Grenzen/Lebensmittelkontrollen

Auf dem Weg von Feuerland nach Norden wird man zwangsläufig häufig die Grenze zwischen Argentinien und Chile überqueren müssen. Diese Grenzübertritte sind in der Regel ziemlich problemlos, wenn auch mit etwas Zeitaufwand und manchmal kleineren Unannehmlichkeiten verbunden. Dies gilt im Übrigen auch für die anderen Länder: Paraguay, Uruguay und Brasilien.

Der Ablauf bei der Ausreise und der Einreise ist im Prinzip immer derselbe. Zuerst erhält man am Schalter der Migración (PDI = Policía de Imigracíon) den Ausreisestempel in den Pass, dann geht es zur Aduana, wo das TIP (=Einfuhrpapier, das bei der Einreise erstellt wurde) abgegeben wird und das Fahrzeug ausgetragen wird. Im Einreiseland gibt es bei der Migracíon zunächst den Einreisestempel, bei der Aduana gilt es dann das TIP = temporary import paper für das Fahrzeug zu erhalten. Meist tippt der Beamte am Schalter die Daten in den Computer. Wir haben es aber auch erlebt, dass handschriftlich ausgefüllt wurde oder dass wir in den Computer eintippen mussten. Daran schließt sich dann - nicht immer - je nach Land eine mehr oder weniger gründliche Fahrzeugkontrolle an. Hierzu ist bei der Einreise nach Chile vorher zusätzlich ein Formular auszufüllen, bei dem man angibt, was man an Lebensmitteln usw. einführt. Hierzu ein Tipp: Alles mit "Ja" ankreuzen, denn wenn die Kontrolle unbedingt will, findet sie bestimmt etwas, das nicht zulässig ist. Und dann hat man ein Problem, wenn man es vorher verneint hat.

Oft erhält man an der ersten Station oder schon beim Polizeiposten vor der Grenze einen Laufzettel, der dann viermal abgestempelt sein muss, bevor man auf der anderen Seite den Grenzbereich verlassen kann. Die Grenzabfertigung kann im Idealfall im selben Gebäude erfolgen, dann liegen alle vier Schalter hintereinander. Manchmal liegen die Stationen aber so weit auseinander, beispielsweise mehr als 100km, so dass es ratsam ist, sich zu erkundigen, ob auf der anderen Seite auch geöffnet ist. Im Niemandsland dazwischen übernachten sollte man nur, wenn man dies der Polizei im Ausreiseland mitgeteilt hat. Nichtbefolgen kann eine Suchaktion und unliebsamen Besuch in der Nacht zur Folge haben, weil teilweise die Daten durchgegeben werden und man am anderen Posten erwartet wird. Hier einmal drei Beispiele. Bei der internationalen Grenze südlich von Rio Gallegos - am Grenzübertritt zwischen Chile (Feuerland) und Argentinien (Patagonien) sind argentinische und chilenische Stellen alle im gleichen Gebäude. Am Paso Agua Negra zwischen Argentinien und Chile in den Anden liegen die Posten weit mehr als 100 Kilometer voneinander entfernt, in Anbetracht der Straßenverhältnisse sowie der phantastischen Landschaft u.U. mehr als eine Tagesetappe. In Punta Pora an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien sind die vier Stationen über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Hin- und Herfahren ist angesagt. Den brasilianischen Ein- bzw. Ausreisestempel erhält man beispielsweise am Flughafen.

Nun noch ein paar allgemeine Tipps. Sorgt dafür, dass genügend freie Seiten im Pass für die unzähligen Stempel vorhanden sind. Und achtet darauf, dass auch wirklich gestempelt wird. Bei uns hat einmal so eine Tran-Susie das vergessen, ist uns aber Gott sei Dank aufgefallen. Wir wissen von Reisenden, die bei der Wiedereinreise nach Uruguay Probleme hatten, weil der entsprechende Ausreisestempel von einem früheren Aufenthalt fehlte. Uns ist das übrigens bei der Ausreise aus Uruguay am Grenzübergang Fray Bentos aufgrund des dort herrschenden Chaos auch passiert, dass wir keinen Stempel erhalten haben. Der Beamte bei der Wiedereinreise suchte dann herum, fragte, wo wir ausgereist seien - und damit war er dann zufrieden, da er die Verhältnisse dort anscheinend kennt.

