An der Mittelmeerküste im europäischen Teil der Türkei

17. Mai 2015

Nach einer ruhigen Nacht am Strand wollen wir uns ein einsameres Plätzchen suchen - und werden auch fündig. Über eine holprige, vor allem aber lehmige Piste geht es hinunter an einen wunderschönen Strand. Wir können uns gut vorstellen, dass das längere lehmige Stück abwärts bei Regen Probleme machen könnte, aber zunächst sieht das Wetter gut aus.

Unten erwartet uns eine Strandlandschaft mit kleinen Dünen, auf der anderen Seite ein Feuchtgebiet und ein salziger See - ein wunderschönes Fleckchen. Hier bleiben wir für einige Tage.

Auf der Fahrt hierher haben wir in den Ortsdurchfahrten beim Überfahren der so häufigen absolut biestigen Bodenwellen (wir fühlen uns an die Baja California mit den furchtbaren Topes erinnert) mehrfach ein lautes metallisches Geräusch gehört. Was kann das gewesen sein? Nachdem wir uns eingerichtet haben, kontrolliert Peter den MAN. Oh Schreck, die teilweise grottenschlechten Strecken auf der Anfahrt fordern ihren Preis. Bei der hinteren Stoßdämpferbefestigung hat es bis auf eine alle Schrauben weggerissen, der Dämpfer hängt sozusagen nur noch "am seidenen Faden". Das muss natürlich in Ordnung gebracht werden. Natürlich hat Peter die passenden Schrauben parat - bald heißt es "Wieder OK".

Wir sind in einem wahren Vogelparadies gelandet. Im Feuchtgebiet tummeln sich zahlreiche Rallenreiher, die hier hinreichend Nahrung finden. Teilweise sitzen bis zu acht dieser interessanten Vögel in relativer Nähe zu unserem Platz.


Eine große Schar an Gänsen bevölkert das Ufer des Salzsees. Nähern kann man sich ihnen nicht, sie sind überaus scheu und wenn auch nur eine kleine Bewegung in der Ferne zu bemerken ist, sind sie weg. Ein Blick durchs Fernglas verrät, dass es sich um Rostgänse handelt, aber zwischen ihnen befinden sich auch etliche Brandgänse. Einige wenige Rostgänse haben bereits Junge.


Darüber hinaus ist der See Quartier für Rosaflamingos und Brachseeschwalben. Uferschnepfen und zahlreiche andere Watvögel, die wir aber nicht vernünftig vor die Linse kriegen, waten im Uferbereich auf der Suche nach Nahrung umher. Seeschwalben, darunter auch Weißflügel-Seeschwalben kreisen über uns.


Am Einmündungsbereich ins Meer Steinwälzer, Regenpfeifer und als Highlight Rotflügel-Brachschwalben. Die haben wir noch nie gesehen - toll!


Direkt am Stellplatz tauchen immer wieder Haubenlerchen und Isabell-Steinschmätzer auf. Und was ist das - da bewegt sich doch was durchs Gras! So viele Landschildkröten haben wir auch noch nie gesehen - bisher waren wir immer froh, überhaupt eine zu Gesicht zu bekommen. Hier sind sie in großer Menge von ganz klein bis ganz groß unterwegs.


Wir können uns nur schweren Herzens von diesem Platz losreißen, wir genießen die Ruhe und die interessanten Naturbeobachtungen, abends regelmäßig schöne Sonnenuntergänge.


Aber die Wetterlage ändert sich, der Wetterbericht kündigt Regen an. Und dann geht es ganz schnell. Innerhalb weniger Minuten verdunkelt sich der Himmel, das sieht wirklich schwer nach Regen aus. Dann kommen wir unter Umständen den lehmigen Weg nicht mehr hoch. So fahren wir für die Nacht in die Eichenlandschaft oberhalb. Hier stehen wir auch ganz nett, vor allem tummeln sich hier oben zahlreiche Weißstörche.


Eine gute Entscheidung, es hat am Abend und in der Nacht heftig geregnet. Wir machen uns auf den Weg Richtung Gallipoli. Hier hat im Ersten Weltkrieg 1915 eine der blutigsten Schlachten stattgefunden. Heute ist das Gebiet als Nationalpark geschützt. Überall finden sich Denkmäler, Soldatenfriedhöfe. Die Landschaft ist sehr schön. Am südlichen Ende der Halbinsel ein altes Fort, von dem aus die Einfahrt in die Dardanellen überwacht wurde. Hier ist aber recht viel Betrieb, das hängt wohl mit dem 100jährigen zusammen.

Die Macchia steht in voller Blüte. Unter Kiefern sehen wir sogar Orchideen: Waldvögelein. Wir finden auch hier einen schönen Übernachtungsplatz und genießen den vorerst letzten Sonnenuntergang auf europäischem Boden. Morgen soll es rüber nach Asien gehen.

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