Utah 1

10. Oktober 2012

Von der Vielfalt der Landschaften her ist Utah sicherlich einer der interessantesten Staaten der USA. Deshalb gibt es zu diesem Staat auch zwei Berichte. Wir besuchen allerdings hauptsächlich sogenannte "Nebenziele". Die großen und schönen Nationalparks wie z.B. Arches und Canyonlands Nationalpark hier im Gebiet haben wir auf unserer letzten großen Reise teilweise ausführlich besucht und lassen wir diesmal aus, um mehr Zeit für andere Regionen zu haben. Wenn ihr darüber nachlesen wollt, schaut euch doch einfach unseren Bericht aus 2009 hierzu an: Utah Nationalparks

Beginnen wir unseren ersten Utah-Bericht dort, wo wir den letzten beendet haben - an der Flaming Gorge, deren südlicher Teil bereits zu Utah zählt. In der Nähe des Stateline Beach finden wir einen schönen Stellplatz direkt am Wasser. Tiere wie Gabelantilopen und Maultierhirsche sehen wir hier teilweise direkt am Stellplatz, immer wieder schwimmen größere Trupps verschiedene Wasservögel, u.a. Säger vorbei. Abends ein Schauspiel der besonderen Art - solche Mückenschwärme (Gottseidank keine stechenden Exemplare) haben wir noch nie gesehen.

Über Manila geht es zum geologisch interessanten und landschaftlich eindrucksvollen Sheep Creek Canyon. Und dem Namen entsprechend sehen wir auch zahlreiche Dickhornschafe. Die Bäume zeigen bereits erste Anzeichen der Herbstverfärbung.

Noch eindrucksvoller ist die Verfärbung bei der Weiterfahrt durch den Ashley National Forest. Hier treffen wir Bob und Diane Wolfe mit ihrem Westfalia Bully. Bob ist Photograph und schenkt uns sein neu herausgekommenes Buch - an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür!

Von Vernal aus - ein gutes Versorgungszentrum - fahren wir zum Dinosaur National Monument, denn die jahrelang geschlossene Quarry ist wieder geöffnet und zeigt eine beeindruckende Original-Ausgrabungsstelle von Dinosaurier-Skeletten.

Wir wandern auch noch einmal den Sound of Silence Trail, der allerdings im Frühjahr zur Blütezeit noch lohnender ist. Wenn ihr weitere Bilder zu diesem Trail und zum Dinosaur NM sehen wollt, dann schaut in unsere älteren Berichte zu diesem Gebiet: Dinosaur NM und Dinosaur Blüte

Mitten in einem großen Öl- und Gasfeld liegt eine eher unbekannte Sehenswürdigkeit Nord-Utahs - der Fantasy Canyon. Das kleine Gebiet mit den skurrilen Felsformationen, die vielfach fantasievolle Namen tragen, haben wir vor drei Jahren entdeckt. Klar, dass wir auch diesmal vorbeischauen. Inzwischen ist die Zufahrt deutlich besser geworden, lediglich die letzten 4,5 Meilen sind holprige Piste, die bei Nässe sicherlich nicht zu befahren is. Siehe auch unseren alten Bericht Fantasy Canyon

Auf der Weiterfahrt nach Osten gibt es noch ein weiteres Gebiet, das dem Fantasy Canyon ähnlich ist, und das man direkt von der Straße aus erreichen kann.

Das Ouray National Wildlife Refuge hingegen ist Neuland für uns; man kann es auf einer self-guided Autotour erkunden. Leider sind die Feuchtgebiete, die ansonsten große Scharen von Zugvögeln anlocken, zum großen Teil trocken. Ein Ranger meint, dass aus diesem Grunde wohl auch in diesem Jahr die Vögel hier keine Station machen werden.

