Neufundland - der Westen

02. Juni 2016

Bei bestem Wetter hat die Fähre abgelegt; wir sitzen an Deck und haben schöne Ausblicke auf Cape Breton. Aber nach ungefähr halber Distanz dann ein völlig anderes Bild - Nebel! Und so begleitet uns das laute Getröte des Schiff-Nebelhorns die restliche Zeit bis Port aux Basques. Der Hafen liegt bei unserer Ankunft ebenfalls im Nebel; es ist sehr eng hier, viel Platz zum Wenden hat das Schiff nicht. Wir suchen uns einen Übernachtungsplatz und feiern die Ankunft auf Neufundland.

Am nächsten Morgen hat sich das Wetter leider nicht gebessert. Wir suchen zunächst einmal das Visitor Center auf, wo wir uns mit Material für unsere Tour versorgen. Außerdem nutzen wir das WIFI zum Checken unserer Mails und - viel wichtiger - der Wettervorhersage. Es sieht so aus, als würde es in den nächsten Tagen vorübergehend zumindest etwas besser werden. Trotz der ungünstigen Wetterlage unternehmen wir einen Abstecher an der Südküste entlang. Von der schönen Granitküste nach Rose Blanche sehen wir allerdings nicht allzu viel. Auch der Granit-Leuchtturm ist eher nur schemenhaft zu sehen, der kleine Fischerort Rose Blanche Harbour ein wenig besser.

Da es nicht regnet, wandern wir auch zum Barachois Wasserfall, wo wir die ersten Kannenpflanzen entdecken. Leider blühen sie noch nicht. Die Sträucher an unserem Nachtplatz hingegen haben bereits eindrucksvolle Blüten.

Am nächsten Tag ist das Wetter etwas besser, so dass wir die Fischerdörfer an der Küste besuchen. Auch Port aux Basques bietet heute einen viel schöneren Anblick, das Eisenbahnmuseum ist zwar noch "closed for the season", aber von außen können wir uns den Zug mit dem riesigen Schneepflug anschauen.


Wir folgen nun dem Trans Canada Highway nach Norden, verlassen diese Hauptstraße aber immer wieder einmal. Der Sandstrand am Cape Ray haut uns nicht um, die Bergwelt entlang der Straße und die vielen blühenden Blumen gefallen uns da eher.

Ein längerer Abstecher gilt dem Codroy Valley, wo wir direkt am Strand einen Platz finden. Hier lassen sich die ersten Vögel beobachten. Ob die Möwe weiß, dass der Verzehr von Muscheln und anderem Getier hier anscheinend nicht ungefährlich ist? Das balzende Entenmännchen hat im Moment andere Sorgen.

Bevor wir das Gebiet verlassen, schauen wir uns noch die Holy Trinity Anglican Church an. Am Wegesrand ein nettes privates Museum der fünfziger und sechziger Jahre. Außerdem wieder einmal Gelegenheit zum Internet an der Bücherei. Büchereien hier bieten häufig ein freies WLAN an, das selbst zu nutzen ist, wenn die Einrichtung geschlossen ist.


Das Wetter ist wieder schlechter geworden, es regnet. Der Trans Canada Highway führt uns weiter nach Norden. Die Straße ist von wechselnder Qualität, leider oft ziemlich schlecht, viele Schlaglöcher. Die schöne Bergwelt ist wolkenverhangen. Wieder verlassen wir den TCH. Eigentlich wollen wir zum Cape George, aber die Küste ist total zugebaut. Also drehen wir wieder um, schauen uns aber in Port au Port zumindest noch die größte Holzkirche Neufundlands an. Our Lady of Mercy scheint uns allerdings sehr renovierungsbedürftig zu sein. Hinein können wir leider nicht, verschlossen! Trotz der intensiven Bebauung finden wir einen guten Platz. Am späten Nachmittag hört der Regen auf, und so gelingen doch noch ein paar Fotos von der Küste.

Früh am nächsten Morgen machen wir uns bei Sonnenschein auf zu einer Wanderung. Der Gravels Walking Trail lohnt sich wirklich. Und von hier sieht auch die Kirche direkt viel schöner aus.


Wir bleiben nicht lange auf dem TCH. Von Corner Brook aus fahren wir hinaus nach Lark Harbour. Die Zufahrtstraße ist mal wieder vom Feinsten, Schlagloch neben/hinter Schlagloch. Die Landschaft rund um die Bay of Islands gefällt uns allerdings gut, zumindest ab dort, wo die Bebauung etwas nachlässt.

Die Krux auf Neufundland ist, dass man bei Abstechern oft die gleiche Strecke wieder zurückfahren muss. Und so holpern wir wieder zurück nach Corner Brook. Hier Großeinkauf - und weiter nach Norden! Bei Deer Lake verlassen wir mal wieder den TCH. Wir werden dem Viking Trail nach Norden folgen. Am Bonne Bay Big Pond bleiben wir für die Nacht.


Von hier aus erreichen wir den Südteil des Gros Morne Nationalparks recht schnell. An vielen Stellen hat man rote Stühle aufgestellt, die für Fotos genutzt werden sollen. Das tun wir natürlich auch. Die Wettervorhersage verspricht uns einen halben Tag ohne Regen. Den nutzen wir für eine Wanderung zu den sogenannten Tablelands. Das ockergelbe Gestein ist bei der Verschiebung der Kontinentalplatten aus über 10 km Tiefe an die Erdoberfläche gedrückt worden. An frischeren Bruchstellen finden sich kleine Plättchen, die durch Längs- und Querrisse entstanden sind. Das Gestein ist sehr hart und nicht für Pflanzenwachstum geeignet. Und so finden sich in dieser kargen, aber eindrucksvollen Landschaft nur wenige Blumen.


Wir fahren danach die Straße auch noch bis ans Ende nach Trout River. Bei zunehmend schlechterem Wetter laufen wir hier den lohnenswerten Eastern Point Trail.


Dann fängt es an zu regnen, es regnet und regnet und hört gar nicht mehr auf. Bei dieser Wetterlage machen Wanderungen im Gros Morne Nordteil absolut keinen Sinn. Also ein Fahrtag, lediglich unterbrochen von kurzen Fotostopps - denn so ganz lassen können wir es doch nicht.


Für den Arches Provincial Park hoffen wir auf die Rückfahrt, denn auch den Viking Trail müssen wir komplett wieder zurückfahren. Zumindest sehen wir in der Gegend der Pistolet Bay unsere ersten Elche. Und nun hoffen wir, dass die Wettervorhersage recht behält, und das Wetter tatsächlich in den nächsten Tagen gut sein wird. Wikingersiedlung, Eisberge, eine tolle Landschaft erwarten uns.


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