Unterwegs im Cuxland
23. - 28. Dezember 2025
Das Ahlenmoor ist eines der bedeutendsten Hochmoorgebiete in Niedersachsen, und so gibt es hier ein großes Moorinformationszentrum. Aber der Saison geschuldet ist das geschlossen. Auch die Moorbahn fährt natürlich nicht.

Ein Moorerlebnispfad führt in einer kleinen Runde durch die Moorlandschaft. An insgesamt 22 Stationen erfährt der Spaziergänger hier Wissenswertes zum Ökosystem, seiner Nutzung, den Lebewesen. Leider ist das Wetter ähnlich trübe wie in den letzten Tagen.


Am nächsten Morgen verlassen wir dann bei deutlich besserem Wetter unseren Nachtplatz. Für die kommenden Tage ist Frost angesagt. Da wäre Strom nicht schlecht, zumal wir im Hinblick auf den zweiten Teil unserer Winterreise auch so einiges an neuem Equipment testen wollen. Wir haben uns den Stellplatz in Krummendeich ausgeschaut. Relativ neu angelegt mit großzügigen Stellplätzen und quasi kein Betrieb. Die Anmeldung erfolgt reibungslos über den CampCard-Automaten, wo man dann auch direkt die Gästekarte erhält, mit der man den Strom freischalten kann. Heute belassen wir es aufgrund des noch recht starken Windes bei einem kurzen Spaziergang zum Deich, wo wir unser morgiges Wandergebiet schon einmal in Augenschein nehmen können, bevor dann am Nachmittag ein schöner Sonnenuntergang den Heiligabend ankündigt. Ein Raclette passt heute sehr gut als Abendessen.








Am frostigen, aber sonnigen 1. Weihnachtstag geht es dann vorbei an ausgedehnten Apfelplantagen mit netter Weihnachtsdeko zum Landschaftsschutzgebiet Kehdinger Marsch. Wie sagt die Infotafel: „Die weiträumige Elbmarschenlandschaft ist ein international bedeutsames Brut- und Rastvogelgebiet. Weiteres Schutzziel ist die Erhaltung und Pflege von Dauergrünland, das von Grüppen, Gräben und Altprielen durchzogen ist.“ Wir laufen bis zur Elbe und sehen tatsächlich große Mengen an Vögeln. Viele Kiebitze (leider kein Foto), einen sehr großen Greif (es könnte ein Seeadler gewesen sein) und vor allem Gänse, Gänse,Gänse. Zumeist sind es Weißwangengänse, die auf den Grünflächen ausreichend Futter finden. Durch Spaziergänger lassen sie sich nicht stören, aber ein vorbeifliegendes Kleinflugzeug scheucht sie vorübergehend auf.
Vom Elbdeich schauen wir hinüber nach Schleswig-Holstein, bevor wir uns auf den Rückweg nach Krummendeich machen, wo ein leckeres Fondue auf uns wartet.

Am 2. Weihnachtstag ist es dann so richtig frostig. So können wir direkt ausprobieren, wie sich die Einschraubspikes, die wir für die nächste Tour voraussichtlich brauchen werden, bei eisigen Temperaturen „verarbeiten“ lassen. Es klappt – wieder ein Punkt, der auf unserer todo-Liste abgehakt werden kann.


Heute fahren wir mit dem MAN auf schmalen, aber auch für uns zugelassenen Wegen durch die Elbmarschen. Wieder sehen wir unglaubliche Mengen an Gänsen und Enten. Die letzteren ziehen sich allerdings sofort weit zurück, so dass nur bleibt, einen Überblick über die Menge aus der Ferne zu fotografieren.
Eigentlich wollen wir zum Wildvogelreservat Nordkehdingen, aber das Gebiet ist jetzt im Winter nicht zugänglich. So bleibt uns nur der Blick aus der Ferne auf riesige Vogelschwärme, bei denen wir deshalb auch nicht mit Bestimmtheit sagen können, um welche Arten es sich handelt. Auch den alten Leuchtturm Balje können wir so nicht erreichen, aber zumindest vom Deich aus fotografieren. Wir halten uns an das Verbot, ärgern uns aber wieder einmal, dass wir in der Ferne im Gebiet ignorante Spaziergänger mit freilaufenden Hunden sichten, wie leider nahezu überall hier in den Schutzgebieten, wo zumindest Leinenpflicht besteht.
Mittagspause machen wir dann am Ostesperrwerk und Natureum, das natürlich ebenfalls geschlossen ist. Hier dürfte man auch übernachten, aber wir haben uns ein anderes Ziel ausgeguckt.

Wir fahren nach Wischhafen zum Museumshafen. Die Schiffe liegen trocken auf Eis. Auf dem kleinen Wohnmobil-Stellplatz direkt am Hafen – Spende erbeten – verbringen wir eine ruhige und nicht mehr frostige Nacht.

Ein paar frische Sachen fehlen, also gibt es zunächst im Ort Drochtersen mit hübscher Weihnachtsdekoration einen kurzen Einkaufsstopp.

Nicht weit entfernt befindet sich ein weiterer Mini-Hafen. Auch hier ist noch alles vereist. Zahlreiche Krickenten sind zu beobachten, leider erneut bei widrigen Lichtverhältnissen.
Die Festung Grauerort (im Winter geschlossen, nur von außen anzusehen) wurde im 19. Jahrhundert von der preußischen Armee als zweite Verteidigungslinie zum Schutz vor feindlichen Kriegsschiffen erbaut. Die Lage direkt am Elbdeich war hierfür ideal.


Morgen, am Sonntag, wollen wir möglichst früh mit der Elbfähre von Wischhafen hinüber nach Glückstadt in Schleswig-Holstein, um lange Schlangen zu vermeiden. Da brauchen wir einen Platz, der nicht allzuweit entfernt ist. An einem kleinen Hafen – auch hier offiziell gegen Spende erlaubt – bleiben wir. Einen längeren Spaziergang (in Gummistiefeln wegen der schlammigen Wege) unternehmen wir trotz des wieder trüberen Wetters. Am späten Nachmittag klart es dann auf, es wird zusehends kälter. Immer wieder sehen wir Schiffe vorbeifahren. Schon in der Dunkelheit dann in eindrucksvoller Beleuchtung die riesige AidaNova.






Morgens ist dann alles befroren, wir müssen erst einmal kratzen, bevor wir auf leicht glatten Straßen Wischhafen erreichen. Nur ein paar Minuten dauert es, dann können wir auf die Fähre und durch eine mystische, neblige Landschaft geht es hinüber ans andere Elbufer.



Weiter geht es mit Ein wenig Schleswig-Holstein











