Andalusien 2

19. Februar 2017

Von Torcal aus geht es weiter nach Westen Richtung Almeria. Hier wollen wir nicht die Stadt, sondern eine Besonderheit in Europa besuchen - eine Wüste. Aber zunächst auf dem Weg plötzlich nach längerer Monokultur (Oliven, Oliven, Oliven) eine schöne Landschaft. Wir fahren ab von der Autobahn und landen in einem kleinen Dorf. Neben der schönen Aussicht entdecken wir erste Anzeichen auf Höhlenwohnungen. Wir fahren ein wenig in der Gegend umher und richtig - hier gibt es Höhlenwohnungen. So etwas kennen wir aus Tunesien.

 

 

Nach einer Nacht auf einem schönen Übernachtungsplatz wollen wir dann aber in die Tabernas-Wüste. Das Wetter ist gut, die Sonne scheint, aber es ist so windig, dass wir den größten Teil des Tages im MAN verbringen - das allerdings mit schöner Aussicht.

 

Am nächsten Morgen hat sich der Wind verzogen, und einer Erkundung der Wüste steht nichts mehr im Wege. Es gibt einige touristische Anziehungspunkte: Westerndörfer, Forts usw., für die jeweils Eintritt zu zahlen ist. Aber dafür sind wir ja nicht hierhergekommen.

 

Wir finden eine sandige Piste, die uns in das kleine Gebiet hineinführt. Aufgrund der Ähnlichkeit mit Teilen des amerikanischen Westens wurden und werden heute noch Filme hier gedreht, u.a. bekannte Italo-Western. Wir entdecken einige der mittlerweile verfallenen Moviesets.

 

 

Bedingt durch die Regenfälle, die wir auf der Wetterkarte während unseres Aufenthaltes in Portugal immer erkennen konnten, blüht es hier ganz heftig - Wüste? Aber das kennen wir ja aus den richtigen Wüsten in den USA schon. Wenn es regnet, blüht auch die Wüste: siehe hier und hier.

 

 

 

In großartiger Umgebung bleiben wir, erkunden weitere Teile per pedes. Erstaunlicherweise entdecken wir sogar Malteserschwämme, die eigentlich in Küstenbereichen vorkommen. Aber hier in der salzigen Erde scheinen sie sich auch gut zu entwickeln, immerhin entdecken wir etliche, die sich gerade aus dem Boden herausschieben.

 

Wir verlassen die Tabernas-Wüste und fahren über Sorbas (ein fotogenes Dorf) und eine reizvolle kleine Nebenstrecke über Los Molinos del Rio Aguas Richtung Carboneras. Unser nächstes Ziel ist der Parque natural de Cabo de Gata, ein Biosphärenreservat.

 

 

An der schönen Küste finden wir hier eine intensiv blühende Macchia vor - das hätten wir Anfang Februar noch nicht in dieser Fülle erwartet.

 

 

 

 

Weiter nach Nordosten wollen wir diesmal nicht fahren. Also führt uns der Weg wieder nach Westen, vorbei an den endlosen Gewächshäusern in der Umgebung von Almeria. Welch ein Gegensatz zur blühenden Macchia! Im Naturpark wird es dann natürlich wieder besser. Die Küste ist schön, aber das empfinden auch viele andere Überwinterer. Teilweise dicht gedrängt steht man in den Ortschaften - nichts für uns!

 

 

Über Los Escullos, wo wir die bizarren Sandsteinformationen bewundern, fahren wir zum Leuchtturm am Cabo de Gata. Auch hier wieder eine eindrucksvolle Küste.

 

 

Und auch hier wieder einige Ansammlungen von Wohnmobilen. Wir stehen deutlich schöner und zumindest mit etwas Abstand zu anderen Fahrzeugen. Aber länger bleiben wir trotz des ganz akzeptablen Platzes nicht. Leider sind nicht nur Wohnmobilisten hier unterwegs, sondern auch viel "abgewracktes Volk" mit allem, was dazu gehört (z.B. Drogen usw.). Das Erlebnis mit einer völlig zugedröhnten Lady wollen wir gar nicht näher schildern, aber so etwas brauchen wir nicht. Also weiter!

 

An den Salinen schauen wir noch nach Vögeln, aber die, die da sind, sind viel zu weit entfernt. Als wir weiterfahren wollen ein Zwangsstopp. Auf der Straße wird ein Film mit einem schnittigen Sportwagen gedreht, niemand sonst darf die Straße benutzen. Als wir dann freie Fahrt erhalten, müssen wir noch einmal anhalten. Der Fahrer des Sportwagens will unbedingt noch Aufnahmen von unserem Großen Wagen machen - wir bewundern währenddessen sein Gefährt.

 

Wir verlassen die Küste und fahren die 348 und einige kleinere Abstecher südlich entlang der Sierra Nevada. Eine gute Entscheidung! Zunächst können wir von hier oben noch einen Blick auf die Tabernas-Wüste werfen. Schöne Ortschaften und vor allem eine intensive Mandelblüte begleiten uns auf diesem Weg.

