Durch die Wüste zurück nach Hause

16. Februar 2020

Nein, wir machen keinen Abstecher nach Marokko. Von Galicien aus fahren wir in Richtung Osten in die spanische Provinz Navarra zur Bardenas Reales Wüste - ein Highlight, das uns an amerikanische Wüstengegenden erinnert.

Bardenas Reales ist eine mehr als 42.000 Hektar große Halbwüste, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit von der UNESCO den Status eines Biosphärenreservates erhielt. Im Schutzgebiet darf man nicht übernachten, so bleiben wir erst einmal im kleinen Ort Arguedas direkt am Rand des Naturparks. Schon hier sind schöne Felsformationen mit Höhlenwohnungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu sehen. Bei einem Bummel durch die engen Straßen sind wir froh, dass wir nicht dem Navi, das uns eigentlich hier durch leiten wollte, gefolgt sind, sondern außen herum zu unserem Platz gefahren sind.

Am nächsten Morgen geht es dann zeitig los. Im Visitor Center besorgen wir uns eine Karte, die uns die für die Eigenerkundung wichtigen Informationen gibt. Es gibt drei Strecken, die mit dem Auto zu befahren sind, hinzu kommen zahlreiche Radwanderwege und Wandermöglichkeiten. Zunächst liegt noch der Frühnebel über der Landschaft. Überall sehen wir Spuren der heftigen Regenfälle, die hier vor einigen Tagen niedergegangen sind. Erste zaghafte Blumen erscheinen, die Landschaft ist erstaunlich grün.

Immer weiter reißt der Nebel und später die Bewölkung auf. Früh am Vormittag ist noch kaum jemand unterwegs. Wir kommen nur langsam voran, da wir ständig anhalten um zu schauen, zu fotografieren, einfach zu staunen. Wir befinden uns in der Bardena Blanca, ein Gebiet mit kahlen Bergen, Schluchten, Badlands. In diesem Bereich besteht die Landschaft zumeist aus ockerfarbenem Lehm, der immer kahl ist. Hier gibt es auch ein größeres militärisches Sperrgebiet und kleinere Höfe mit Weidevieh.

Am späten Vormittag ist die Sicht endlich gut. Weiße Flecken auf eindrucksvollen Felsen in der Ferne wecken unsere Aufmerksamkeit. Schnell den Wagen abgestellt und ein wenig näher heran. In tieferen Pfützen auf dem Weg Richtung Felsformationen sitzen Frösche. Frösche in der Wüste - auch nicht schlecht! In den Steilwänden nisten zahlreiche Gänsegeier.

Auch hier in der ansonsten kahlen Gegend ist es im Moment richtig grün. Stellenweise blüht der Rosmarin. Bald wird das Grün aber wieder verschwunden sein. Die fantastischen Felsformationen sind über Millionen von Jahren durch Erosion entstanden.

Am späten Nachmittag erreichen wir dann den absoluten Höhepunkt, das wahrscheinlich meist fotografierte Wahrzeichen dieser Wüste - Castil de Tierra, in dessen unmittelbarer Umgebung auch noch so einiges zu entdecken gibt.

Für die Nacht verlassen wir das Gebiet, suchen uns einen Platz außerhalb. An der Abbruchkante mit Blick über die Halbwüste beenden wir den Tag.

Bei Sonnenaufgang tauchen die Formationen nahezu gespenstisch aus dem Morgennebel auf. Durch landwirtschaftlich genutzte Bereiche, wo wir auch einige Vögel beobachten können, geht es wieder hinab in die Wüste.

Noch einmal steuern wir die markantesten Formationen an. Wenn Euch diese irgendwie bekannt vorkommen, so kann das sehr gut sein. Zahlreiche Filme, wie z.B. der James Bond "Die Welt ist nicht genug", "Game of Thrones", aber auch viele Musik-Clips (beispielsweise Madonnas "Frozen") nutzen die beeindruckende Kulisse für ihre Dreharbeiten.

Hier gäbe es sicher noch viel zu entdecken, aber wir müssen uns auf den Heimweg machen. Wieder übernachten wir an einem Platz außerhalb.

Am nächsten Tag ist es nicht weit nach Pamplona, von wo aus wir über den Ibañeta-Pass die Pyrenäen überqueren.

Bald ist Frankreich erreicht. Das Wetter verschlechtert sich, es regnet. Na ja, das war ja zu erwarten. Mautfrei und trotzdem zügig fahren wir heimwärts. Noch jeweils eine Zwischenübernachtung an der Loire und in den Argonnen, bevor wir über Luxemburg (Tankstop!) und Belgien Deutschland erreichen.

Ein kurzes Fazit unserer diesjährigen Winterreise mit Schwerpunkt auf Portugal:

Die Menge der überwinternden Wohnmobilreisenden hat uns erschreckt. Trotzdem haben wir, speziell an der Küste auch aufgrund unseres Fahrzeugs, ansonsten aber viel im Hinterland, in der Regel gute und ruhige Stellplätze finden können. Das Wetter hat mitgespielt, wenngleich es insgesamt kühler war als in den anderen Wintern, die wir hier verbracht haben. Die Atlantikküste im Norden Portugals hat uns gut gefallen, obwohl wir eigentlich keine Strandmenschen sind. Hier war auch nur sehr wenig Betrieb. Ein Highlight war der äußerste Nordwesten Galiciens in Spanien, wo wir an eindrucksvollen Küsten nahezu alleine und bei erstaunlich gutem Wetter unterwegs waren. Hier möchten wir auf jeden Fall noch einmal hin, dann nach Möglichkeit im späten Frühjahr. Dies gilt ebenso für die Bardenas Reales Wüste, die uns mit ihren Formationen fasziniert hat.

 

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