Chile 7: Rund um San Pedro de Atacama

31. März 2018

Wir erreichen die Grenze - nein, wir sind immer noch in Chile, aber zwischen den Regionen I und II im Norden gibt es tatsächlich innerhalb des Landes eine richtige Grenze. Wir müssen unsere Pässe sowie die Fahrzeug-Einfuhrbescheinigung vorlegen. Der Röntgenwagen bleibt uns erspart, auch eine Fahrzeugkontrolle findet eigentlich nicht statt. Die beiden Beamten sind mehr am Innenausbau des Großen Wagens interessiert.

Anschließend fahren wir über die 24 Richtung Chuquicamata. Unterwegs suchen wir uns in der Einöde einen Platz. Aber dort bleiben wir nicht. Am späten Nachmittag taucht ein Fahrzeug auf. Eine freundliche, englischsprechende Frau weist uns darauf hin, dass wir uns in einem geschützten Gebiet befinden. Außerdem habe es in der Gegend in der letzten Zeit verstärkt Schmuggelaktivitäten gegeben, es sei nicht sicher. Wir fahren mit zum Camp der Fundación Desierto de Atacama und übernachten dort. Am nächsten Morgen schauen wir uns die Geoglyphen an. Mehr als 500 Figuren (Menschendarstellungen, Tiere, geometrische Figuren) sind hier im Gebiet zwischen Calama und Maria Elena gefunden worden. Bei Interesse könnt Ihr auf der Webseite nachschauen.

 

 

Thank you Claudia, Martin and Andres for your friendliness, the hospitality, and all the information about the geoglifos.

We wish you good luck in your efforts protecting this interesting area.

Wir haben uns per Email (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) für den Besuch der größten offenen Kupfermine der Welt Chuquicamata angemeldet und einen Termin in drei Tagen erhalten. Für heute stehen wir auf der Warteliste und versuchen unser Glück. Es klappt, und nachdem wir unseren MAN auf dem umzäunten Gelände des Visitor Centers in Calama abgestellt haben geht es mit dem Bus zur Mine. Hier schauen wir uns zunächst Chuquicamata Ghosttown an. Früher haben hier mehr als 10.000 Arbeiter gewohnt, aber aufgrund der gesundheitlichen Gefahren durch Rauch, Staub und giftige Chemikalien wurden sie nach Calama umgesiedelt. Nicht umsonst zählen sie den bestbezahlten Arbeitern in ganz Chile.

 

 

Die Wahnsinns-Staubentwicklung sehen wir dann auch auf unserer Fahrt durch die Mine, die freigesetzten Chemikalien sehen wir natürlich nicht. Die Mine hat wirklich gigantische Ausmaße. Die riesigen Trucks sehen vom Aussichtspunkt aus betrachtet eher wie Spielzeug aus. Erst wenn sie nahe vorbeikommen werden die Dimensionen deutlich. Die Tour ist übrigens kostenlos, es wird allerdings um eine Spende für das Kinderhilfswerk von Chuquicamata gebeten.

 

 

 

 

Am Fluss Chiu Chiu übernachten wir mehrere Nächte in schöner Umgebung, sind aber wieder einmal geschockt von den Abfallmengen, die entlang der Zufahrt einfach abgekippt werden. Im kleinen, nicht weit entfernten Ort Chiu Chiu ist die Kirche ein beliebtes Fotomotiv.

 

 

Nun soll es aber wieder hoch hinausgehen. Wir fahren Richtung Tatio Geysire, die in etwa 4.300 m Höhe liegen. Wir lassen es langsam angehen, übernachten mehrmals und arbeiten uns allmählich in die Höhe empor. Schaut Euch die Chipstüte an - kurz vorm Platzen! Die Luft ist wirklich sehr dünn hier oben!

 

Die gewählte Strecke ins Tatio-Tal gefällt uns ausgesprochen gut. Als wir die Hauptroute von San Pedro aus erreichen, sind wir ein wenig erschrocken. Die Tatio Geysire sind das Ausflugsziel von San Pedro de Atacama aus. Schon morgens in aller Herrgottsfrühe fährt ein Tourbus nach dem anderen dorthin. Bei 50 haben wir zu zählen aufgehört. Hunderte von Touristen in Kombination mit einem happigen Eintrittsgeld - darauf haben wir keine Lust. Wir fahren eine Piste zu einem kleinen Geysirfeld direkt in der Nähe, das kostenlos ist und wo wir alleine unterwegs sind.