 

 

Später dann wieder die für weite Teile Andalusiens typische Monokultur-Landschaft. Lediglich im Bereich der Stauseen wird es wieder interessanter. Da es aber zuvor zwei Tage nahezu ununterbrochen geregnet hat, endet unser Versuch, einen schönen Platz am See zu erreichen, kläglich. Wir sind froh, dass wir den steilen, tiefmatschigen Weg (der eigentlich soooo gut und fest ausgesehen hatte) überhaupt wieder hochkommen. Aussteigen war nicht möglich, deshalb davon auch keine Bilder.

 

Die aufreißenden Wolken geben aber dann interessante Fotomotive her. Wir fahren noch einmal am Torcal vorbei, diesmal auf der anderen Seite, sehen, dass es keinen Sinn macht, ein zweites Mal hinaufzufahren - alles in den Wolken. So führt uns die Strecke wieder zur Embalse de Guadalhorce mit der eindrucksvollen Schlucht Desfiladero de los Gaitanes.

 

 

Abends fängt es erneut an zu regnen. Es regnet auch nahezu den ganzen nächsten Tag. Also einfach nur aussitzen! Einen besseren Platz werden wir schwerlich finden, alle Erdstraßen sind im Moment kaum oder nicht befahrbar.

 

Nachdem der Spuk vorbei ist, laufen wir noch ein Stück in Richtung des Caminito del Rey und entdecken die ersten blühenden Orchideen. Einen Blick in die Schlucht können wir allerdings von dieser Seite aus nicht werfen. Eine Absperrung verhindert näheres Herankommen, ab hier geht es nur noch mit vorher eingeholter Genehmigung weiter. Außerdem entdecken wir in den Bergen entlang des Sees etliche Iberische Steinböcke. Auch die Dörfer auf der Weiterfahrt wirken interessant.

 

 

Ronda können wir uns leider nicht anschauen, da Fahrzeuge über 5,5 to nicht in den Ort hineindürfen. Wir wissen, wie eng manche Ortschaften hier in Spanien sind und verzichten deshalb darauf, zumindest etwas näher hineinzufahren. Stattdessen nehmen wir eine kleine Straße nach Ronda la Vieja. Hier gibt es eine gut erhaltene römische Ruinenstadt. Acinipo wurde 45 v.Chr. gegründet. Aber leider ist die Anlage geschlossen, so dass uns nur ein Blick über den Zaun bleibt.

Die spektakuläre Kalksteinlandschaft des Parque natural de la Sierra de Grazalema, ebenfalls ein Biosphärenreservat, gefällt uns ausgesprochen gut. Durch Wassererosion sind hier Klippen und Schluchten entstanden, in denen auch wieder Iberische Steinböcke zu finden sind. Die Vegetation wird geprägt durch immergrüne Steineichen-Arten.

 

 

 

Es gibt die sogenannten weißen Dörfer, wie z.B. Zahara de la Sierra am gleichnamigen Stausee Embalse de Zahara. Selbst hier in höherer Region (der Ort liegt auf etwa 700 m Höhe) blüht sehr viel, u.a. entdecken wir ein Massenvorkommen von großen Orchideen.

 

 

 

Die Schlucht Garganta Verde ist Brutplatz für verschiedene Geier, die wir nur aus der Ferne bewundern können. Ein Brunnen bietet uns Gelegenheit, mal wieder unsere Wasservorräte aufzufüllen.

 

Die Strecke Richtung Sevilla ist dann wieder schaurig - eine reine Agrarwüste! Zumindest gibt es aber ab und an ein nettes Kirchlein mit Storchennest.

 

Wir fahren noch einmal zum Doñana Nationalpark, diesmal allerdings zur westlichen Seite. Dazu sind zunächst Kilometer um Kilometer an Gewächshäusern hinter sich zu bringen - vor allem Erdbeeren werden hier angebaut. Im schönen Wald, der darauf folgt, überall Zeichen der heftigen Regenfälle.

 

Vorbei am Ort El Rocio erreichen wir die Visitor Center des Nationalparks. Bestand an der Laguna de la Fuente Piedra das Problem des zu niedrigen Wasserstandes, so ist es in den Lagunen hier nun genau umgekehrt. Die heftigen Regenfälle haben den Wasserstand stark ansteigen lassen, so dass derzeit selbst aus den Hides entlang der Lagunen nur wenig Vögel zu beobachten sind.

 

Überall entlang des Nationalparks wird auf die Möglichkeit des Wildwechsels hingewiesen, gemeint ist hier der Iberische Luchs. Natürlich kriegen wir keinen zu Gesicht, sind doch diese Tiere nachtaktiv. Aber die Küstenwälder lohnen trotzdem den Besuch.

 

 

Bevor wir zurück nach Portugal fahren, noch ein Abstecher in die Feuchtgebiete westlich von Huelva. Auf dem Weg dorthin El Terrón, der kleine Ort erinnert uns dem Zweck nach ein wenig an die Kirchendörfer in Schweden. Natürlich ist der Baustil ein ganz anderer.

Ein paar Vögel können wir noch beobachten, dann geht es über die Grenzbrücke hinüber nach Portugal.

 

 

 

 

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