Chile 5: Entlang der Küste in den äußersten Norden

(Copiapó bis Arica)

15. März 2018

Bald sind wir wieder in Copiapó, wo wir uns für die nächste Zeit mit Vorräten eindecken. Bei Caldera erreichen wir die Küste. Nicht weit entfernt finden wir im sogenannten Zoo Rock Garden einen guten Platz inmitten skurriler Felsformationen.

 

 

In der Nähe von Chañaral sind unzählige Truthahngeier zu beobachten. Der schöne Sandstrand war durch die Minen in der Umgebung verseucht, soll angeblich inzwischen saniert sein. Wir ziehen aber einen Platz ein gutes Stück entfernt an der Felsküste vor. Hier wollen wir das Wochenende "aussitzen", bevor wir uns auf den Weg in einen nahegelegenen Nationalpark machen. Im Wind und bei Sonnenschein trocknet unsere Wäsche flott. Der Sonnenuntergang am Abend ist sehenswert.

 

 

Nach dem Wochenende fahren wir dann in den Parque Nacional Pan de Azucar. Hier im Gebiet gibt es etliche endemische Kakteen, d.h. sie kommen nur hier vor. Die Landschaft ist ganz schön, haut uns aber nicht unbedingt um. Von allen bisher besuchten Nationalparks hat dieser nach unserer Meinung am wenigsten zu bieten. Die Kakteen sind aber wirklich toll, aber diese finden sich auch außerhalb des Parks.

 

 

Aber immerhin können wir bei den Fischern frischen Fisch erstehen - das Abendessen ist gesichert. Die Fischabfälle locken zahlreiche Interessenten an. In einem kleinen Fischrestaurant lassen wir uns ebenfalls leckeren Fisch munden.

 

 

Zum Übernachten fahren wir an schöne Plätze außerhalb des Parks. Auf Campingplatz haben wir absolut keine Lust, zumal immer noch Ferienbetrieb herrscht. Wir hingegen stehen oberhalb eines ausgedehnten und recht einsamen Sandstrands und genießen die Ruhe. Alleine deswegen hat sich der Abstecher schon gelohnt. Peter nimmt dringend notwendige Reparaturarbeiten an unserem Kotflügel vor, den die Wahnsinns-Rüttelstrecken, die wir fahren, so langsam zerlegen.

 

Nach einigen Tagen zieht es uns aber doch weiter. Im netten Ort Tal-Tal können wir einkaufen. Besonders beeindruckend finden wir die zahlreichen schön gestalteten Murales, die überall im Ort zu finden sind.

 

 

 

Natürlich erstehen wir wieder fangfrischen Fisch. Auch hier warten Pelikane, Möwen und Seelöwen auf die Abfälle. Dem Seelöwenbullen sieht man die zahlreichen Rang-/Revierkämpfe an.

 

 

 

Ein Stück außerhalb des Ortes bleiben wir für die Nacht. Die Kakteen wachsen reichlich und bis ans Meer heran. Abends dann natürlich frischer Fisch und aus den Resten des Filetierens kochen wir direkt noch eine schmackhafte Fischsuppe.

 

 

 

Immer weiter geht es nach Norden. Die Felsküste gefällt uns meist sehr gut. Viele Geier, Kakteen und Eidechsen, die direkt am Meer in den Felsen auf Nahrungsjagd unterwegs sind oder sich einfach nur auf den dunklen Lavafelsen ausruhen bzw. aufheizen. Wären nur nicht überall diese riesigen Abfallmengen! Es ist absolut erschreckend, wie sorglos die Chilenen mit ihrer Umwelt umgehen. Überall, wo Menschen hinkommen, liegt Müll herum. An etlichen eigentlich schönen Plätzen direkt am Meer haben wir wieder umgedreht, weil die Abfallberge einfach unerträglich waren - auch viel zu viel zum Aufsammeln!

 

 

 

Irgendwann verlässt die Straße auf dem Weg nach Antofagasta die Küste. Nun fahren wir wieder durch endlose und eintönige Wüste. Ab und an ein Schwertransport, der auf die Minentätigkeiten hier in der gesamten Umgebung hinweist. Wir machen einen Abstecher zur Mano del Desierto, in den 90er Jahren von einem Künstler mitten in der Wüste erschaffen.

 

Bei Antofagasta lassen wir natürlich eine der Hauptsehenswürdigkeiten nicht links liegen: Die sehenswerte Küste mit dem Felsbogen La Portada lohnt den kurzen Abstecher. Für die Nacht begeben wir uns aber noch ein Stück weiter Richtung Isla Santa Maria, wo wir eine ruhige Zeit mit Vogelbeobachtungen verbringen.

 

 

Auf der Weiterfahrt an Strandabschnitten sind immer wieder die Zeltstädte zu sehen, die es in großer Zahl gibt - leider mit den schon beschriebenen negativen Auswirkungen der Abfallmengen. Abseits der Strände finden sich aber genügend einsamere Plätze.

 

 

Häufig sehen wir nun auch Ruinen und alte Friedhöfe - Überbleibsel aus der Zeit der vielen Minen.

