Chile 2: Fin de Camino

23. November 2017

Auf dem Weg nach Puerto Natales bleiben wir noch in großartiger Umgebung bei Puerto Prat. Danach geht es dann aber auf der Ruto del Fin del Mundo weiter südwärts. Unterwegs blüht viel Löwenzahn, Nandus laufen umher. Außerdem sehen wir die ersten Alpakas; im Gegensatz zu den Guanakos handelt es sich hierbei um Nutztiere. Ein gutes Stück vor Punta Arenas finden wir einen geeigneten Übernachtungsplatz.

 

 

 

 

Punta Arenas wird gerne als schönste Stadt Patagoniens bezeichnet. Dem können wir nicht so ganz folgen, speziell die Außenbezirke finden wir eigentlich nur scheußlich. Zugegeben: Im Zentrum finden sich alte Villen, die vom Reichtum ihrer ehemaligen Besitzer, den Estanzieros (Großgrundbesitzer) zeugen. Viele Denkmäler hat man errichtet. Besonders eindrucksvoll geraten ist das für Fernando de Magallanes.

 

 

 

Der Friedhof legt ebenfalls Zeugnis ab vom Reichtum der Großgrundbesitzer, die nicht nur fürstlich gewohnt haben, sondern sich natürlich auch würdig bestatten ließen.

 

 

Die Stromverkabelungen entlang der Wohnstraßen lassen uns immer wieder staunen. In manchen Nebenstraßen müssen wir beim Durchfahren höllisch aufpassen, dass wir wirklich unter den teilweise tief hängenden Kabeln durch passen.

 

Gut gefallen uns die vielen großflächigen Murales und Holzschnitzereien, die wir entlang der Uferpromenade entdecken. Noch interessanter finden wir die hölzernen Stege, auf denen Hunderte von Kormoranen (Blauaugenscharben) nisten.

 

 

  

 

Nach einem Großeinkauf beim gut sortierten Lider (=Walmart) verlassen wir die Stadt - natürlich auf der Ruta 9 Richtung Süden. Am Ufer liegt das Wrack der Lord Lonsdale, auch hier wieder nette Murales. Unterwegs eine kleine Ansiedlung, mit der kitschigen Kapelle San Pedro.

 

 

Über eine Naturstraße mit vielen Schlaglöchern holpern wir zum Fin de Camino - dem südlichsten Punkt, der mit dem Fahrzeug auf dem amerikanischen Kontinent zu erreichen ist. Von hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Und das wollen wir am nächsten Tag tun. Deshalb übernachten wir in der Nähe, können direkt an unserem Platz noch einige Vögel beobachten. In den Bäumen finden sich viele gelb bis orangefarbene Pilze. Diese nennt man Darwin's Bread oder auch Pan del Indio. Den Ureinwohnern dienten die Fruchtkörper als Nahrung. Der eigentliche Pilz wächst unter der Rinde und erzeugt an den Stämmen des Wirtsbaumes dicke, rundliche Geschwülste.

 

 

 

Am nächsten Morgen wandern wir dann bei leider schlechtem Wetter. Am Strand geht es entlang eines Waldes mit dichter Vegetation zum Leuchtturm San Isidro.

 

 

 

 

 

 

Gottseidank reißt die starke Bewölkung zwischendurch auch einmal etwas auf, so dass wir einen ersten Blick auf unser nächstes Ziel - Tierra del Fuego (Feuerland) - werfen können.

 

Abends fahren wir ein kurzes Stück zurück nach Norden zum Schutzgebiet von San Juan. Dieses Gebiet schützt vor allem die seltenen Rotkopfgänse.

Magellangänse haben wir schon sehr viele gesehen. Auf den ersten Blick denkt man auch bei der Ansammlung von Gänsen am San Juan River, dass es alles Magellangänse sind. Es sind auch tatsächlich viele auf der Wiese unterwegs. Aber zwischen diesen befinden sich auch Graukopfgänse, die sich durch die Färbung des Kopfes relativ leicht von den weiblichen Magellangänsen unterscheiden lassen. Die sehr seltenen Rotkopfgänse sehen auf den ersten Blick hingegen wie weibliche Magellangänse aus. Hier muss man schon genau hinschauen, um die Unterschiede zu sehen. Am leichtesten zu erkennen sind sie, wenn sie paarweise auftreten. Bei den Rotkopfgänsen sind die beiden Geschlechter gleich gefärbt, wohingegen bei den Magellangänsen das Männchen hauptsächlich weiß und deutlich anders gemustert ist.

 

 

 

Auf dem weiteren Weg überall im Gelände verschiedene Enten. Ein kleiner Friedhof ist als National Monument dem Kapitän Pringle Stokes der HMS Beagle gewidmet - das Schiff, mit dem Darwin seine Forschungsreisen hierher unternommen hat.

 

 

In Punta Arenas kaufen wir nur kurz ein, Gas füllen können wir leider nicht, da die "Maschine kaputt" ist. Na gut, eine Weile kommen wir noch hin. Auf dem Weg zur Fährstation schauen wir uns die aufgegebene Estancia San Gregorio und die Schiffswracks am Ufer an. Wie sagt die IOverlander-App: "A must see for lost places!"

 

 

 

Es ist schon spät, und wir bleiben für die Nacht noch hier in der Gegend. Am Platz blühen viele schöne Pantoffelblumen. Zudem gibt es noch einen netten Sonnenuntergang.

 

 

Früh am nächsten Morgen erreichen wir die Fährstation von Punta Delgada. Wir sind erstaunt - außer uns noch niemand in der Warteschlange, lediglich zwei LKW stehen in der LKW-Spur. Nach einigen Minuten erscheint die erste Fähre des Tages, wir können sofort drauf fahren und in gut 20 Minuten ist Feuerland erreicht.

 

 

 

 

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