Südwärts nach Göteborg und rüber nach Dänemark

05. - 14. März 2026

 

Wir folgen dem Inlandsvägen auf mehr oder weniger freien Straßen in südliche Richtung. Ein Abstecher bringt uns noch einmal in den Schnee. Wir fahren in den Hamra Nationalpark.

Hier im Park ist man im Eingangsbereich noch heftig mit der Beseitigung der Schäden durch „Sturm Johannes“ beschäftigt. Auf dem kleinen Parkplatz bleiben wir für heute. Das Übernachten ist erlaubt. Es ist zwar nur wenig Platz, aber wir sind ganz alleine hier und sehen auch während unseres Aufenthalts kein weiteres Fahrzeug oder Menschen. Wir unternehmen eine Wanderung. Wenn Euch das Gebiet näher interessiert, so schaut in unseren Bericht aus 2022.

Auf der Weiterfahrt können wir überall beobachten, dass der Winter so langsam anfängt zu weichen. Seen und Flüsse sind dabei aufzutauen.

Im kleinen Ort Orsa spazieren wir durch das nette Heimatmuseum, das zeigen soll, wie ein Bauernhof früher ausgesehen haben könnte. Bis auf das Hauptgebäude, die sogenannte Gammelstugan, die Anfang des 20. Jahrhunderts neu auf dem Gelände errichtet wurde, handelt es sich bei den übrigen Gebäuden um solche aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert, die hierher umgesetzt wurden. Das kleine Hundeschild ist aber neueren Datums.

Die Stadt Mora liegt im Dalarna län und ist das Zentrum der Region. Wir stellen den MAN am Ufer des Siljan-Sees ab und schauen uns ein wenig um. Die historische Dampflok stammt aus dem Jahr 1916. Die Dalapferde gibt es schon lange, bekannt wurden sie aber erst 1939 durch die Weltausstellung in New York. Hier in Mora gibt es ein wirklich großes davon. Ursprünglich im 17. Jahrhundert durch Handschnitzereien als Kinderspielzeug hergestellt, entstanden später Schablonen, die ein einheitliches Erscheinungsbild ermöglichen. Heute sind die roten bemalten Pferde das am häufigsten gekaufte Souvenir in Schweden.

In Mora endet der berühmte Wasalauf, bei dem Tausende von Skilangläufern eine 90 km lange Strecke zurücklegen. Wir sind nur ein paar Tage zu spät für dieses Großereignis dran, entdecken beim Gang durch den Ort aber überall noch Spuren des Events, das unzählige Besucher anlockt. An der Kirche wird heftig gearbeitet, Bereiche sind abgesperrt. Aber zumindest können wir zum alten Turm gelangen. Hier steht eine Skulptur eines Wasaläufers.

Das Zieltor für die Skilangläufer liegt direkt neben dem Wasa-Museum. In den großen Steinblöcken vor dem Museumsgebäude sind die Namen der Wasalauf-Sieger eingraviert.

Auf einer Nebenstrecke geht es weiter nach Süden. Die Plätze, die wir hier kennen, sind alle noch nicht zugänglich, aber ein Picknickplatz, auf dem wir alleine sind und bleiben, bietet sich dann für zwei Nächte an.

Zurück auf dem Inlandsvägen erreichen wir Långban, eine ehemalige Grubengemeinde, wo früher Erze abgebaut wurden. Früh am Morgen ist noch alles geschlossen, aber man kann zwischen den alten Gebäuden umherstreifen und sich umsehen.

Ein weiterer kurzer Abstecher bringt uns zur Sjötorp-Schleuse am Götakanal. Diese Schleuse ist der Start- bzw. Schlusspunkt des Kanals. Im Winterhalbjahr ist kein Fahrbetrieb möglich, es finden lediglich Wartungsarbeiten statt. Es ist alles geschlossen, leider auch der sehenswerte kleine Kiosk.