Da es die kürzeste Strecke nach Süden ist, fahren wir nochmals durch den Nine Mile Canyon. Die landschaftlich eigentlich schöne Strecke leidet mittlerweile leider unter den sich weiter ausbreitenden Erdölförderstellen und der damit verbundenen Zunahme an Truckverkehr. Auch wird die komplette Strecke momentan teilweise autobahnähnlich ausgebaut und asphaltiert. Schöne Übernachtungsplätze am Rande gibt es immer noch, trotzdem muss man sagen, dass die Strecke viel von ihrem früheren Reiz verloren hat: Unsere Eindrücke und Bilder von letztem Besuch im Nine Mile Canyon findet ihr unter NineMileCanyon

Price ist wiederum ein guter Versorgungsstützpunkt. Von hier aus geht es dann südlich nach Castle Dale. Hierhin werden wir in den nächsten Tagen mehrfach zurückkehren, da es im Ort gutes und vor allem schnelles WIFI gibt. Dieses brauchen wir, da unsere Homepage gehackt wurde und wir Reparaturarbeiten vornehmen müssen. Überhaupt ist Castle Dale ein sehr angenehmer Ort.

Über die Green River Cutoff Road erreichen wir The Wedge. The Wedge ist der Überblick über den Canyon des San Rafael River, vielfach auch Little Grand Canyon genannt. Das Gebiet ist als Recreation Area ausgewiesen, es gibt zahlreiche ausgewiesene freie Übernachtungsplätze. Zunächst sehen wir den Regen nur in der Ferne, nutzen das noch schöne Wetter auch mal wieder zu einer Biketour, aber irgendwann hat der Regen uns dann doch erwischt.

Die Strecke ist zwar mittlerweile recht gut ausgebaut, aber die Schilder "Road may be impassable when wet" sollte man ernst nehmen, wie wir selbst erlebt haben. Hier hilft auch kein Allrad mehr. Die Straßen werden zur Rutschbahn, der klebrige Lehm setzt die Radhäuser zu. Hier hilft dann nur noch Aussitzen und warten, bis es wieder einigermaßen abgetrocknet ist, so dass man das Gebiet gefahrlos verlassen kann. Die anschließende einstündige Hochdruckreiniger-Orgie in Castle Dale hat uns zahlreiche Quarters gekostet.

Wir verzichten aufgrund dieser Bedingungen deshalb auch auf die Weiterfahrt von The Wedge über den Buckhorn Draw zur Interstate 70, sondern entscheiden uns für die Weiterfahrt auf der Utah 10. In Ferron ein kostenloser Dump! Die asphaltierte Strecke über die Moore Road stellt sich als durchaus lohnende Alternative heraus.

Da es inzwischen wieder abgetrocknet ist, können wir doch noch die Temple Mountain Road als Abkürzung nach Süden nehmen. Am Temple Mountain wurde zur Zeit des Kalten Krieges viel von dem Uran abgebaut, das für die Atombomben notwendig war.

Südlich hiervon liegt der Goblin Valley State Park. Unser Besuch hier ist nur kurz, trotzdem entdecken wir gegenüber den letzten Besuchen noch Neues - mehr Bilder findet ihr in unseren alten Berichten: GoblinValley1 und GoblinValley2

Vom Goblin Valley aus erreicht man über eine inzwischen asphaltierte Straße den Trailhead zum Little Wild Horse Canyon. Wir erkunden den Slot Canyon auf einer mehrstündigen Wanderung.

Das gesamte Gebiet im Umfeld des San Rafael Reef ist sehr schön, auch gibt es hier zahlreiche gute freie Stellplätze, so dass wir hier einige Zeit verbringen. Das gibt auch mal wieder die Möglichkeit, leckeres Brot zu backen.

Auf der Weiterfahrt Richtung Hanksville sehen wir auf den Dünen zahlreiche Gabelantilopen, und da es geregnet hat auch zahlreiche blühende Pflanzen.

Südlich Hanksville liegt ein weiteres weitgehend unbekanntes, nichtsdestotrotz aber sehr sehenswertes kleines Gebiet: Little Egypt. Die Formationen sind ähnlich wie die im Goblin Valley State Park, aber sie sind rötlicher gefärbt und gebändert und stehen insgesamt viel dichter beieinander.

Wie es weitergeht erfahrt ihr im nächsten Bericht zu Utah!


Weiter geht es mit Utah 2


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