 2014 auch längere Zeit aufgehalten haben. Wir durchfahren eine einsame Bergwelt. Unterwegs nutzen wir die Gelegenheit an einer Moschee Wasser aufzufüllen. Der gewaltige Agadir Tizrgane (Tizourgane), eine sogenannte Speicherburg, wo Vorräte gelagert werden, bietet einen imposanten Anblick.

 

 

Bald sind die bunten Felsen von Tafraoute erreicht. Gottseidank hat der "Künstler" nicht alle Felsen bemalt, und die rosa und blaue Farbe ist bei vielen Felsen schon wieder dabei abgewaschen zu werden. Wir wählen einen schönen Standplatz und verbringen mehrere ungestörte Tage hier in dieser sehenswerten Felslandschaft. Nachts kühlt es ab, aber tagsüber sind die Temperaturen sehr angenehm.

 

 

Es blüht recht viel, unzählige Schmetterlinge flattern umher. Bei der weißen Blume sind wir uns nicht sicher, ob es sich um die Saharalilie handelt, aber auf jeden Fall ist es eine Lilie mit sehr schöner Blüte. Wir haben Gelegenheit, verschiedene Vogelarten zu beobachten. Natürlich sehen wir auch den Charakterbaum des Anti-Atlas. Wir erkennen diesen Baum, wenn er keine Früchte trägt, immer an der typischen Rinde. Der endemische Arganbaum wird vielfältig genutzt. Die Ölgewinnung ist sehr aufwändig, und so ist das Öl entsprechend teuer. Uns schmeckt es allerdings nicht.

 

 

 

 

Immer wieder wandern wir zwischen den Felsbrocken umher, entdecken teilweise skurrile Gestalten. Noch einmal sind wir froh, dass nur einige Felsen der Bemalung zum Opfer gefallen sind.

 

 

 

Nach einigen Tagen machen wir uns auf, um eine Runde hier im Anti-Atlas zu drehen. Die P1919 nach Ifrane ist landschaftlich zunächst recht uninteressant. Erst ab Ifrane, wo wir einen kurzen Stopp beim alten Ksar einlegen, wird die Strecke wieder reizvoller. Bis Ait-Herbil folgen wir dann der R102 (auf unseren Karten nach wie vor hartnäckig als N12 ausgewiesen!). Hier biegen wir ab auf die R107. In der Michelin-Karte gibt es diese Straße gar nicht, in der Reise know how-Karte (beide aktuelle Ausgaben) entspricht der Verlauf der eingezeichneten Piste nicht der Realität. Schon ärgerlich, dass neueste Karten so viele Fehler beinhalten. Mittlerweile ist die Piste gar keine Piste mehr, sondern eine breite, durchgehend asphaltierte und sehr gut zu fahrende Straße. Unsere Fahrt führt durch eine schöne Berg-/Schluchtenlandschaft, immer wieder durchfahren wir Palmenoasen. Steile Serpentinen, durchaus vergleichbar mit denen in der Dades-Schlucht bringen uns dann hinauf auf eine Hochebene. Wir sind von der schönen Tour absolut beeindruckt und finden, dass die Schluchtenlandschaft durchaus vergleichbar ist mit Dades- und Todraschlucht, dazu aber völlig einsam. Auf der ganzen Fahrt sind uns gerade einmal zwei einheimische Fahrzeuge begegnet.

 

 

 

 

 

 

Noch einmal kehren wir zu den bunten Felsen zurück. Es ist noch grüner geworden, es blüht noch mehr, und so verleben wir weitere geruhsame und schöne Tage hier. Diademrotschwänze sind in den Zickzacksträuchern unterwegs. Auch zahlreiche andere Vögel sind unterwegs.

 

 

 

 

 

Einmal können wir sogar eine große Agame ausgiebig beobachten, bevor sie wieder in der Deckung des Zickzackstrauchs verschwindet. Der Name des Zickzackstrauchs erklärt sich übrigens von selbst, wenn man den Strauch einmal genauer anschaut. In einzelnen Sträuchern entdecken wir eine parasitische Pflanze, die hier ihren Lebensraum gefunden hat.

 

Auch wenn man es kaum glauben kann, wir sind in der Adventzeit. Dazu gehört natürlich ab und an ein leckeres Fondue. Bald verlassen wir die schöne Gegend hier. Auch wenn wir uns hier sehr wohlgefühlt haben - es gibt noch mehr zu sehen.

 

Die R106 nach Igherm ist anders als bei unserem letzten Besuch diesmal in einem ausgezeichneten Zustand, und so ist die Fahrt deutlich angenehmer. Am Straßenrand blüht recht viel. Eine parasitische Pflanze überwuchert ganze Sträucher. In den Steinen huschen Berberhörnchen umher.

 

 

 

 

Überall in den Ortschaften sehen wir Neubauten. Hier wird heftig an der Modernisierung gearbeitet. Aber es gibt auch noch viele Orte mit traditionellen Bauten.

 

 

 

Die Strecke Richtung Taliouine ist ganz OK, lediglich im Verlauf des Oueds sind nahezu alle Querungen weggespült - ein Zeichen der vorangegangenen heftigen Regenfälle. Die Einheimischen nutzen das vorhandene Wasser für die große Wäsche.

 

 

Im Bereich der alten Kasbah findet montags in Taliouine ein großer Souk statt. Hier sind keine Touristen unterwegs, alles ist sehr urtümlich, teilweise etwas chaotisch - absolut sehenswert.

 

 

 

 

 

 

 

Wir werden nun den Anti-Atlas verlassen, es stehen aber noch weitere Bergtouren an.

 

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