 

Am Rio Loa-Loa müssen wir dann eine Grenze überqueren - nein, wir verlassen Chile nicht, aber zwischen zwei Regionen hier oben im Norden gibt es tatsächlich eine Grenze mit Kontrollen. Wir fahren Richtung Norden und werden mehr oder weniger durch gewunken.

 

Es folgen weitere Ruinen und immer wieder Vogelfelsen. Manchmal entdecken wir sogar schöne Gezeitentümpel. Bunte Krebse huschen in riesigen Mengen umher, aber fast in noch größerer Anzahl sind die Eidechsen vorhanden. Diese sind mit den Lava-Eidechsen auf den Galapagos-Inseln verwandt und jagen hier in den Gezeitentümpeln nach Nahrung. Wir sehen sie sogar ins Salzwasser springen, um kleine Krebse zu erbeuten.

 

 

 

 

 

 

 

Auch an Sandstränden finden sich teilweise erstaunliche Mengen an Vögeln. Neben verschiedenen Möwenarten unzählige Seeschwalben, dazwischen auch immer wieder Skimmer.

 

Bevor wir Iquique erreichen übernachten wir noch einmal. Durch die Stadt fahren wir dann nur durch. Sie ist schön gelegen, aber für uns gibt es in Städten häufig das Parkproblem. Am Rand weit oben hausen die Menschen teilweise unter schlimmen Bedingungen.

 

 

Die weitere Fahrt geht nun nicht mehr an der Küste entlang, sondern erfolgt weiter im Landesinneren. Die beiden verlassenen Salpeterstädte Humberstone und Santa Laura schauen wir uns natürlich an. Diese hießen oficinas, und sie waren nahezu 100 Jahre in Betrieb. 1960 wurden sie stillgelegt. Heute sind sie Industriemuseen, die allerdings ein wenig vernachlässigt wirken. Wir können uns bei einem Rundgang gut vorstellen, wie die Menschen hier in Humberstone gelebt haben.

 

 

 

 

Es ist schon später Nachmittag, als wir Humberstone verlassen. Da wir am nächsten Morgen das nahegelegene Santa Laura besuchen wollen, bleiben wir der Einfachheit halber nach Nachfragen direkt auf dem Parkplatz. Dieser Übernachtungsplatz wird im Overlander auch hoch gelobt, die Begeisterung können wir nicht teilen. Die mehrspurige Straße ist durchaus zu hören, viel schlimmer finden wir aber das häufige Gekläffe der vielen Hunde, die der Wächter hält. Am nächsten Morgen geht es dann nach Santa Laura, das mit dem gleichen Ticket zu besuchen ist. Allein - der Wächter will uns nicht einlassen, da das Ticket vom Vortag ist. Erst unsere Nachfrage am Kassenhäuschen und ein Telefonat mit dem Chef macht dann den Besuch ohne erneuten Eintritt möglich. Es wäre auch schade gewesen, diesen Bereich nicht anzuschauen. Uns gefallen die Anlagen hier fast noch besser als in Humberstone.

 

 

Bevor es weiter nordwärts geht, machen wir noch den Abstecher zum Gigante del Atacama. An der Westseite des Cerro Unita genannten Hügels inmitten eintöniger Wüstenlandschaft gibt es die angeblich größte menschliche Geoglyphen-Figur, die bisher gefunden wurde. 86 Meter ist sie groß, entstanden ist sie ungefähr im 9. Jahrhundert durch Abschaben der obersten dunklen Schicht des Wüstenbodens, so dass darunter die hellere Schicht zum Vorschein kam. Hier haben wir auch noch das Glück, den Giganten, der einen König oder Gott darstellen soll, im Licht des Vollmonds bewundern zu können.

Die Wüstenlandschaft im weiteren Verlauf unterscheidet sich von der bisherigen. Es gibt sogar auch einmal Bäume.

 

Leider folgt danach wieder öde Wüste. Wir sind halt in der Atacama-Wüste, eine der trockensten der Welt. Aber auch hier Geoglyphen. Die von Tiliviche sind durch eine andere Technik entstanden. Die dunklen Figuren wurden durch Auslegen von dunklen Steinen auf dem hellen Untergrund erschaffen. Auch auf der weiteren Strecke immer wieder Geoglyphen.

 

 

Vor Arica zweigen wir ein letztes Mal von der Panamericana ab. Die Bucht von Caleta Vitor soll sehr schön sein. Durch eine landwirtschaftlich intensiv genutzte Schlucht fahren wir dorthin. Es ist eigentlich auch sehr schön dort, aber die Ferien enden erst an diesem Wochenende. Obwohl weit entfernt lässt uns die Party in einer Zeltstadt am anderen Ende der Bucht bis tief in die Nacht kein Auge zutun - das erste Mal Pech gehabt! Außerdem ist der Bereich hinter dem Strand regelrecht zugesch... - Tribut an die vielen Menschen, die hier ihre Ferien verbracht haben. So bleiben wir nur eine Nacht. Vor Arica noch ein Blick auf die großen Statuen, nun locken wieder die Berge und der Altiplano.

 

 

Weiter geht es mit Chile 6: Von Putre durch den Altiplano nach Süden

 

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