Ein wenig Schleswig-Holstein

28. Dezember 2025 – 04. Januar 2026

 

Im Morgennebel erreichen wir den Fährhafen Glückstadt in Schleswig-Holstein und fahren zunächst ans Störsperrwerk um zu frühstücken. Das Wetter ist gut, die Sonne löst den Nebel bald auf.

Entlang der Elbe fahren wir Richtung Brunsbüttel und passieren Brokdorf. Das Kernkraftwerk ging am 31. Dezember 2021 vom Netz und befindet sich derzeit im Rückbau. Die schöne St. Nikolaus-Kirche ist leider verschlossen.

Bald sind wir in Brunsbüttel angekommen. Hier schauen wir uns zunächst kurz im Industriegebiet etwas um, bevor wir auf den Wohnmobilstellplatz im Zentrum fahren. Trotz einer Großbaustelle ist der Platz nutzbar und aufgrund der Arbeiten dazu kostenlos. Von hier aus ist es weit nicht zu guten Beobachtungspunkten für große Schiffe, die wir durch eine Schrebergartenanlage erreichen. Die Aussichtsplattform mit Blick auf die Schleusenanlage am Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal überzeugt uns nicht wirklich. Man schaut durch einen schmutzige Scheibe auf die Anlage und steht im dichten Gedränge, da natürlich bedingt durch Feiertage und dazu noch Sonntag viele Menschen das gute Wetter für Spaziergänge nutzen. Da gefällt uns der Blick von der Promenade mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal deutlich besser. Noch besser ist die Aussicht von Mole 4 aus.

Am nächsten Morgen dann leider wieder dichte Bewölkung, aber zumindest ist es trocken. Knapp 30 km sind es von hier nach Friedrichskoog, wo es in der Nähe des alten Hafens direkt am Deich eine kostenlose Stellmöglichkeit für Wohnmobile gibt. Wir fragen uns, ob die unzähligen Maulwurfhügel auf den Rasenflächen der Deichstabilität zuträglich sind.

Bei einem Spaziergang können wir zahlreiche Vögel beobachten, leider sind die Lichtverhältnisse mal wieder nicht optimal.

Das Naturschutzgebiet Kronenloch ist am nächsten Morgen nach einen kurzen Einkaufsstopp schnell erreicht. Das binnendeichs gelegene Salzwassergebiet mit Gezeiteneinfluss ist ein bedeutendes Vogelschutzreservat. Es gibt einen Beobachtungsturm, von dem aus im Moment aber nichts zu sehen ist. So fahren wir zunächst zum Wohnmobilstellplatz, der im Winter eigentlich geschlossen ist. Trotzdem wird es anscheinend geduldet, dass autarke Camper hier bleiben können. Die wenigen Camper verteilen sich gut auf dem Areal.

Von hier aus laufen wir zunächst ein wenig über den Deich, aber es windet ganz schön, und so wenden wir uns lieber dem Gebiet landeinwärts zu. Zunächst geht es zur Schutzstation Wattenmeer. Fast direkt neben der (leider geschlossenen) Nationalparkstation Wattwurm befindet sich eine Beobachtungshütte. Die Brutflöße für die Flussseeschwalben sind nun natürlich verwaist. Ein paar Enten und etliche Blässhühner lassen sich blicken, außerdem zahlreiche Singschwäne. Abends dann ein leckerer Auflauf – bei kaltem Wetter genau das Richtige.

Silvester herrscht Aprilwetter, nur kühler. Viele Wolken, immer wieder Regenschauer, wenn sich die Sonne überhaupt mal blicken lässt, dann nur extrem kurz. Bevor man sich für einen Spaziergang fertig gemacht hat, regnet es schon wieder. Dazu weht ein fieser kalter Wind. Da machen wir es uns im MAN gemütlich und legen einfach einen Faulenzertag ein. Heute werden es ein paar mehr Womos als gestern, sämtlich mit Hund. Anscheinend alles Ballerflüchtlinge. Das können wir gut verstehen, erhoffen auch wir uns, hier im Naturschutzgebiet von Ballerei und ähnlichem verschont zu bleiben. Eine Anmerkung zu den Hunden. Wir erinnern uns nicht, jemals auf einer Reise so viele Hunde gesehen zu haben wie hier im Norden. Teilweise ganz schön nervig, da leider viele der Besitzer sich absolut nicht an Regeln halten und ihren verwöhnten und oft unerzogenen pets mehr Rechte einräumen als anderen Menschen und Wildtieren. Diese Ignoranz widert uns ganz gewaltig an.

Am Silvesterabend gibt es Fondue. Regen und Wind werden immer stärker. Wir verkrümeln uns ins Bett und verschlafen den Übergang ins Neue Jahr. Abgesehen vom Sturm und Regen war es übrigens tatsächlich eine ruhige Nacht. Der Neujahrsmorgen empfängt uns dann mit heftigem Regen. Der angedachte Spaziergang am Speicherkoog fällt deshalb aus. Hier bleiben wollen wir nicht, ein windgeschützter Platz muss her. Den finden wir ein gutes Stück landeinwärts und sitzen dort das Wetter aus. Aufgrund der Wetterverhältnisse von dort keine Fotos! Abends machen wir es uns mit einem Raclette gemütlich.

