Anreise und ein Zwangsstopp

01. - 07. Februar 2026

 

Mit der Planung und Vorbereitung unserer Wintertour in den Norden Skandinaviens haben wir bei hochsommerlichen Temperaturen begonnen. Zu unseren zwei vorhandenen Schneeketten müssen noch zwei weitere her, die wir natürlich gleich auch ausprobieren. Ein guter Keramikheizlüfter – extrem leise und mit geringem Stromverbrauch – soll uns das Heizen zusätzlich zur Gasheizung ermöglichen. Aus leidvoller Erfahrung aus jungen Jahren wollen wir diesmal auf jeden Fall Spikes haben. Also bestellen wir 700 Stück Einschraubspikes. Das Montieren probieren wir bei kälteren Temperaturen auf unserer Norddeutschland-Tour aus – klappt. Hinzu kommen viele weitere Kleinigkeiten der persönlichen Ausrüstung. Zu guter Letzt wird die Finnlines-Fähre von Travemünde nach Helsinki gebucht. Leider hat sich auf der Heimfahrt von der letzten Tour einer der beiden hinteren Stoßdämpfer nach gerade einmal einem halben Jahr Nutzung verabschiedet. Da müssen also auch noch neue her. Die Montage ist bei den derzeitigen winterlichen Bedingungen hier im Norden eine Herausforderung, lässt sich aber regeln.

Die Wetter- und Straßenverhältnisse in unserem Abreisezeitraum sind schlecht, viele Glatteisunfälle, gesperrte Straßen. Nach gründlicher Beobachtung der Lage entscheiden wir, am letztmöglichen Tag (einem Sonntag) loszufahren, und das ist eine gute Entscheidung. Wir kommen ohne Probleme am frühen Nachmittag in Travemünde an, entschließen uns angesichts der eisigen Temperaturen nicht im Hafen zu warten, sondern auf dem nahegelegenen Womo-Stellplatz, da wir hier Strom haben und heizen können, ohne die Batterien zu belasten. Gegen 22.30 Uhr soll der Check-in öffnen, und so machen wir uns um diese Zeit auf den Weg. Es ist nicht viel los. Außer uns fünf Wohnmobile, einige PKW, aber leider auch fünf gut besetzte Reisebusse! Eigentlich sollte es also schnell gehen. Gegen 23 Uhr startet dann auch das Beladen, sehr aufwändig, immer nur zwei, drei Fahrzeuge mit Blinkemännchen voran geht es auf die Finnlady. Was sich uns dann nicht erschließt, ist die Tatsache, dass ein weiteres Expeditionsmobil, ein Kastenwagen und wir aussortiert werden und weiter in der Kälte ausharren müssen. Natürlich sämtlich wie bisher auch schon mit laufendem Motor. Nach dem Schließen des Check-ins werden wir dann nach 24 Uhr endlich aufs Schiff geleitet. Was für ein Schwachsinn! Wir sehen, dass nicht der Laderaum das Problem gewesen sein kann – Platz ohne Ende!

Nun aber schnell in die Kabine. Die Junior-Suite für uns Senioren – das passt doch schon einmal. Und die Kabine ist der Hammer! Viel Platz, mit mehreren großen Fenstern, ein schönes Doppelbett, eine gemütliche Sitzecke, eine gefüllte Minibar. Dass sogar das geräumige Badezimmer ein Lukenfenster hat, haben wir bisher noch auf keinem Schiff gehabt. Bereit stehen eine gekühlte Flasche Sekt, Süßigkeiten, Gutscheine für den Welcome Drink, den wir aber auf morgen verschieben. Aber den leckeren Sekt genießen wir noch, schauen der vorzeitigen Abfahrt gegen 1.15 Uhr zu, bevor es dann endlich ins bequeme Bett geht. Es ist sehr windig und schaukelt natürlich ein wenig, aber nichts Dramatisches.

Am nächsten Morgen schauen wir dann durch die leider nicht besonders sauberen Fenster dem Sonnenaufgang zu, bevor es zum Frühstücksbuffet geht. Hier haben übrigens alle Passagiere mit Mahlzeitenpaket (das bei uns in der Kabine enthalten ist) einen festen Tisch. Wir haben Glück, haben wir doch einen am Fenster erwischt. Das Essen, sämtlich als Buffet serviert, ist gut.

Ein kurzer Rundgang auf dem Außendeck – nein, das ist uns angesichts des heftigen Windes viel zu kalt. Da genießen wir doch lieber den Blick aus unserer Kabine und später unser leckeres Willkommensbier – das finnische Bärenbier Karhu.

