Rund um die noch einsamen Westfjorde

07. Juni 2022

Nach einer ruhigen Nacht direkt an einem Fjord starten wir früh am Morgen. Bald hört die Asphaltstraße auf, und wir sind auf Naturstraßen recht guter Qualität unterwegs. Auf den Wiesen unzählige Singschwäne, auf kleineren Gewässern zahlreiche Enten, auch ein Eistaucher.

 

 

 

 

Wir „umrunden“ Fjorde, fahren aber auch immer wieder auf steilen Straßen hinauf in das teilweise noch schneebedeckte Bergland, um dann nach starkem Gefälle den nächsten Fjord zu erreichen.

 

 

 

 

Zu Beginn des Abstechers zu den steilen Vogelklippen bei Látrabjarg liegt ein Schiffswrack an Land. Die Garđar war das erste Stahlschiff Islands und für den Walfang bestimmt. In der Umgebung lassen sich Seehunde recht nah beobachten.

 

 

Auf immer schmalerer Schotterstraße geht es vorbei an einer ausgedehnten Sandbucht und einem kleinen Museum, das durch die Initiative eines Privatmannes entstanden ist (derzeit noch geschlossen wegen off season). Am Ende des Weges liegen die Vogelfelsen von Làtrabjarg, die mit zu den größten der Welt gehören. Immerhin erstrecken sich die bis zu 450 m hohen Steilklippen etwa 14 km entlang der Küste. Bei unserer Ankunft ist es sehr windig, so dass wir uns erst einmal nur kurz umschauen. Lummen und Eissturmvögel sind in großer Zahl vorhanden, die ersten Blumen blühen. Laut Wettervorhersage soll der Wind in der Nacht nachlassen, so wollen wir eine Wanderung entlang der Steilfelsen erst am nächsten Tag in Angriff nehmen.

 

 

 

Leider ist an dem ehemals kostenfreien Campingplatz direkt in der Nähe mittlerweile das Übernachten verboten – warum man dieses nicht zumindest gegen Entgelt weiterhin gestattet ist uns ein Rätsel. Wir haben keine Lust, die gut 10 km lange Holperstrecke zum nächsten Camping beim Hotel Breidavik zurückzufahren, sondern suchen uns einen Platz, an dem wir die nächsten Tage verbringen werden. Die Sicht ist klar, so dass wir sogar den etwa 100 km entfernten Snaefellsjökull sehen können.

 

Bei Topbedingungen starten wir eine ausgiebige und anstrengende Wanderung, geht es doch immer wieder steil hinauf, dann wieder hinab. In den Steilklippen brüten viele Eissturmvögel, Lummen sitzen in nicht zählbarer Menge auf schmalen Felsbändern. Einzelne Tordalken sind auch zu sehen. Allerdings sind die sonst so zahlreich und nah zu beobachtenden Papageitaucher wohl leider noch nicht eingetroffen. Obwohl wir mehrfach zu unterschiedlichen Zeiten unterwegs sind, können wir keine entdecken. Gut gedeckt in den Buckelwiesen ist ein Polarfuchs in der Hoffnung auf Beute im Gelände unterwegs. Oben auf den Klippen entdecken wir viele Eierschalen, so wie es aussieht hauptsächlich von Eissturmvogeleiern, die von den zahlreich vorhandenen Raben geraubt und verspeist werden.

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur die Raben sind hinter den Eiern her, sondern anscheinend weiterhin auch die Menschen. Oder wie sonst könnte man die abenteuerliche Konstruktion erklären, die zu einem dicht mit Lummen besetzten Felsen hinabführt?

 

Dann ist es vorbei mit dem für die Gegend ungewöhnlich guten Wetter. Ein angedachter nochmaliger Besuch an den Klippen entfällt, da ein Sturm mit solcher Wucht über die Felsen fegt, dass man sich kaum aufrecht halten kann. Zudem ist die Landschaft auch in dichten Nebel gehüllt. Keine guten Bedingungen für einen weiteren Aufenthalt. Je weiter wir uns vom nach den Azoren zweitwestlichsten Punkt Europas wegbewegen, desto mehr reißt es auf, so dass wir an den Fjorden wieder andere Vögel beobachten können. Auch hier gibt es mehrfach Brutkolonien von Eiderenten und Küstenseeschwalben. Während die Eiderenten teilweise schon auf den Nestern sitzen, sind die Seeschwalben noch heftig mit der Balz beschäftigt.

 

 

 

 

 

 

 

Wieder finden wir einen guten freien Platz, von dem aus wir nicht nur Kragenenten, sondern auch die erst sehr spät am Abend untergehende Sonne mit entsprechender Lichtstimmung bewundern können.

 

 

 

Die bisher doch noch recht einsamen Westfjorde sollen (leider) für den Tourismus erschlossen werden. Ausgedehnte Straßenbaumaßnahmen und Tunnelprojekte sollen den Zugang zu diesem abgelegenen Gebiet erleichtern. Wie wir später in Isafjörđur sehen werden, sind die ersten „Erfolge“ zu verzeichnen, liegt doch dort ein AIDA-Kreuzfahrtschiff im Hafen, von dem aus die Touristen dann mit Bussen zu den Sehenswürdigkeiten gebracht werden.

 

 

 

Frühmorgens sind wir allerdings bei einem der sicherlich von den Bussen angefahrenen Ziele, den Dynjandi-Wasserfällen, noch absolut alleine. Draußen auf dem Fjord sehen wir sogar eine Kegelrobbe.

 

 

 

Auf der Weiterfahrt in Richtung Isafjörđur verkürzt ein 2020 fertig gestellter etwa 5.600 m langer Tunnel mittlerweile die Fahrzeit erheblich. Dieser ist anders als ältere Tunnel, die wir hier in der Gegend noch durchfahren, auf gesamter Länge zweispurig ausgebaut.

 

 

 

 

Wir nähern uns dem Ende unserer „Umrundung“ der Westfjorde. Noch einmal schöne Ausblicke auf die noch mit recht viel Schnee bedeckte Fjordlandschaft und ein weiterer guter Stellplatz.

 

 

Danach verlassen wir die Einsamkeit, durchfahren landwirtschaftlich genutztes Gebiet, weshalb wir hier nach längerer Zeit wieder einmal einen Campingplatz aufsuchen. Der kleine Campingplatz von Bordeyri liegt direkt am Wasser, bietet uns die Gelegenheit, Alpenschneehühner nah zu sehen. Diesmal haben wir Glück, außer uns ist nur ein weiterer Camper da. So ist es akzeptabel. Wir fragen uns allerdings, wie es hier in der Saison aussieht, wenn der Platz gut belegt ist. Je eine Toilette für Männlein und Weiblein, wo noch dazu in der kleinen und engen Hütte das Waschbecken für die Morgentoilette untergebracht ist – das kann doch nur zu Stau und Wartezeiten führen. Hier besteht, wie auf vielen Plätzen noch dringender Handlungsbedarf.

 

 

Weiter geht es mit Arctic Coast Way 1: Vatnsnes - Tröllaskagi

 

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Für die Rückreise beschließen wir, mehr oder weniger die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg zu fahren, allerdings mit einigen Abweichungen. Wir wollen nämlich noch uns bisher nicht bekannte Ziele ansteuern.

 

 

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