Baja California: Wissenswertes und Nützliches

Wer mit dem eigenen Fahrzeug auf die Baja California reist fragt sich bestimmt: Wie ist es dort um die Sicherheit bestellt, wie sind die Straßen, wie die Verkehrslage. Im folgenden unsere, natürlich persönlich gefärbte Einschätzung.

Zur Sicherheit:

Wenn man mit US-Amerikanern spricht, so raten die meisten von Reisen nach Mexico, auch auf die Baja dringend ab, erzählen die tollsten Schauermärchen und bleiben deshalb auch der Baja fern. Dies gilt im übrigen nicht für Kanadier und Europäer, die weiterhin die Baja besuchen. Nirgendwo sonst auf unseren Langzeitreisen in Nordamerika haben wir so viele europäische Traveller getroffen, die alle von der Baja begeistert sind. Und in der Tat: Wir haben uns nirgends auf der Baja unsicher gefühlt, obwohl wir nicht nur in Camps, sondern vielfach einsam und frei übernachtet haben. Wir haben noch nicht einmal einen einzigen Schuss gehört (in den USA ballert es an jeder Ecke!). Die Menschen sind freundlich, immer wieder wird uns zu gewunken, werden wir freundlich begrüßt, speziell dann, wenn die Leute merken, dass wir aus Alemania sind, also keine Gringos. Das gilt im übrigen auch für die Polizei. Hier ist es sehr hilfreich, immer mal freundlich zu winken und zu grüßen. Dann kommen sie auch schon einmal vorbei, schauen ob alles OK ist, schreiben eine Telefonnummer auf, die man bei irgendwelchen Problemen anrufen kann.

Natürlich sollte man wie überall anders auch die üblichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, d.h. keine Wertgegenstände sichtbar offen liegen lassen, Fahrzeug verschließen, wenn man weggeht und so weiter und so fort. Wir haben von Diebstählen gehört, die aber allesamt stattgefunden haben, wenn z.B. die Fahrzeugtür offenstand und man ein Stück entfernt am Strand saß oder aber aus voll geräumten Palapas (man selbst unterwegs zum Football-Schauen oder mit dem Boot auf dem Wasser) usw. usw.

Die "Bibel" für alle Baja-Reisenden (Church & Church) gibt neben sehr guten und ausführlichen Erläuterungen zum Campen auch zahlreiche Hinweise zur Sicherheit.

Straßen und Verkehr:

Auch die Schauermärchen über die Mex 1 treffen inzwischen so nicht mehr zu. Die Straße ist zwar vielfach noch schmal, wird aber fortlaufend ausgebaut. Der Straßenbelag selbst ist in aller Regel in einem guten Zustand.

Das Hauptproblem im mexikanischen Straßenverkehr sind zum einen die Trucks, zum anderen überhöhte Geschwindigkeit.

Da die Trucks in aller Regel die gleichen Abmessungen haben wie die in den USA, also Monstertrucks sind, nehmen sie die komplette Breite der Fahrbahn in Anspruch, in engen Kurven auch mehr. Ist man selbst mit einem größeren Fahrzeug unterwegs, heißt es also vorausschauend fahren. D.h. bei entgegenkommenden Trucks rechtzeitig die Geschwindigkeit reduzieren und so weit wie möglich rechts fahren. Der Truckfahrer reduziert seine Geschwindigkeit auf keinen Fall! Dies ist besonders dann sehr unangenehm, wenn die Straße sehr eng ist, es keinen Seitenstreifen gibt und sie dazu auch noch auf einem Damm verläuft. Selbst wenn man so weit wie möglich rechts fährt, sind es manchmal nur wenige Zentimeter Luft zwischen den Außenspiegeln der beiden Fahrzeuge!

Noch unangenehmer wird es, wenn man von einem solchen Truck überholt wird. Das sollte man, wenn es irgend geht, vermeiden, also immer die Verkehrslage im Rückspiegel beobachten und erforderlichenfalls rechtzeitig eine Haltebucht ansteuern. Denn die Truckfahrer sind unter Termindruck und gestresst, überholen werden sie auf jeden Fall!

Es gibt fast keine Kurve oder unübersichtliche Stelle entlang der Mex 1, an der nicht mindestens ein vielfach bunt geschmücktes Kreuz zu finden ist, um an einen Verkehrstoten zu erinnern. Wir selbst haben zwar nur einen katastrophalen Unfall gesehen, aber mit der Ursache ist man ständig konfrontiert, nämlich viel zu hohe Geschwindigkeit. Dabei ist grundsätzlich die ausgewiesene Geschwindigkeitsbeschränkung durchaus vernünftig, und auch Gefahrenstellen werden rechtzeitig angekündigt, z.B. Curva peligrosa usw. Aber wenn dann 40 km/h erlaubt sind, fahren die Einheimischen im Schnitt 80, und wenn 80 erlaubt sind, fahren sie 120. Außerdem wird häufig an unübersichtlichen Stellen auch noch überholt. Gottseidank ist auf vielen Abschnitten der Mex 1 die Verkehrsdichte relativ gering! Trotzdem ist zu sagen, dass trotz relativ guter Straße das Fahren hohe Konzentration erfordert und deshalb für den Fahrer durchaus anstrengend ist.

