Auf dem Inlandsvägen durch Schwedisch-Lappland
26. Februar – 05. März 2026
War schon die Fahrt durchs Junkerdal von trübem Wetter beeinträchtigt geht es dann nach Grenzüberfahrt nach Schweden erst so richtig los. Es wird zusehends nebliger, die Feuchtigkeit gefriert sofort auf dem Fahrzeug, leider auch auf den Scheiben. Selbst unser unverdünntes Scheibenfrostschutzmittel löst das Problem immer nur kurzfristig. Schlechte Sicht und damit noch vorsichtigeres Fahren ist angesagt. Gottseidank ist weiterhin wenig Verkehr, aber es ist natürlich schade für die wie wir wissen schöne Landschaft. Bald ist der Polarkreis erreicht. Die wenigen Fahrzeuge, denen wir begegnen, sind häufig solche mit deutschen Kennzeichen, in der Regel in Kolonne unterwegs. Es handelt sich um Testfahrzeuge der unterschiedlichsten bekannten Automarken, die hier im Bereich Wintertests im großen Stil durchführen.


Bald ist Arjeplog erreicht. Gelegenheit, in der Apotheke unsere Medikamentenvorräte aufzustocken, ist doch die Gesundheit immer noch nicht wieder so richtig hergestellt. Auch hier im Ort viele deutsche Begegnungen. Den Mercedes vor der Apotheke haben wir unterwegs bereits mit einer Testkolonne gesehen. Der Fahrer eines anderen Begleitfahrzeugs berichtet uns, dass es dieses Jahr gut 10 Grad kälter sei als sonst und dass sehr viel mehr Schnee gefallen ist. Das deckt sich mit unseren Beobachtungen. Ein kurzer Gang zur Kirche, das Silbermuseum haben wir früher schon besucht, lassen wir also aus.



Eigentlich wollen wir frei übernachten, aber angesichts der Schneemengen keine Chance. Auch der ausgeguckte Rastplatz am Skellefteälv ist nicht richtig zugänglich. Direkt an der Straße könnte man stehen, aber so viele Fahrzeuge wie hier in einer Viertelstunde haben wir heute den ganzen Tag über nicht gesehen. Das ist uns viel zu unruhig. So bleibt uns nur ein kurzer Blick auf den schön anzusehenden Fluss, danach geht es auf einen nahegelegenen Campingplatz, der auch im Winter geöffnet ist. Hier sind nur wenige Plätze geräumt, aber es ist auch kaum Betrieb. Wir checken online ein und verbringen eine ruhige Nacht.

Leider ist es auch am nächsten Tag trüb, die Temperaturen liegen bei minus 7 Grad. Weiter geht es durch die tiefverschneite Landschaft. Die Plätze, die wir hier an der Strecke von früheren Reisen her kennen, sind alle nicht zugänglich.
So beschließen wir, zum Camping Storuman zu fahren, der sehr gute Bewertungen hat. Eine gute Entscheidung! Wir werden überaus freundlich empfangen. Etwa 20-30 Plätze sind geräumt, einige wenige Wohnmobile verteilen sich. Wir haben das Glück, ganz alleine nahe des Sees zu stehen, da hier im Bereich nur ein einziger Platz geräumt ist. Das Servicehaus ist top, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Hier auf dem Platz können auch Schneemobiltouren gebucht werden, diese sind natürlich für das Wochenende ausgebucht. Aber am Abend erhalten wir dann einen Anruf, dass wir am Montag Vormittag eine solche Tour machen könnten. Wir überlegen kurz, dann sagen wir zu. Müssen wir halt auf der Weiterfahrt den Tag wieder rausholen.


Der nette Ort ist fußläufig zu erreichen, so unternehmen wir einen Spazier- und Einkaufsgang dorthin.
Am nächsten Tag dann morgens wieder minus 7 Grad, tagsüber gehen die Temperaturen gar in den Plusbereich. Das ist ja fast tropisch! Der MAN taut so langsam wieder auf. Abends ein schöner Sonnenuntergang.





Nach einem erneuten Einkaufsgang bei besserem Wetter unternehmen wir eine erste Schneeschuhwanderung um den kleinen See am Campingplatz, wenn auch nur eine kürzere. Aber die Kräfte müssen erst langsam wieder zurückkehren.




Nachmittags dann ein längerer Spaziergang zur Brücke über den Umeälv. Wirklich eine schöne Gegend hier! Ein Saunagang rundet den Tag ab.
Am nächsten Morgen dann wieder minus 12 Grad. Leider dichter Nebel. Es dauert recht lange, bis dieser sich auflöst, aber ab Mittag haben wir dann wieder klares Wetter, so dass einem Spaziergang nichts im Wege steht. Außerdem probieren wir die typischen skandinavischen Tretschlitten (Spark) aus. Macht Spaß, aber ist tatsächlich anstrengender als vermutet.


Der Montagmorgen beschert uns dann herrliches Wetter. Zwar knackig kalt mit minus 15 Grad, aber absolut klar. Heute soll nun unsere Schneemobiltour stattfinden. Wir ziehen uns warm an, werden dann an der Rezeption noch mit superwarmen Overalls und anderen Ausstattungen ausgerüstet. Die Helme sind beheizt, damit sie nicht beschlagen und man auch bei geschlossenem Visier etwas sieht. Auch die Handgriffe der Scooter sind beheizt.


