Auf den Spuren des Ersten Weltkrieges - ein Kurztrip an die Somme

30. November 2016

Bei unserem Besuch in St. John's, der Hauptstadt Neufundlands, Canada, Ende Juni 2016 haben wir überall in der Stadt Hinweise auf einen wichtigen Jahrestag entdeckt - den 100. Jahrestag der Schlacht bei Beaumont-Hamel an der Somme in Frankreich aus dem Ersten Weltkrieg, in der auch viele Neufundländer ihr Leben verloren haben.

So denken wir uns, als wir wieder zu Hause sind, dass es bis zur Somme von uns aus ja nun nicht allzu weit entfernt ist und wir gut einmal dorthin fahren könnten, zumal der MAN nach diversen Werkstattaufenthalten dringend auf einer etwas längeren Probefahrt getestet werden muss. Und so machen wir uns Anfang November auf den Weg.

Die Gegend in direkter Umgebung des Flusses Somme ist durchaus interessant; zahlreiche Aussichtspunkte ermöglichen einen guten Blick über die herbstlich verfärbte Flusslandschaft.

 

 

 

In der Nähe von Albert befindet sich ein größeres Airbus-Montagewerk. Mehrmals sehen wir den seltsam geformten Airbus-Transporter, der vorgefertigte Rumpfteile zur Endmontage hierher bringt.

Morgens erleben wir gespenstische Sonnenaufgänge in der Nebellandschaft.

 

 

Aber eigentlich sind wir ja hier, um den Spuren des Krieges zu folgen. Und so verlassen wir den Fluss, fahren die Orte der bekannten großen Kämpfe an, finden unzählige mehr oder weniger imposante Denkmäler.

 

 

 

 

Die Schlacht begann vor 100 Jahren am 1. Juli 1916 mit einer Reihe von Minenexplosionen unter den deutschen Stellungen. Der riesige Lochnagar-Krater zeugt immer noch von der Wucht der Detonation.

 

Die meisten der Veranstaltungen zum 100jährigen Jubiläum sind zwar schon vorbei, aber überall herrscht reger Betrieb, werden Kränze zum Gedenken niedergelegt.

 

Der Beginn der Schlacht an der Somme wird von den Briten als schwärzester Tag der Armee angesehen. Über 8.000 Tote in der ersten halben Stunde. Die Schlacht dauerte weitere viereinhalb Monate und forderte insgesamt mehr als eine Million Opfer. Die zahlreichen größeren und kleineren Soldatenfriedhöfe sind Zeugnis der vielen Opfer.

 

 

 

Auf einem deutschen Soldatenfriedhof finden wir eine Informationstafel über den "Roten Baron". Das deutsche Flieger-As Manfred von Richthofen war ursprünglich hier begraben.

 

 

Zentrale Gedenkstätte der Engländer ist das monumentale Thiepval-Memorial mit angeschlossenem Museum. Am Memorial findet gerade eine Kranzniederlegung von Nachkommen gefallener Soldaten statt.

 

 

 

Weitere eindrucksvolle Denkmäler sind beispielsweise den walisischen Gefallenen mit dem roten Drachen oder den irischen Soldaten mit dem Ulster-Tower gewidmet.

 

 

Sehr beeindruckend und aufwändig gestaltet ist auch die Südafrikanische Gedenkstätte mit ihrem Museum.

 

 

 

 

 

Natürlich ehren auch Neuseeländer und Australier ihre gefallenen Soldaten.

 

 

 

 

Am eindrucksvollsten finden wir jedoch die Stätte, die uns ursprünglich auf den Gedanken gebracht hat, einmal hierher zu kommen - die neufundländische Gedenkstätte von Beaumont-Hamel unter Verwaltung von Parks Canada. Hier sieht man im Gelände noch deutliche Spuren der ehemaligen Kämpfe. Dominiert wird die Stätte von der großen Caribou-Statue.

 

 

 

 

 

 

 

Das Neufundland-Regiment wurde später auch noch an anderen Stellen eingesetzt. Auch dort finden sich Caribou-Denkmäler.

 

 

Nirgendwo sonst als hier an der Somme kann man in dieser Deutlichkeit erkennen, dass der von den Franzosen Grande Guerre genannte Konflikt tatsächlich ein Weltkrieg war. Es gibt wohl kein Land aus dem britischen Empire, das nicht an der Schlacht an der Somme beteiligt war.

 

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