Eine weitere Besonderheit sind die sogenannten "topes", die besonders in den Ortschaften im Bereich von Schulen, Polizeistationen, aber auch ohne jeden erkennbaren Grund zu finden sind. Es handelt sich hierbei um kleine, manchmal extrem steile Bumps, die die Geschwindigkeit sehr effektiv reduzieren. Dumm nur, dass sie manchmal nicht ausreichend gekennzeichnet oder zu erkennen sind. Wenn man hier zu schnell drüber fährt, kann man anschließend das Interieur des Fahrzeugs neu sortieren. Aber wenn das ein paar Mal geschehen ist, passt man schon auf wie ein Luchs, wenn man nur in die Nähe einer Ortschaft kommt! Auch hier gilt also für Fahrer als unbedingt auch für Beifahrer höchste Konzentration!!!

Ausgesprochen lästig sind die häufigen Militärkontrollen entlang der Mex 1. Auf der Fahrt blieb es bei uns in der Regel bei einem kurzen "Woher" und "Wohin", bei der Fahrt nach Norden wird dann aber fast an jedem Posten auch das Innere des Fahrzeugs inspiziert. Die Person, die das Fahrzeug inspiziert, sollte man unbedingt begleiten, Forderungen nach Geld auf keinen Fall nachgeben und ansonsten freundlich zu den Jungs sein. Bei den meisten Soldaten handelt es sich offensichtlich um junge Wehrpflichtige, die weder Englisch sprechen noch für diese Aufgabe ausgebildet sind. Meist sind sie nur neugierig. Über ein paar Brocken Spanisch freuen sie sich sehr. Wir hatten den Eindruck, dass es durchaus hilfreich ist zu zeigen, dass man aus Alemania kommt. Auch Peters Bundeswehrkäppi, das er an jeder Militärkontrolle trägt, noch mehr aber unsere Bundeswehr-Tropenstiefel waren nützlich. Die "Kontrolle" beschäftigte mehr die Frage, ob diese denn auch bequem sind, ob man sie als Zivilist so einfach kaufen kann usw. Richtig gründlich kontrolliert wurden wir nur ein einziges Mal.

Was wäre die Baja California ohne ihre Pisten!?! Nicht umsonst findet auf diesen einmal im Jahr die bekannte Baja-Rallye statt. Und früher gab es südlich von El Rosario auch gar keine Alternative hierzu, da die Mex 1 hier endete. Es gibt einige wenige, die man recht zügig fahren kann. Die meisten allerdings sind selbst dann, wenn sie schnurgerade verlaufen, derartig "washboarded", wie wir es sonst noch nirgendwo erlebt haben. Es gibt immer wieder kurze Dips, Einschnitte, die es unmöglich machen, flott über dieses Waschbrett zu fahren. So holpert man dann über große Entfernungen teilweise im ersten Gang zeitaufwändig dem Ziel entgegen, wie z.B. 10 km schlimmstes Waschbrett zum Strand La Gringa in der Bahia de los Angeles. Auch hierzu finden sich in dem schon erwähnten Buch von Church & Church sehr brauchbare Hinweise zur Straßenqualität. Manche der Pisten, speziell in den bergigen Regionen, wie z.B. die Strecke Agua Verde, sind ein wenig abenteuerlich, da sie recht schmal sind. Wir haben es selbst erlebt, wie auf der Rückfahrt plötzlich in einer Kurve am Hang die Piste unter dem rechten Hinterrad wegsackte. Mit anderen Worten: Die Strecken sind eher für kleinere Fahrzeuge geeignet, bei Fahrzeugen vom Typ Expeditionsmobil ist Vorsicht und eventuelle Erkundung vorab geboten.

Viele der dirt roads, die bei Trockenheit gut zu befahren sind, entwickeln sich nach einem Regen zu einer schlammigen, extrem rutschigen Angelegenheit, die eigentlich nicht mehr zu befahren ist. In USA sind uns überall die Schilder begegnet "impassable when wet", diese gibt es hier anscheinend nicht.

Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf Kartenmaterial. Als Übersichtskarte haben wir die International Travel Map Baja California (1 : 650.000) genutzt, die durchaus zu empfehlen ist. Aber das beste Kartenmaterial bietet der Baja California Almanac. In diesem sind auch selbst kleinste Pisten verzeichnet. Allerdings findet man diesen Almanac eigentlich nirgends, selbst Amazon kann ihn nicht liefern! Aber in unserem Linkverzeichnis findet ihr eine Bestell-Adresse.

Aktuelles

 

 

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Richtung Heimat -

die Rückverschiffung

09. August 2018

 

 Auf der Grande Brasile schippern wir

und der MAN zurück nach Europa.

 

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Am Rio de la Plata

13. Juli 2018

 

Vor der Verschiffung verbringen wir noch einige Zeit an schönen Plätzen am

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Uruguay 1: Atlantikküste

02. Juli 2018

 

Die Zeit bis zur Rückverschiffung werden wir in Uruguay verbringen. Zuerst geht es entlang der schönen Atlantikküste.

  

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