Sizilien – Liebe auf den zweiten Blick?

06. März 2022

 

Nein, das können wir für uns nicht behaupten. Unser Besuch auf der Insel war nicht geplant, sondern die Idee ist angesichts der Wetterlage in Griechenland relativ spontan entstanden. Natürlich haben wir dann so einiges im Internet recherchiert, aber was wir vorgefunden haben, hat nicht unseren Erwartungen entsprochen.

Die Küstenregionen sind für unser Verständnis eine Katastrophe, nahezu komplett zugebaut. Einerseits mit „normalen“ Ortschaften, bei denen man den Eindruck hat, dass sie irgendwie nie enden. Andererseits ausgedehnte Ferienhaussiedlungen, kilometerlange Gewächshausreihen aus Plastik, hässliche Industrieanlagen, Bauruinen, und das in Verbindung mit dichtem Verkehr. Bei den wenigen noch nicht zugebabelten Abschnitten haben teilweise ganz frisch angelegte Sperren (wirklich nicht zu überfahrende Stein-Erd-Wälle, dicke Felsboller, Schranken …) eine Zufahrt verhindert.

 

 

 

 

 

Außerhalb der Saison war das Übernachten trotzdem kein Problem, aber will man wirklich an einem Strand stehen, der sich abends und nachts als Stricher- und Drogenmilieu herausstellt!? Wir zumindest nicht!

Hinzu kommen teilweise grottenschlechte Straßen und eine quasi nicht vorhandene Verkehrsdisziplin bei wie oben schon gesagt teilweise sehr dichtem Verkehr. Verkehrsregeln einhalten ist eher unüblich, es wird aggressiv, um nicht zu sagen kriminell gefahren. Überholverbot – interessiert niemanden! Wie oft wir bei den teilweise riskanten Manövern selbst vor nicht einsehbaren Kurven geschnitten worden sind, können wir gar nicht zählen. Geschwindigkeitsbeschränkungen – interessieren nicht! Bei vorgeschriebenem Tempo 60 wird man selbst wenn man bereits 70 fährt mit 100 und mehr Sachen überholt. Viele Brücken sind wie bei uns in Deutschland anscheinend marode. Der Verkehr wird dann selbst auf der Autobahn einspurig, teilweise darf man sie nur mit 40 km/h überfahren, Abstand von 150 oder 200 m wird gefordert. Kein schönes Gefühl, wenn man sich halbwegs an die Regeln hält, aber PKWs oder auch 40 Tonner dann nahezu an der Stoßstange kleben.

 

Vor allem aber die Abfallberge sind eine absolute Katastrophe. Wir hatten vorher davon gelesen, auch entsprechendes erwartet, aber die Realität ist dann doch noch viel schrecklicher. Wir haben in vielen Ländern Abfall als Problem kennengelernt, aber Sizilien toppt alles, selbst Südamerika! Das Müllproblem ist entsetzlich! Die Bilder sind keine Einzelfälle, zeigen noch nicht einmal die schlimmsten Stellen. Oft konnten oder wollten wir nicht anhalten um zu fotografieren. Natürlich gibt es auch Gegenden, in denen es relativ oder sogar erstaunlich sauber ist. Ob da die Kommunen anders mit dem Problem umgehen oder warum auch immer? Abfallentsorgung ist auch für uns äußerst schwierig gewesen, teilweise haben wir in größeren Müllsäcken gesammelt und so lange mit uns herumgefahren, bis es dann endlich einmal eine Mülltonne gab.

 

 

 

 

Im Hinterland ist die Bebauungsdichte etwas geringer, dafür gibt es ausgedehnte Kulturlandschaften, vielfach eingezäunt, beackert, bewirtschaftet.

 

„Richtige“ Natur findet man hauptsächlich in den Naturreservaten, die überwiegend auch wirklich schön sind. So hat uns die Fahrt hinauf zum Ätna sehr beeindruckt. Auch der Aufenthalt in der Nekropole Pantalica hat uns gut gefallen. Tolle Landschaft, tausende von Höhlengräbern, gute Wandermöglichkeiten. In einigen Naturreservaten gibt es hervorragende Vogelbeobachtungsmöglichkeiten. Hinzu kommen archäologische Ausgrabungen mit gut erhaltenen bzw. restaurierten Tempelanlagen.

Die Einkaufsmöglichkeiten sind ausgesprochen gut, hervorragende Auswahl und Qualität. Und wenn die Sizilianer nicht hinter dem Lenkrad sitzen, erweisen sie sich als ausgesprochen freundliche und hilfsbereite Menschen.

Die Insel hat also durchaus auch sehr schöne und positive Seiten, von denen wir in unseren Berichten einige aufgezeigt haben. Aber das „Gesamtpaket“ ist für uns leider so, dass wir anders als bei vielen sonstigen bereisten Gebieten sagen: Wir werden sicher nicht noch einmal wiederkommen.

 

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Für die Rückreise beschließen wir, mehr oder weniger die gleiche Strecke wie auf dem Hinweg zu fahren, allerdings mit einigen Abweichungen. Wir wollen nämlich noch uns bisher nicht bekannte Ziele ansteuern.

 

 

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