Wir beschließen, nicht weiter nach Norden zu fahren, sondern noch einen Abstecher zum Nord-Ostsee-Kanal zu machen. Hier kennen wir einen Wohnmobil-Stellplatz, von dem aus man Schiffe beobachten kann. Eigentlich hat der Platz im Winter geschlossen, aber über die Feiertage hat man ihn geöffnet. Einige wenige Wohnmobile sind hier, die meisten sind wohl schon wieder heimwärts unterwegs. Immer wieder regnet oder graupelt es. Eine kurze Pause nutzen wir für einen Spaziergang am Kanal. Danach halten wir uns lieber im MAN auf und schauen von dort aus den Schiffen zu.

Die Temperatur sinkt, die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist nicht gut. Es soll richtig kalt werden, vor allem aber soll es besonders hier im Norden anhaltend heftig schneien. So treffen wir die Entscheidung, nicht weiter zu fahren. Das ist uns angesichts des doch recht dichten Verkehrs und der zu erwartenden rutschigen Straßen zu kritisch. Wir machen uns auf den Heimweg, haben wir dort auch noch genug für die nächste Tour vorzubereiten. Auf mal mehr, mal weniger geräumten Straßen, selbst das kurze Stück Autobahn bei Itzehoe ist nur langsam zu befahren, fahren wir Richtung Elbfähre. Den Großraum Hamburg meiden wir, hier ist der Verkehrslagebericht katastrophal. Unterwegs ein lautes Klappern irgendwo am MAN. Zunächst einmal ist nichts festzustellen, aber später findet Peter heraus, dass einer unserer hinteren Stoßdämpfer vom Gummi abgerutscht ist. Der wird notdürftig befestigt, mehr geht jetzt am Straßenrand bei eisigen Temperaturen, Schneematsch, Schneegestöber nicht. Werkstätten natürlich alle geschlossen.

An der Elbfähre müssen wir diesmal länger warten als auf dem Hinweg. Am Deich herrscht Hochbetrieb. Unzählige Rodler nutzen die Gelegenheit zu kurzen Abfahrten. In Ermangelung von Hügeln und Bergen muss man nur erfinderisch sein.

Diesmal ist die Fähre rappelvoll. Im Nebel sind die großen Vogelschwärme nur andeutungsweise zu sehen. Bald ist das andere Ufer bei Wischhafen erreicht.

Weiter geht die Fahrt auf schlecht oder kaum geräumten Straßen nach Krummendeich. Der Wohnmobil-Stellplatz ist vollkommen zugeschneit. Gut, dass wir hier vor kurzem waren und von daher wissen, wo wir uns hinstellen können. Wir nehmen deshalb auch den gleichen Platz wie letztes Mal, auch wenn das bedeutet, dass wir etwas weiter durch den Schnee fahren müssen. Bald zieht es sich wieder zu und beginnt erneut heftig zu schneien.

Bevor wir am nächsten Morgen aufbrechen können, ist erst einmal längeres Schneeräumen angesagt. Ein gutes Stück Landstraße, zumeist kaum geräumt, ist noch zu bewältigen. Dann fahren wir auf die deutlich besser geräumte Autobahn, wenn dies auch einen Umweg bedeutet. Aber sicher ist sicher. Am frühen Nachmittag treffen wir bei wieder einsetzendem heftigen Schneefall zu Hause ein. Die nächsten Tage hier zu Hause zeigen uns dann, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Wir sind total eingeschneit. Wie gut, dass wir ausreichend Vorräte haben und nicht darauf angewiesen sind einzukaufen.

Insgesamt sind wir auf unserer Runde 970 km gefahren, wobei wir vorher mit mehr gerechnet und entsprechend getankt hatten. Nun haben wir in einem der beiden Tanks noch mehr Diesel als erwartet, was für unsere nächste Tour nicht ganz so gut ist. Wir hoffen nun natürlich auf Wetterbedingungen, die nötige Arbeiten am MAN (z.B. Stoßdämpfer) ermöglichen. Aber wir haben ja noch etwas Zeit, bevor es auf die Fähre nach Helsinki geht.

 

Aktuelles

 

Norddeutschland Winter 2025/2026

13. Januar 2026

 

Die Wetterbedingungen verschlechtern sich, so dass wir unsere Runde in Norddeutschland früher beenden als angedacht. Insgesamt  hat uns die Tour trotzdem gut gefallen.

 

Norddeutschland Winter 2025/2026

01. Januar 2026

 

Ein frohes Neues Jahr!

Wir setzen unsere Tour fort, spazieren im Ahlenmoor, wandern in den Elbmarschen, wo wir viele Vögel sehen, besuchen kleine Häfen entlang der Elbe.

 

Norddeutschland Winter 2025/2026

25. Dezember 2025

 

Die Reparatur des MAN hat viel länger gedauert als erwartet. Aber nun sind wir wieder unterwegs, zunächst auf einer etwas längeren Testfahrt in Norddeutschland.

 

 

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