Von Merzouga nach Zagora - Rüttelpisten und Fechfech

18. November 2018

Auf sandiger und deshalb angenehm zu fahrender Piste verlassen wir den Erg Chebbi. Zum Abschluss kommen wir an eine Stelle, an der wir vor vier Jahren auch waren. Damals gab es hier nur das einsame Tor vor den Dünen. Heute finden sich hier Gebäude und Zeltburgen - die Touristisierung geht weiter.

 

 

In Merzouga kaufen wir noch etwas ein, dann geht es über eine Asphaltstraße zunächst nach Taouz. Hier endet der Asphalt.

 

 

Auf breiter holpriger Piste führt unser Weg nach Westen, immer relativ nah an der algerischen Grenze entlang. Ein Schild bei einigen kleinen Gebäuden lässt uns anhalten. Die Menschen hier leben unter einfachsten Bedingungen. Hmad Ouattou bearbeitet Fossiliengestein. Er zeigt uns zunächst die Rohprodukte und führt uns vor, wie er erfolgversprechende Steine aufschneidet. In seinem kleinen "Shop" schauen wir uns danach in aller Ruhe um und erstehen einige schöne Stücke zu einem akzeptablen Preis.

 

 

 

Wir kommen nur langsam voran. Die Piste ist von den zahlreichen LKW, die Material aus Steinbrüchen transportieren, zerfahren und entsprechend holprig. Unsere Fahrzeuge tun uns angesichts der schlimmen Rüttelei schon ein wenig leid; auch für uns ist die Fahrt trotz Schwingsitzen alles andere als angenehm.

 

 

Als der Weg nach Süden abknickt wird die Landschaft zusehends interessanter. Wir haben genug von der Rüttelei und suchen uns einen schönen und ruhigen Platz für die Nacht.

 

Am nächsten Tag ist die Fahrt dann viel angenehmer, da die Piste viel sandiger ist. Die Gegend gefällt uns ausgesprochen gut. Auf einer Schwemmtonebene kommen wir flott voran, es staubt allerdings gewaltig.

 

 

Bald ist die Oase Remlia erreicht. Wie so oft hier im Süden sind wir beim Anhalten sofort von einer Kinderschar umgeben, die Bonbons, Kugelschreiber oder Dirham haben möchten. Unsere freundliche Ablehnung wird problemlos akzeptiert.

 

Hinter der Ortschaft geht es nun für mehrere Kilometer durch das Gottseidank trockene Oued Rheris mit feinem Fechfech - das ist extrem feiner und lockerer Sand. Zunächst klappt alles gut. Selbst die steile und tiefsandige Ein- und Ausfahrt in das eigentliche Oued bewältigen wir problemlos.

 

 

 

 

Aber zum Ende hin erwischt uns dann ein kleines Weichsandfeld doch noch. Wir bleiben stecken. Schaufeln und Zurücksetzen in der eigenen Spur - dies allerdings mehrfach - machen den MAN wieder fahrbereit.

 

Beim Magirus brauchen wir dann etwas länger; hier kommen auch die Sandbleche zum Einsatz. Die Mittagshitze ist keine gute Zeit zum Schaufeln, außerdem ist der Sand natürlich trocken und genau hier an dieser Stelle "bodenlos". Letztendlich finden wir Gottseidank eine Möglichkeit, diese problematische Stelle zu umfahren. Hätten wir uns vorher genauer umgeschaut, hätten wir uns diese Schufterei ersparen können.

 

 

Nach anschließender Mittagspause, bei der eine Karawane an uns vorbeizieht, suchen wir uns am Fuß einer Düne einen Platz. Für den kleinen Schattenbaum sind wir dankbar. Auch der Sahara-Steinschmätzer hält sich hier anscheinend gerne auf. Die Landschaft rundherum ist eindrucksvoll.

 

 

 

Auf der Weiterfahrt sehen wir entlang der Piste viele seltsame Steinhaufen. Ein näherer Blick verrät uns, was es ist. Dies sind anscheinend die Steine, die an die Fossilienbearbeiter geliefert werden.

Wir erreichen Tafraout - nicht zu verwechseln mit Tafraoute im Anti-Atlas. Diese kleine Oase liegt gut 100 km südwestlich von Merzouga am Lac Maider. Von hier gibt es nun eine schmale, aber gute Asphaltstraße zur N12. Für diesmal reicht es uns an Pistenfahrt, zumal nach Beschreibungen der landschaftlich schönste Teil der Route nun hinter uns liegt.

Wir füllen Luft - Gelegenheit, das kleine Dünenfeld direkt neben der Straße zu erkunden.

 

 

In Fezzou halten wir an um nach Brot zu schauen. Natürlich sind wir sofort umringt von unzähligen Kindern.

 

Wir entdecken den Laden von Brahim. Er ist studierter Jurist, spricht sehr gut Englisch und hat hier neben dem Geschäft eine Auberge sowie einen Campground. Ein paar Fossilien verkauft er auch. Er kennt sich sehr gut aus und ist eine gute Anlaufadresse für Informationen. Wir werden zum Tee eingeladen und unterhalten uns länger mit ihm. Ein angenehmer Zwischenstopp. Ach ja, das große Fladenbrot, das wir bei ihm kaufen, ist wirklich ausgezeichnet.

 

 

An der N12 kennen wir einen guten freien Stellplatz, den wir für die Nacht ansteuern. An unserem Schattenbaum - Vorsicht, die Dornen der Akazien sind wirklich lang und spitz! - bewundern wir eine farbenprächtige Raupe. Im Gelände entdecken wir einige blühende Blumen.

 

 

 

 

Durch schönes Bergland bringt uns die N12 über Tazzarine nach Zagora.

 

Hier steuern wir den Camping Oasis Palmier an. Noch ist nicht viel Betrieb. Wir haben eine Ecke unter Palmen für uns. Sofort wird vor unserem Eingang ein Teppich ausgerollt, Tisch und Stühle aufgestellt. Es gibt einen Begrüßungstee.

 

Im Restaurant bestellen wir Essen für den Abend, das pünktlich zu unserem Platz gebracht wird. Es ist wirklich schmackhaft, und die Preise sind in Ordnung. Zwei Tage ruhen wir uns aus, werden noch den Souk besuchen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen.

 

 

 

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