Nicht weit entfernt finden wir nach Fahrt auf holpriger, rutschiger Schlaglochstrecke einen guten Platz. Wir spazieren am Ufer des Vänernsees entlang, entdecken unterwegs Spuren, die auf Biber hindeuten, später dann auch eine riesige Biberburg.

Am nächsten Tag steht dann eine ganz anders geartete Sehenswürdigkeit an. Die Ruinen einer Fabrik in Vargön wurden durch unzählige Wandmalereien unterschiedlicher Qualität zu einem sehenswerten lost place. Direkt nebenan liegt die neue Fabrik, die Vargöns Alloy, wo rund um die Uhr hochwertige Stahl-Legierungen hergestellt werden. Man könnte wahrscheinlich hier auf dem Gelände auch übernachten, allein, der Fertigungslärm lässt uns davon Abstand nehmen.

Vorbei an einem Grabfeld fahren wir hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem allerdings bei dem trüben Wetter der Ausblick fehlt. Wir denken darüber nach, hier oben zu bleiben, aber dann kommt so ein Idiot, der den Parkplatz für seine Schleuderübungen nutzt. So fahren wir von dem Hügel wieder runter zu einem kostenlosen Womo-Stellplatz einer Gemeinde, wo wir eine ruhige und ungestörte Nacht verbringen.

Für den letzten Tag in Schweden haben wir eine weitere besondere Attraktion gewählt, das Luftwaffenmuseum Aeroseum bei Göteborg. Es handelt sich um ein Museum zum Kalten Krieg in einem ehemals streng geheimen unterirdischen Hangar mit vielen historischen Fluggeräten. Bis 2006 wurde die Anlage militärisch genutzt. Heute finden sich hier neben militärischen Jagd- und Kampfflugzeugen auch Zivilflugzeuge und viele Hubschrauber. Probesitzen ist ausdrücklich erlaubt. Auch zur Geschichte des Fliegens ist so einiges zu entdecken. Und das Tolle ist, dass man auf dem Gelände gegen einen Obolus mit dem Wohnmobil übernachten darf.

Von hier sind es nur wenige Kilometer zum Fährhafen von Göteborg, wo wir nachmittags auf die Stena Jutlandica nach Frederikshavn fahren. Für diese Überfahrt haben wir die Plus Lounge gebucht, was sich als Flop herausstellt. Die sogenannte Komfort-Lounge stellt sich als kleiner, total mit Mobiliar zugestellter Raum heraus. Von bequem kann keine Rede sein, die angepriesenen Sessel sind unbequeme Stühle, der Raum ist dicht besetzt mit Passagieren. Der angekündigte Meerblick ist der auf ein Rettungsboot über die Köpfe der Mitreisenden hinweg. Also zumindest hier auf dem Schiff absolut nicht zu empfehlen. Wenigstens funktioniert das WLAN gut, und das in der Zusatzgebühr enthaltene Essen und Trinken ist auch in Ordnung.

Im Dunkeln erreichen wir Dänemark und fahren nur noch ein kurzes Stück zu einem Strandparkplatz, wo wir für die Nacht bleiben. Am nächsten Morgen fahren wir über Skagen, wo wir uns noch einmal für den kommenden dritten Teil der Winterreise mit einigen Vorräten eindecken, zum nördlichen Ende der Halbinsel Jütland. An der Landspitze Grenen treffen Nordsee (Skagerrak) und Ostsee (Kattegat) aufeinander, was sich in der teils heftigen Brandung bemerkbar macht. Die Kreuzotter, der wir unterwegs begegnen, hat sich wohl ein wenig früh aus ihrem Winterquartier auf den Weg gemacht.

