HUSTEN - Wir haben ein Problem
07. - 16. Februar 2026
Tatsächlich haben wir nicht nur ein Problem, sondern gleich mehrere. Zu den Menschen gesellt sich leider auch noch der MAN. Und so gibt es mehr Stillstandfrust statt Reiselust. Doch seht selbst.
Wie Ihr bereits wisst, stehen wir auf einem Werkstatthof und warten auf die Lieferung des benötigten neuen Kühlers. Wir stehen Gottseidank etwas geschützt und abgeschirmt, so dass die Wartezeit erstaunlich ruhig verläuft. Unternehmen tun wir absolut nichts, ist doch Christine gesundheitlich stark angeschlagen. Abends gibt es jeweils ein „schnelles“ Essen ohne große Kochorgien. Einmal holen wir uns auch wirklich leckere Pizzen beim Big Chef, die dann für zwei Tage reichen. Ist es zunächst noch eisig kalt (minus 23 Grad), so steigen die Temperaturen während unseres Zwangsaufenthalts stetig bis auf minus 7 Grad an. Am Dienstag müssen wir dann leider umziehen, der Bremsenprüfstand, an dem wir stehen, wird benötigt. Nun ist es deutlich unruhiger, und so sind wir froh, als es Mittwoch morgen klopft. Der MAN kann in die Werkstatt, die Arbeiten beginnen. Unser alter Kühler hat zwei Mini-Löcher.






Für uns heißt das warten. Für Getränke ist im Warteraum gesorgt, wir hoffen, dass das Motto von Raskone (Mit Leidenschaft und Können) zutrifft. Mittags lädt man uns, da wir uns ja nicht im MAN verpflegen können, zum Lunch Buffet in die nahegelegene Lounas Kumppanit ein. Eine nette Geste!




Am frühen Nachmittag ist es dann soweit. Reparatur erledigt, wir können weiterfahren. Endlich wieder unterwegs. Wir haben schon andere Pannen gehabt, konnten da aber meist etwas unternehmen, was es nicht ganz so schlimm machte. Aber so gar nichts unternehmen können, war schon ganz schön nervig. Pünktlich beginnt es zu schneien, so dass wir im Schneegestöber unterwegs sind. Etwa 80 km weit fahren wir noch, dann biegen wir ab auf einen verschneiten Weg und erreichen nach gut 400 m den Camping Koskenniemi. Wir stehen gut und ruhig bei leider trübem Wetter in schöner Umgebung. Vor allem aber haben wir Landstrom, der es uns bei den wieder sinkenden Temperaturen – in der Nacht auf etwa minus 20 – ermöglicht, die Gasvorräte zu schonen und mit Strom zu heizen, vor allem aber auch am Morgen den Motorvorwärmer des MAN in Betrieb zu nehmen. Auch hier unternehmen wir leider weiter nichts, ist es doch bei angeschlagener Gesundheit ratsam, zu große Kraftanstrengungen zu unterlassen.







Am nächsten Morgen geht es zunächst gut voran, dann beginnt zusätzlich zu Christines Reizhusten der Motor wieder mit Husten, sprich Ruckeln. Wir fahren an einer Automatentanke ab und fönen den Separ, bis sich das Eis darin gelöst hat und als Wasser abgelassen werden kann. Der Separfilter erfüllt seinen Job, Wasser abzuscheiden. Aber das ist angesichts der niedrigen Temperaturen leider kontraproduktiv, da dieses einfriert und damit den Filter verstopft, zumindest wenn es zu viel Wasser ist (was sich später als zutreffend erweisen wird!). Das Fönen müssen wir unterwegs noch einmal wiederholen, der MAN läuft dann wieder reibungslos. Angesichts der angesagten noch deutlich kühleren Temperaturen nehmen wir Abstand von unserem ursprünglichen Plan Richtung Kuopio zu fahren, sondern weiter geht es Richtung Oulo.


Die Landschaft begeistert uns, die vereisten Bäume bieten bei nun klarem Wetter einen fantastischen Anblick.



Bei Pihtipudas gehen wir auf den Wohnmobil-Stellplatz Niemenharju. Dieser ist zwar nicht allzu weit entfernt von der E75, aber die großzügigen Stellplätze liegen in schöner Umgebung, die Einrichtungen sind sehr gepflegt. Dazu gibt es für Gäste die Möglichkeit zu einem (ermäßigten) Frühstücksbuffet.




