Alaska Highway mit Abstecher nach Haines, Skagway und Juneau

01. Juni 2013

In Canada folgen wir zunächst dem Crownsnest Highway nach Princeton, von wo aus wir dann die 5A Richtung Merrit fahren. Die Fahrt führt durch ein schönes Tal. Auch die Landschaft entlang der 8 gefällt uns ganz gut. Bei Spences Bridge mit netter kleiner Kirche erreichen wir den Trans Canada Highway 1, den wir aber bald wieder verlassen Zügig geht es auf der 97 über Prince George nach Dawson Creek, wo der Alaska Highway beginnt. Leider ist die Museumsstadt Barkerville noch geschlossen, so dass wir diesen Abstecher auslassen.

In Dawson Creek kaufen wir Vorräte für die nächste Zeit ein, tanken vor allem zu recht günstigen Preisen noch einmal voll, bevor wir uns dann auf den Alaska Highway begeben. Ein kleiner Schlenker führt auf den Old Alaska Highway, wo wir über die Historic Kiskatinaw River Bridge fahren - die einzig noch befahrbare Brücke dieser Art. Im Wald schöne Stellplätze.

Zunächst herrscht auf der Strecke viel Verkehr - sehr viel mehr als bei unserem letzten Besuch 2009. Der Oel- und Gasboom hat auch hier voll zugeschlagen. Zunächst ist die Landschaft noch etwas monoton, aber so etwa ab Fort Nelson ändert sich das. Der Verkehr lässt deutlich nach, die Landschaft wird zunehmend interessanter. Seen und Flüsse sind teilweise noch gefroren. Die Weiden blühen aber bereits. Und die kleinen Streifenhörnchen sind putzmunter.

Die frühe Jahreszeit hat Vor-, aber auch Nachteile. Wir sehen viele Tiere: die ersten Caribous, viele Bisons, die ersten Bären, Schafe, Elche, Hirsche - nicht alle können wir fotografieren, aber allein sie zu sehen ist ein Erlebnis. Die Waldwege sind sehr nass und weich, teilweise sogar noch tief verschneit, so dass wir länger suchen müssen, um Stellplätze zu finden.

Bald ist Yukon erreicht. In Watson Lake schlendern wir im Schilderwald umher und schauen uns an, wer sich hier alles verewigt hat. Die Landschaft wird nun immer beeindruckender.

In Whitehorse dann mal wieder die Gelegenheit, gut, wenn auch nicht ganz billig, einzukaufen und zu tanken. Wir schauen uns die SS Klondike an, die bis 1955 auf dem Yukon in Betrieb war. Heute ist die Klondike eine "National Historic Site", sehr gut restauriert. Die "self-guided Tour" gefällt uns wirklich sehr gut.

An unserem Stellplatz hinter Whitehorse dann die ersten Frühlingsboten! Schön auch die alte Canyon Creek Bridge.

Abends und nachts schneit es leicht, Gottseidank ist am nächsten Morgen die Straße wieder frei, so dass wir in Haines Junction auf den Haines Highway abbiegen können. Die Fahrt nach Haines führt uns durch eine großartige Berglandschaft. Die Erdhörnchen genießen die wärmenden Strahlen der Sonne, man muss aufpassen, keine Schneehühner zu überfahren, die ihr Balzgeschäft anscheinend bevorzugt direkt am Straßenrand erledigen. Frische Bärenspuren am Stellplatz deuten darauf hin, dass wir nachts anscheinend Besuch hatten - leider verpasst!

Haines ist trotz der gelegentlichen Kreuzfahrtschiffe, die hier anlegen, ein recht beschauliches kleines Städtchen in großartiger Lage - unbedingt einen Besuch wert. Wir verbringen mehrere Tage hier. Chilkat und Chilkoot Inlet sind wunderschöne Fjorde, Chilkoot Lake zur richtigen Jahreszeit ein Anglerparadies, aber auch ohne Angelmöglichkeit sehr sehenswert. Am Chilkoot River der erste Grizzly für dieses Jahr - der noch recht junge Bär ist sehr hungrig und fängt kleine Fische. Die Lachse ziehen noch nicht, später im Jahr wird das hier ein guter Bärenbeobachtungsplatz werden! Außerdem sehen wir viele Weißkopfseeadler, auch einen Elch.