Vielfach wird für das TIP Formular auch die Motornummer benötigt, und die steht nicht im Fahrzeugschein. Also aus den Fahrzeugunterlagen heraussuchen oder vom Motorblock ablesen und notieren. Das TIP-Formular fotografieren wir im Übrigen jeweils ab und drucken dann eine Kopie aus, die wir gegebenenfalls dem Zöllner als Vorlage zeigen. Das kann das Procedere beschleunigen.

Die Fahrzeugkontrolle ist speziell auf chilenischer Seite häufig gründlich. Wir lassen immer eine vergammelte Zitrone im Kühlschrank liegen oder "vergessen" eine Zwiebel bei den Lebensmitteln, so dass die Herren oder Damen - (diese meist gründlicher) - Zöllner etwas finden können. Oft rücken sie dann zufrieden ab. Unsere Alkoholvorräte haben übrigens nie interessiert. Ansonsten ist vor den Grenzen Restekochen angesagt, welches wir nicht nur sofort essen, sondern auch einfrieren oder in der Tupperdose im Kühlschrank auf Vorrat lagern. Ansonsten ist das mit den Lebensmittel-Kontrollen schon sehr ärgerlich, speziell da anschließend nach der Grenze häufig für längere Zeit gar keine oder keine vernünftige Einkaufsmöglichkeit existiert. Bei der Einreise nach Paraguay (Asunción), von Paraguay nach Brasilien (Punta Pora), von Paraguay nach Brasilien (Ciudad del Este - Iguazu) sowie zwischen Brasilien und Uruguay (Chui) gab es im Übrigen keine Fahrzeug-/Lebensmittelkontrolle. Die Argentinier haben teilweise auch nicht kontrolliert. Häufig wollte man zwar ins Fahrzeug, aber das eher aus Interesse am Fahrzeug als zu Kontrollzwecken.

Eine Besonderheit in Chile ist noch zu erwähnen. Im Norden zwischen den Regionen I und II gibt es eine Binnengrenze. Von Süd nach Nord fahrend mussten wir lediglich die Fahrzeugerlaubnis vorlegen, dann konnten wir passieren. Von Nord nach Süd ist das Verfahren nahezu ähnlich aufwändig wie an den echten Grenzen: Pässe, TIP vorlegen, uns blieb eine Fahrzeugkontrolle erspart. Aber wir haben gesehen, dass andere Fahrzeuge zu einem Röntgenwagen mussten, bei Buspassagieren wurde das gesamte Gepäck durchleuchtet.

Eine Spezialität in Argentinien sind die Kontrollen an den Binnengrenzen zwischen einigen Regionen oder auch einfach zwischendurch, die sogenannten "Control Zoofitosanitario". Beispielsweise wird an allen Provinzgrenzen von und zu Patagonien nach verbotenen Lebensmitteln gesucht, Citrusfrüchte, Kartoffeln usw. In der Gegend von Salta wurde besonders auf Weintrauben hin kontrolliert, um die Verbreitung irgendeiner Reblaus oder von Fruchtfliegen zu verhindern. Die Kontrollen sind nicht ganz so lästig und gründlich wie z.B. die an der chilenischen Staatsgrenze, trotzdem sollte man aber auf der Hut sein und gegebenenfalls geplante Einkäufe daran ausrichten. Die meisten dieser Kontrollposten sind im "iOverlander" verzeichnet und im Übrigen wie die Polizeiposten um die Mittagszeit nicht besetzt. Wir haben es auch erlebt, dass wir eine kleine Gebühr für eine (nicht erfolgte) Desinfektion zahlen mussten, aber ansonsten auch ohne Kontrolle durchfahren konnten.

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