Für die letzten beiden Nächte in Skandinavien begeben wir uns noch einmal auf einen Campingplatz. Hier nutzen wir die vorhandene ordentliche Küche zur Essenszubereitung, um unsere Gasvorräte im Hinblick auf das nächste Ziel zu schonen. Außerdem hilft uns bei dem trüben Wetter der Landstrom dabei, für die lange Fährfahrt mit vollen Akkus aufs Schiff zu gehen. Letztlich gibt es auch Gelegenheit, noch weitere Spikes einzuschrauben, rechnen wir doch zumindest für die erste Steigungsstrecke nach der Fähre mit schwierigen Bedingungen. Nach einem Strandspaziergang beschließt ein leckeres Raclette die zweite Etappe unserer Winterreise. Wir freuen uns nun auf die dritte!

 

 

Ein kurzes Fazit unserer Skandinavientour im Winter

 

Bedingt durch die Krankheit beider Reisenden und die Probleme mit dem MAN konnten wir leider nicht alles machen, was wir uns vorgestellt hatten. Da es sich anscheinend um einen außergewöhnlich schneereichen Winter gehandelt hat, war es schwierig, freie Übernachtungsplätze zu finden, die geräumt und somit erreichbar waren. So haben wir häufiger als sonst auch Campingplätze aufgesucht. Diese erwiesen sich als nicht billig, waren aber meist komfortabel mit guter Ausstattung, so dass zumindest das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte (anders als wir es jetzt gerade im Moment auf Island erleben, wo man richtig viel zahlt für eigentlich nichts). Bei den teilweise extrem niedrigen Temperaturen war es durchaus angenehm, über Landstrom zu verfügen, die guten sanitären Einrichtungen (inklusive Sauna) und Kochgelegenheiten in vorhandenen Küchen nutzen zu können. Hinzu kam, dass die Belegung eigentlich überall gering war, so dass ausreichend Platz und Privatsphäre gewährleistet war.

Im allgemeinen waren die Straßen in einem guten Zustand, am besten in Finnland, wo teilweise recht gründlich geräumt war. In Schweden und Norwegen im Norden hatten wir das Glück, dass die Temperaturen während unseres Aufenthalts so niedrig waren, dass man selbst auf eisigen Straßen, auch an der Küste in Norwegen meist ohne größere Probleme fahren konnte. Trotzdem waren wir durchaus froh über unsere Einschraub-Spikes in den Reifen, gab es doch immer wieder spiegelglatte Abschnitte, dies besonders oft in Ortschaften oder Städten. Überhaupt haben sich unsere Vorbereitungen hinsichtlich der winterlichen Verhältnisse bewährt.

Bezüglich der Winterlandschaft war der kleine Teil Norwegens, den wir diesmal besuchen konnten (mehr war leider aufgrund der verlorenen Zeit nicht drin) eindeutig der Spitzenreiter. Aber auch in Schweden gab es teilweise fantastische Landschaften, beispielsweise entlang des Torneträsk. Den Norden Finnlands haben wir leider auslassen müssen.

Ein Highlight hat uns dann mit den Widrigkeiten wieder etwas versöhnt. Unsere Schneemobiltour vom Camping Storuman aus war fantastisch, und wir können diese nur empfehlen. Dies gilt im Übrigen auch für die Fährfahrt mit Finnlines von Travemünde nach Helsinki als Anreisemöglichkeit.

 

Weiter geht es mit Island im Spätwinter 2026

 

Aktuelles

 

 

Island

im Spätwinter 2026

23. April 2026

 

Weiter geht es in den Norden Islands. Hier folgen wir dem Arctic Coast Way, der etwas abseits der üblichen Touristenpfade entlang der Küsten der nördlichen Halbinseln führt.

 

 

Island

im Spätwinter 2026

15. April 2026

 

Auf der Snaefellsnes Halbinsel erleben wir fantastische Winterlandschaften, werden aber teilweise auch wieder durch die Wetterbedingungen ausgebremst.

 

 

Island

im Spätwinter 2026

13. April 2026

 

Auch im Südwesten ist noch recht viel Betrieb. Unwetter mit Sturm und Schnee sitzen wir teilweise auf Campingplätzen aus, die kein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

 

 

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