Von Haines aus fahren wir mit der "fast ferry" nach Skagway. Leider ist genau an diesem Tag das Wetter nicht ganz so gut, es ist stark bewölkt. Bereits bei der Ankunft im Hafen sind wir etwas erschrocken, es liegen vier (!) riesige Kreuzfahrtschiffe dort. Und so sieht es dann auch in dem kleinen Ort aus - überall ist es sehr voll, viel Betrieb, man hat keine Chance, in irgendein Lokal zum Mittagessen hinein zu gelangen. In den zahlreichen Souvenirshops wird unendlich viel Kitsch verkauft - obwohl: die Matroschkas finden wir gerade, weil sie so kitschig sind, ganz schön. Eigentlich ist Skagway ganz hübsch, weil originalgetreu restauriert, aber angesichts dieser Menschenflut sind wir froh, dass wir bald wieder zurück nach Haines fahren können.

Außerdem fahren wir von Haines nach Juneau - der Hauptstadt Alaskas. Juneau ist nur per Boot oder Flugzeug zu erreichen. Wir buchen die Tagestour mit der Fjordland. Kapitän und Eigner Jacobson gibt sich wirklich viel Mühe, erklärt gut und viel, legt diverse Stopps zum Wildlife Viewing ein. Wir sehen viele Stellers Seelöwen, viele Weißkopfseeadler, viele Buckelwale. Natürlich sind diese Walbeobachtungen nicht zu vergleichen mit denen auf der Baja California, aber trotzdem sehr eindrucksvoll.

Juneau selbst finden wir nicht so interessant, aber der Mendenhall Glacier, den wir im Rahmen der Tour auch besuchen, lohnt sich auf jeden Fall. Leider haben wir auch hier ein wenig Pech mit dem Wetter, es ist wieder stark bewölkt, es regnet ein wenig. Allerdings sind wir auch verwöhnt, denn bisher ist das Wetter hier sensationell gut. Häufig strahlender Sonnenschein, recht hohe Temperaturen bis 20 Grad.

Und die hohen Temperaturen machen sich bemerkbar. Nach einem wiederum problemlosen Grenzübertritt fahren wir den Haines Highway zurück. Es liegt viel weniger Schnee als auf dem Hinweg, die Gewässer sind deutlich weiter getaut. Schaut euch beispielsweise den Kathleen Lake an. Der war vor einigen Tagen noch fast zugefroren! Es sind wieder viele Schneehühner unterwegs, wir entdecken Trompeterschwäne, endlich sehen wir auch einmal einen Baumstachler.

In Haines Junction stoßen wir wieder auf den Alaska Highway. Eigentlich wollen wir an einem schönen Platz mit Blick auf die Kluane Range übernachten, aber diesen können wir aufgrund eines umgestürzten Baumes nicht erreichen. So müssen wir halt weiter vorne am Waldweg stehen bleiben.

Auf der Weiterfahrt schauen wir uns die Überreste von Silver City an. Im Kluane National Park viele Dallschafe an den Berghängen (für ein Foto allerdings zu weit weg), auch hier fängt es nun so langsam an zu blühen. Vom Soldier's Summit ein schöner Blick auf den Kluane Lake.

Auf dem weiteren Weg gehen wir am Ortseingang Destruction Bay in die Bremse, ein Polizeiauto! Aber bei genauerem Hinsehen stellt sich das Ganze als Bluff heraus. Der kleine Ort Burwash Landing rühmt sich, die größte Goldwaschpfanne der Welt zu haben. Überall im Ort entdeckt man "antike" Gegenstände und Geräte. In einem Nebenraum zur Kirche das restaurierte alte Schulhaus. Vor dem Museum of National History Informationen zu Auswirkungen von Waldbränden in der Umgebung.

Der Alaska Highway führt immer weiter entlang der Kluane Range - eine absolut eindrucksvolle Berglandschaft. Auf den zahlreichen Seen immer wieder viele Vögel. Am Kluane River ein schöner Übernachtungsplatz, bevor wir dann am nächsten Tag ohne irgendwelche Probleme nach Alaska einreisen. In Tok verlassen wir dann den Alaska Highway, es geht auf den Tok Cutoff in südwestliche Richtung zum Wrangell-St. Elias National Park - doch darüber später mehr!



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