Abends sinkt die Temperatur, morgens haben wir minus 25 Grad, tagsüber steigt das Thermometer auf minus 17. Das Wetter ist klar, Christine geht es langsam ein wenig besser, so dass wir beschließen eine weitere Nacht hier zu bleiben und einen Spaziergang zu unternehmen. Auch hier begeistert die schöne Landschaft. Abends dann ein Saunagang, dies allerdings nur für Christine, denn Peter hat sich entgegen aller Hoffnung nun anscheinend doch angesteckt. Das nächste Problem ist da.

Heute gibt es ein Käsefondue. Da es in der Nacht noch einmal kälter werden soll, bringen wir auch an der Eingangstür unseren extra genähten Thermovorhang an, der verhindert, dass beim Ein- und Aussteigen zu viel Wärme entweicht. Vorne an der (isolierten) Schiebetür zum Fahrerhaus haben wir auf beiden Seiten ebenfalls Thermovorhänge angebracht, die wir hier sowieso bei jedem Aufenthalt nutzen und die sich durchaus bewährt haben. In der Nacht hat es dann minus 28 Grad.


Am nächsten Morgen ein netter Sonnenaufgang, wir frühstücken am Buffet. Danach wollen wir weiterfahren. Der MAN springt klaglos an, läuft knapp 2 Minuten, dann stottert der Motor, geht aus und ist nicht mehr zum Starten zu bewegen. Das nächste Problem! Viele Stunden verbringen wir damit, den Separfilter zu fönen. Der Motor dreht auch, aber springt nicht an, es kommt kein Kraftstoff an. Schnell ist klar, Luft in den Leitungen ist das Problem. Peter arbeitet mit der Handpumpe, bis an den Filtern Diesel ankommt. Aber leider ohne Erfolg. Nun müssten eigentlich die Leitungen der Einspritzdüsen gelockert werden und mit dem Anlasser gedreht werden, bis dort Diesel ankommt. Da wir aber einerseits nicht wissen, wieviel „Schweinerei“ das verursacht, andererseits Peters Gesundheit als auch Christines Zustand durch den langen Aufenthalt in der Kälte weiter verschlechtert ist, lassen wir das erst einmal. Unsere Stimmung ist am Tiefpunkt angekommen. Zumindest stecken wir diesmal aber in schöner Umgebung fest.





Wir verlängern den Platz und besprechen mit der äußerst hilfsbereiten Angestellten, wie es weitergehen soll. Dann ruhen wir erst einmal aus, an irgendwelche Outdoor-Aktivitäten ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zu denken. Das Wochenende müssen wir halt aussitzen und am Montag versuchen eine Lösung zu finden. In der Küche kann ich auch ausgiebigere Bratereien vornehmen, mit unserer Husterei wollen wir nicht in das Restaurant gehen. Aber zumindest erhole ich mich abends jeweils etwas in der Sauna.


Die Temperaturen sind wieder gestiegen. Am Montag morgen erscheint ein Mechaniker von Auto Osix. Ein Blick in den Tank bestätigt unsere Diagnose - Eiskristalle im Diesel. Wie schon vermutet haben wir Wasser im Diesel, wahrscheinlich beim Tanken von Winterdiesel in Helsinki erwischt. Der Mechaniker besorgt ein Additiv, das Wasser binden soll. Peter hat in der Zwischenzeit bereits die Leitungen zu den Einspritzdüsen gelöst und den Anlasser drehen gelassen. Mit Unterstützung des Mechanikers klappt es dann letztendlich. Der MAN springt wieder an. Wir fahren die kurze Strecke bis zur Werkstatt. Von alleine wären wir nicht auf die Idee gekommen, hierher zu fahren. Es handelt sich nämlich um einen Autoverwerter, wo Totalschaden-Fahrzeuge ausgeschlachtet werden, aber wie wir sehen nimmt man auch Instandsetzungsarbeiten vor. Die Jungs machen einen professionellen Eindruck. Der Übeltäter-Tank wird abgepumpt (wir haben zwei, die aber Gottseidank voneinander getrennt und unabhängig sind). Der Rest wird dann nach unten abgelassen, besonders hier sind die Eiskristalle deutlich zu sehen. Die Filter usw. werden gereinigt, frischer Diesel eingefüllt. Der MAN springt ohne Probleme an.










An der benachbarten Tankstelle füllen wir den Tank dann vollständig auf. Anschließend fahren wir zurück auf den Stellplatz. Zum Weiterfahren ist es uns zum einen zu spät, zum anderen braucht der männliche Problemfall noch etwas Ruhe. Wie es uns dann weiter ergangen ist, ob es nun endlich reibungsloser läuft, ist doch in der letzten Zeit bei uns irgendwie „der Wurm drin“, erfahrt Ihr dann im nächsten Bericht.



Weiter geht es mit Auf nach Lappland