Am nächsten Morgen hören wir dann schon vom Bett aus seltsame Geräusche, Ein Blick aus dem Fenster beschert einen fantastischen Anblick. Schnell hinauf auf Deck. Das Meer ist bedeckt mit Eis, das knirschend vom Schiffsrumpf beiseite geschoben wird. Je mehr wir uns Helsinki nähern, desto dichter wird die Eisbedeckung.

 

 

Musik: Into the light
 

Pünktlich um 10 Uhr finnischer Zeit legen wir am Dienstag bei gutem Wetter an, sind recht schnell vom Schiff, auch diesmal wieder geleitet von einem Blinkemännchen. Unser erster Weg führt uns zur Tankstelle, wo wir finnischen Winterdiesel tanken. Übrigens sind die Preise außerhalb von Helsinki anschließend deutlich niedriger, aber wir wollen natürlich nicht riskieren, Probleme mit dem „falschen“ Diesel zu haben. Anschließend fahren wir noch zu einem Caravanausrüster, kaufen dort eine finnische Gasflasche, die wir dann hier in Finnland überall tauschen können. Wir gehen davon aus, dass wir alle paar Tage eine neue brauchen werden. Der Anschluss ist der gleiche wie bei unserer deutschen Flasche, so dass die Nutzung problemlos möglich ist.

Nun aber zum Rastila Camping, den wir für zwei Tage reserviert haben. Auf den großzügigen Stellplätzen ist durchaus Betrieb, viele der Camper hier scheinen uns jedoch keine Urlauber zu sein, sondern Menschen, die hier arbeiten. Die für den nächsten Tag angedachte Fahrt mit der Metro in die Stadt lassen wir angesichts eines grippalen Infekts lieber ausfallen. Das Wetter ist auch nicht mehr so gut, etwas trüb, leichter Schneefall, eisekalt. So unternehmen wir nur in der Umgebung einen längeren Spaziergang. Zum Abendessen gibt es ein Fondue.

Am nächsten Morgen suchen wir dann einen Reifenservice, wo man uns einen Teil unserer mitgebrachten Einschraubspikes montiert, Wir haben die niedrigen Minustemperaturen unterschätzt, können uns auch angesichts der angeschlagenen Gesundheit nicht vorstellen, stundenlang in der freien Natur mit dieser Arbeit beschäftigt zu sein.

Für die erste Teilstrecke hätten wir sie noch nicht gebraucht, ist doch die Autobahn gut geräumt. Aber sobald man diese verlässt, präsentieren sich die Nebenstrecken verschneit, vereist und glatt. Die Suche nach dem Service und die Montage haben einiges an Zeit gebraucht, und so fahren wir nicht mehr weit. In der Nähe von Lahti geht es auf einen Campingplatz. Hier gibt es einige Dauerwohnwagen, aber nur einer davon ist derzeit belegt. Obwohl wir erst kurz unterwegs sind, können wir jetzt schon sagen, dass die Anschaffung des Keramikheizlüfters eine gute Investition war. Auch die „Schuhtabletts“ tun gute Dienste. Und die dick gefütterten Pantoffeln sorgen dafür, dass wir im Fahrzeug immer warme Füße haben.

Die Temperaturen sinken weiter. Aber das Wetter ist herrlich. Wir fahren weiter nordwärts, der MAN verhält sich ungewöhnlich, es ruckelt und ruckelt. Der Diesel kann es doch eigentlich nicht sein, haben wir doch extra erst hier die Tanks aufgefüllt. Letztendlich geht nichts mehr, bzw. nur noch wenig. Ein freundlicher Abschleppwagen geleitet uns mit Blinklicht zu einer kleinen Werkstatt. Der Separfilter ist der Übeltäter – eingefroren. Man kann nichts ablassen. Nach dem „Auftauen“ können wir dann wieder ablassen. Der Mechaniker versichert uns, das Gefäß sei sauber gewesen, aber da sind wir uns nicht sicher, sah es doch im Separ absolut nicht verschmutzt aus. Aber unter dem MAN ist dann leider noch etwas zu sehen. Tropfende Kühlflüssigkeit. Der Kühler scheint defekt zu sein. Das können die hier nicht machen. Also fahren wir, da der MAN jetzt wieder reibungslos funktioniert, knapp 40 km zurück nach Lahti, wo es anscheinend eine geeignete Werkstatt gibt. Raskone ist tatsächlich auch für MAN Truck & Bus zuständig. Man untersucht sofort, Gottseidank, ist es doch schon Freitag nachmittag. Im Kühler gibt es ein Leck. Ersatz muss her. Der kann am Mittwoch morgen da sein.

Wir können auf dem Gelände stehenbleiben, man gibt uns Strom. Und so ist dieser Blick nun für die nächsten Tage unser Ausblick. Erst einmal auskurieren!

 

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