 

 

 

Auf der Fahrt nach San Pedro dann ein Feuchtgebiet mit der Kulisse gewaltiger Vulkane. Schaut man genau hin, so sieht man, dass einige der Vulkane rauchen - zahlreiche Vulkane sind noch aktiv. Hier haben wir Gelegenheit, verschiedene Vogelarten, Vicuñas und einen Fuchs zu beobachten, der plötzlich losprescht und eine Andengans erbeutet. Der relativ kleine Fuchs kann die große Gans kaum tragen, die Mahlzeit fällt heute üppig aus.

 

 

 

 

 

Ein weiterer Fotostopp an der kleinen Siedlung Machuca, die eine malerische Kirche aufweist. In der Nähe eine Lagune mit weiteren guten Beobachtungsmöglichkeiten.

 

 

 

Mit Blick auf den Vulkan Licancabur übernachten wir. Am nächsten Morgen tauchen dann auf der Weiterfahrt die ersten Hänge voll mit Kakteen, den Cardones, auf.

 

San Pedro de Atacama ist ein sehr touristischer Ort. Wie überall laufen viele streunende Hunde umher. Die Kirche ist absolut sehenswert. Sie wurde 1744 erbaut, die Dachkonstruktion ist aus Kaktusholz.

 

 

 

Von San Pedro de Atacama aus unternehmen wir verschiedene Ausflüge. Wir fahren die Ruta 23 durch schöne Landschaft Richtung Paso de Sico, überqueren dabei den südlichen Wendekreis des Steinbocks und besuchen die Lagunen Meñiques und Miscanti. Ganz nett - aber den Abstecher und das Eintrittsgeld hätten wir uns auch sparen können. Alles ist reglementiert, man kommt nicht wirklich an die Lagunen heran. Also auch keine Gelegenheit, die Vogelwelt näher zu betrachten.

 

Die Kirche von Socaire gehört mal wieder zu den fotogenen. Frauen sitzen am Glockenturm, stricken und verkaufen handgearbeitete Dinge.

 

 

Die Laguna Chaxa auf dem Salar de Atacama ist auch eins der häufig angefahrenen Ziele. Dementsprechend ziehen sich die Flamingos in nicht zugängliche Bereiche zurück und sind nicht so wirklich aus der Nähe zu beobachten. Aber die kleineren Vögel lassen sich nicht stören. Besonders faszinierend finden wir die hübschen Eidechsen, die im salzigen Wasser auf der Jagd nach Beute herumflitzen.

 

 

 

 

Pflichtprogramm für alle Besucher ist das Valle de la Luna. Wir fahren am frühen Morgen dorthin, zu der Zeit ist noch nicht so viel los. Mit Taschenlampen bewaffnet gehen und teilweise kriechen wir durch die Caverna de Sal. Mit dem MAN fahren wir bis ans Ende zu den bekannten Felsen Tres Marias. Zwei Tage verbringen wir dann in der Nähe unter einem Schattenbaum mit großartiger Aussicht.

 

 

 

 

Eins der Highlights für uns ist eine Tour zum Valle Arcoriris. Wenig bekannt und demzufolge auch nur wenig besucht. Wir fahren zunächst durch ein fruchtbares Tal, haben wieder die Gelegenheit, Lamas und Esel zu betrachten.

 

 

Dann erreichen wir unser Ziel - und staunen. Nicht umsonst nennt man es auch "Rainbow Valley" - wirklich fantastische Farben!

 

 

 

 

 

Unsere Zeit in Chile nähert sich dem Ende. Über den Paso de Jama wollen wir nach Argentinien fahren. Mittlerweile ist die Straße komplett asphaltiert. Wir starten in San Pedro de Atacama bei etwa 2.440 Metern. Die Straße steigt stetig und steil bergan, nach etwa 45 Kilometern ist der Altiplano bei etwa 4.000 m Höhe erreicht. Wir genießen letzte Ausblicke auf den fast 6.000 m hohen Vulkan Licancabur, fahren vorbei an salzverkrusteten Lagunen.

 

 

Bald ist der höchste Punkt der Strecke erreicht - neuer Rekord für uns und den MAN! Nun geht es wieder ein wenig bergab. Schon aus der Ferne sind die zerklüfteten Felswände der Farellones de Tara zu sehen. Im Reserva Nacional Los Flamencos stehen dann bis zu 30 m hohe Felsfinger einfach so in der Gegend - die Moai de Tara. Eine tolle Gegend - fürs Übernachten ist es uns mit immer noch fast 4.500 m aber zu hoch.

 

 

Weiter geht es vorbei an Lagunen, bis wir auf gut 4.200 m einen Platz an einem kleinen Salzsee finden. Ein Sonnenuntergang verabschiedet uns aus Chile. Gut geschlafen haben wir trotz Höhenanpassung nicht. Aber morgen werden wir die Grenze nach Argentinien passieren und wieder in etwas niedrigere Gebiete gelangen.

 

 

 

Weiter geht es mit Im Norden Argentiniens 

 

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