Wir haben absolutes Glück, außer uns nimmt niemand sonst teil. Peter fährt mit dem eigenen Mobil, ich fahre beim Inhaber und Guide als Beifahrerin mit. Nach einigen Übungsrunden geht es hinaus in die Landschaft. Gut zwei Stunden sind wir unterwegs in einer fantastischen Winterwunderwelt. Einfach nur toll! Ein Highlight der Reise, das uns mit den zahlreichen Malästen etwas versöhnt. Wir sind froh, dass wir die Tour unternehmen konnten und dass wir sie genau hier durchgeführt haben. Eine klare Empfehlung unsererseits – wenn Ihr in der Gegend unterwegs seid. Die Fotos und das Video hat uns Janne Ruonala vom Camping Storuman freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Noch einmal vielen Dank an Tina und Janne für das fantastische Erlebnis und die herausragende Freundlichkeit!



Anschließend verlassen wir Storuman, ein wenig Strecke müssen wir heute noch machen. Da es dabei ist wärmer zu werden, sind die Straßen ein wenig glatt, aber insgesamt kein Problem. Wieder sind wir froh über unsere Spikes.

In Vilhelmina schauen wir uns schöne Häuser und die sogenannte Kyrkstad mit etwa 20 Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert an. Natürlich gehen wir auch in die kleine Eiskapelle, eine vergängliche Attraktion, genau wie die Eisblöcke direkt bei der Kapelle. Diese dienen einem skurrilen Wettbewerb. Mutige Wettbewerber lassen sich auf diesen Blöcken nieder und trotzen den eisigen Temperaturen. Alle paar Stunden gibt es eine kurze Pause. Mindestens 48 Stunden müssen sie durchhalten, in diesem Jahr waren es angeblich sogar 66, um zu gewinnen.







Später finden wir einen geräumten Forstweg, der zu einer größeren geräumten Fläche führt. Ein perfekter Übernachtungsplatz, wobei es leider wieder kein Nordlicht zu sehen gibt.


Es wird immer wärmer. Morgens ist es „nur“ noch um den Gefrierpunkt. In Strömsund schauen wir uns das nette Heimatmuseum (Hembygdsgard) an, wo es außerdem den Jätten Jorm, eine etwa 6 m hohe Statue, zu sehen gibt. Die Figur stammt aus dem schwedischen Film Dunderklumpen. Auch hier sehen wir wieder Spuren eines Wettbewerbs. Für uns sieht es so aus, als würden hier Schulklassen größere Gebilde aus Schnee konstruieren.
So langsam werden die Straßen freier, es regnet sogar kurz einmal. Auch heute finden wir wieder einen guten Platz an einem zugefrorenen Fluss. Viele Tierspuren entdecken wir im Schnee, sehen allerdings nur ein paar Rehe in der Ferne.
Auf der Weiterfahrt nutzen wir eine Wasserfüllstation zum Befüllen unseres Wassertanks. Auch unser Dieseltank soll Nachschub erhalten. Seltsam, bei zwei Tanken klappt das nicht – kein Sprit. Bei der dritten geht es dann. Auch hier in Schweden sind die Preise „explodiert“, wir zahlen gut 30 ct/l mehr als beim letzten Mal. Eigentlich wollen wir eine Nebenstrecke fahren, erhoffen wir uns dort doch noch mehr Schnee, vor allem aber weniger Verkehr, denn der hat jetzt zuletzt etwas zugelegt. So biegen wir hinter Asarna ab und fahren Richtung Hede. Aber unser Erwarten stellt sich als Irrtum heraus. Hier ist deutlich mehr Verkehr als auf der Hauptstraße, wir denken, dass es Skitouristen sind. So fahren wir nur bis Klovsjö, wo wir uns die schöne Kirche anschauen. Danach geht es zurück zum Inlandsvägen.




Es gibt nun mehr Möglichkeiten, auch kleinere (teilweise geräumte) Wege zu fahren, so dass wir wieder einen ruhigen Platz finden. Aber hier dann der Schreckmoment. Unsere Heckgarage steht sozusagen unter Wasser. Der Einfüllstutzen für das Frischwasser hat sich gelöst und ist abgerutscht. So ist ein Teil des Füllwassers leider nicht im Tank, sondern im Staufach gelandet. Das bedeutet mehrere Stunden Arbeit zum Trockenlegen – und das bei kühlen Temperaturen, die sich bedingt durch den ekelhaften Wind noch einmal deutlich kälter anfühlen. Ach ja, das auf der Leine sind natürlich nicht unsere Handtücher, sondern die vom Trockenlegen. Im starken Wind trocknen sie zumindest ein wenig an, der Rest erfolgt dann später im MAN auf quer gespannten Leinen.


Peter hat das abgerutschte Teil wieder verklebt, und so können wir am nächsten Morgen in Ytterhogdal erneut Wasser füllen, natürlich nicht ohne akribische Kontrolle während des Vorgangs, ob auch wirklich alles dicht ist. Im kleinen Ort Älvros bewundern wir die Neue und die Alte Kirche. Leider sind die eigentlichen Kirchen verschlossen. Es ist spiegelglatt auf den Wegen, so dass wir uns nur mit äußerster Vorsicht bewegen können; es zieht einem regelrecht die Füße weg.



Dies gilt auch für die Umrundung des Bären von Sveg. Es heißt, die 13 Meter hohe Bärenskulptur sei die höchste der Welt. Und weiter geht es auf dem Inlandsvägen in südliche Richtung.
Weiter geht es mit Südwärts nach Göteborg und rüber nach Dänemark









