Erste Tage entlang der Ostfjorde
18. - 22. März 2026
Die Wartezeit an Bord der Norröna im Hafen von Seyðisfjörður haben wir dazu genutzt, die Wetterprognosen für die nächste Zeit genau zu studieren. Nach Stand der Dinge erscheint es uns sinnvoller, im Uhrzeigersinn zu fahren, also zunächst auf der Ostseite der Insel gen Süden. Davor heißt es aber erst einmal, die Steigungspassage über die Fjarðarheiði zu schaffen. Konnten wir vor Abreise mehrfach beobachten, dass diese Strecke geschlossen (weil unpassierbar) war, ist sie heute offen, allerdings als schwierig gekennzeichnet. Und so ist es auch, wir sind froh über unsere Spikes, ist es doch teilweise recht rutschig. Das Wetter bessert sich zusehends.


In Egilsstaðir geht es dann erst einmal zu den beiden Supermärkten. Hier sind wir erschrocken. Island war immer schon ein teures Reiseland, das wissen wir aus unseren früheren Reisen natürlich. Aber gegenüber unserem letzten Besuch 2022 scheinen uns die Preise regelrecht „explodiert“ zu sein. Hier nur einige wenige Beispiele: ein Brot liegt bei 7 Euro, ein Muffin oder Croissant bei 2,50 Euro, 2 Stückchen Fisch bei 20 Euro und so weiter und so fort. So fällt der Einkauf frischer Lebensmittel erst einmal etwas geringer aus, zumal das Angebot auch nicht überzeugend ist. Zumindest hier erhoffen wir uns mehr Auswahl anderswo. Dafür tanken wir aber zu recht guten €1,719/l. Leider ist das Endrohr des Auspuffs wieder einmal lose, diesmal im Gegensatz zu den letzten Malen in Skandinavien sogar runter gefallen und muss im Schneematsch neu befestigt werden.


Bald danach machen wir uns auf den Weg in südliche Richtung. Auch hier sind wir auf glatten Straßen unterwegs. Wir durchfahren eine traumhafte Landschaft, und das bei Superwetter!
Der Schnee in tieferen Lagen wird weniger. Sehr weit fahren wir heute nicht mehr. In Faskruðsfjörður bleiben wir auf dem kleinen Campingplatz. Dieser ist zwar noch geschlossen, aber das Gelände ist zugänglich. So verbringen wir die erste Nacht auf Island in schöner Umgebung. Die Befestigung des Auspuffs wird kontrolliert und erneut in Ordnung gebracht. Wir können uns nur schwer erklären, wieso das Endrohr immer wieder aus dem Topf rutscht, obwohl die Schelle fest angezogen ist.


Am nächsten Morgen dann leichter Regen. Wie schade! Das Wetter heute ist ein Mix aus Regen/Bewölkung/mal etwas Sonne, leider immer verbunden mit heftigem Wind! Immer wieder kreuzen Rentiere vor uns die Straße. Teilweise sehen wir große Herden entlang des Weges.
Wir biegen ab zu einem Wasserfall. Der Parkplatz in der totalen Einöde ist nun kostenpflichtig (7 Euro), wir drehen um und fahren zu einem kleinen Areal auf der anderen Seite, das ausdrücklich als „kostenfrei“ gekennzeichnet ist.
Später machen wir Mittagspause auf einem Rastplatz, wo uns der wieder einsetzende Regen bei gleichzeitigem Sonnenschein einen schönen Regenbogen beschert.

Das Kunstwerk Eggin i Gleðivik in Djupivogur besteht aus 34 großen Eiern, die jeweils für einen lokalen Vogel stehen. Schnell noch ein Blick auf den Ort, zum Herumlaufen ist es viel zu stürmisch, also geht es weiter. Allerdings nicht sehr weit, denn die 1 ist wegen des Sturms für die Weiterfahrt gesperrt. Was tun? Wir warten erst einmal ab, irgendwann sehen wir wieder Autos fahren. Schnell die Straßenbedingungen gecheckt – richtig, die 1 ist wieder für den Verkehr freigegeben. Also fahren wir weiter. Die Böen sind teilweise extrem, irgendwann macht das Weiterfahren keinen Sinn mehr. Wir werden diesen Sturm erst einmal aussitzen.
Nach einer schrecklichen Nacht mit wenig Schlaf – der MAN und wir wurden bei Windgeschwindigkeiten von 110 – 120 km/h heftig durchgeschüttelt, der Lärm war regelrecht ohrenbetäubend – starten wir am frühen Morgen. Gottseidank hat der Wind zumindest ein wenig nachgelassen. Aber um groß etwas zu unternehmen ist er immer noch viel zu heftig! Ansonsten ist das Wetter ganz OK, ein Wechsel zwischen klar/Sonne/Wolken/zwischendurch auch einmal recht duster. Die Landschaft ist toll.


Eine holprige Piste bringt uns zum Ausgangspunkt einer kurzen Wanderung zum Wasserfall Skutafoss. Aber wir sind froh, als wir wieder zurück beim MAN sind und so aus dem Wind kommen.
Wir fahren nach Höfn. Eine Infotafel an der 1 zeigt die Temperaturen und die Windgeschwindigkeiten (auf dem Foto leider nicht zu erkennen). 32 m/s, später sogar 36 sind schon heftig! In Höfn gibt es einen Netto-Supermarkt. Das Preisniveau ist wie erwartet leider genauso hoch wie in Egilsstaðir, aber das Angebot deutlich besser. Außerdem schauen wir uns im Ort ein wenig um, leider ohne längere Spaziergänge, da es dafür viel zu viel Wind hat. Wind sind wir ja durch unseren neuen Heimatwohnsitz durchaus gewohnt, aber das hier ist schon extrem.
Schnee liegt nur noch auf den Bergen, die Singschwäne sind dabei, ihre Reviere zu besetzen. Wir biegen ab auf eine Schlagloch- und Wellblechpiste, die zwar etwas weich, aber gut machbar ist, um zum Flaajökull-Gletscher zu gelangen. Das Wetter ist eigentlich fantastisch, wenn denn nur der Wind nicht wäre. Dieser nimmt immer weiter zu, für unsere Wanderung müssen wir wohl auf morgen warten.
Und das Warten beschert uns dann abends ein schönes Nordlicht.
Am nächsten Morgen gutes Wetter, wenn auch weiterhin windig. Aber eine kürzere Wanderung auf dem Glacier Trail ist drin.
Später fängt es dann zunächst an zu schneien, fahren können wir nicht, da Teile der Ringstraße wieder gesperrt sind. In der Nacht nimmt der Wind erneut so stark zu, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Mehrmals stellen wir den MAN um, drehen ihn in den Wind, der leider des öfteren die Richtung wechselt. Das nervt ganz gewaltig. Morgens fahren wir im Sturm ein Stück weiter bis zu einer Stelle, wo der Wind etwas weniger tobt. Hier warten wir einige Stunden ab, zumal auch die Straßenverhältnisse sehr schlecht sein sollen.



Das kleine Video verdeutlicht ein wenig die Gewalt des Sturms. Es wackelt nicht die Kamera, sondern der ganze MAN. Der Lärm ist gewaltig.
Auch zu diesem Gebiet gibt es einen Reisebericht aus 2022.
Weiter geht es mit Südisland im Schnelldurchgang










